05. April 2020, 22:55 Uhr

Fußball

Hessen setzt auf 14-Tage-Vorlauf

Der Hessische Fußball-Verband hat Geldstrafen für das Nichterfüllen des Schiedsrichtersolls und Abo-Gebühren für »Hessen Fußball« ausgesetzt - die Zeitstrafe allerdings kommt wieder
05. April 2020, 22:55 Uhr
Auf rassige Duelle wie hier zwischen der FSG Biebertal (l. Luca Baier) und dem TSV Allendorf/Lahn (r. Osman Koc) müssen Fußballer und Zuschauer weiter warten. FOTO: RAS

Der Amateurfußballbetrieb bleibt in Hessen bis auf Weiteres ausgesetzt. Dies teilte der Hessische Fußball-Verband (HFV) am Samstag nach einer Video-Vorstandssitzung mit. Einigkeit herrscht laut HFV darüber, dass eine Wiederaufnahme der Spiele mit 14 Tagen Vorlauf erfolgen müsste. Ein einheitliches Vorgehen aller 32 hessischen Fußballkreise im Umgang mit der Saison 2019/2020 werde angestrebt. Für den ursprünglich am 6. Juni geplanten Verbandstag werde ein alternativer Zeitpunkt gesucht.

»Die aktuelle Situation lässt keine andere Entscheidung als die weitere Aussetzung des Spielbetriebes zu. Wir orientieren uns damit an der behördlichen und staatlichen Verfügungslage und reagieren auf eine nie dagewesene Krise«, sagte HFV-Präsident Stefan Reuß. »Wir brauchen Geduld, nicht die Schnelligkeit ist jetzt gefragt, sondern die Genauigkeit und Nachhaltigkeit unserer Entscheidungen, und dies funktioniert nur im Gleichklang mit behördlichen Entscheidungen.«

Vizepräsident Torsten Becker verwies darauf, dass gerade zivil- und haftungsrechtliche Gesichtspunkte eine entscheidende Rolle spielen. »Wir können erst Entscheidungen treffen, wenn es eine gesicherte juristische Grundlage gibt. Das ist ein eminent wichtiger Punkt. Zudem sind wir noch in Abstimmung mit übergeordneten Verbänden.«

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am Freitag mit umfassenden Anpassungen seiner Spielordnung auf die Auswirkungen der Corona-Krise reagiert. Die Saison 2019/20 kann bei Bedarf über den 30. Juni verlängert werden. In diesem Zuge können Spielberechtigungen, Wechselfristen und Verträge mit Spielerinnen und Spielern zeitlich angepasst werden. Im Falle eines Saisonabbruchs wären Sonderregelungen zu Auf- und Abstieg möglich. Es ist einer der weitreichendsten Eingriffe in der Geschichte des DFB in die Spiel- und Jugendordnung. Die beschlossenen Änderungen sind bis zum 30. Juni 2021 für alle Altersklassen und Amateurligen gültig. Mit Beginn der Saison 2021/2022 sollen wieder die vorherigen Bestimmungen in Kraft treten.

Finanzielles Entgegenkommen

Der HFV will, wie es in einer Pressemitteilung hieß, seinen Vereinen in der Coronavirus-Krise finanziell entgegenkommen. So würden unter anderem die Geldstrafen aus der vergangenen Saison bei Nichterfüllung des Schiedsrichterpflichtsolls ausgesetzt. Für die aktuelle Spielzeit werde es keine Bestrafung geben, da das Soll nicht erhoben werden könne, teilte der HFV mit. In der Saison 2018/19 nahm der HFV dadurch nach eigenen Angaben 154 705 Euro ein. Dazu würden dem Verband eine sechsstellige Abgabe aus den Zuschauereinnahmen der hessischen Bundesligisten sowie Einnahmen aus Veranstaltungen und dem Betrieb der Sportschule Grünberg fehlen. Dennoch habe man sich »als Zeichen der Solidarität« für die Entlastung der Vereine entschieden.

Überdies werden die Gebühren der Pflichtabonnements des Verbandsmagazins Hessen-Fußball im Kalenderjahr 2020 bis auf Weiteres nicht in Rechnung gestellt. Die damit bei den Vereinen verbleibende Liquidität beträgt rund 100 .000 Euro.

Fakt ist: Die Wiedereinführung der Zeitstrafe bei Seniorenspielen auf Kreisebene soll - vorbehaltlich der Abstimmungen - zur kommenden Saison umgesetzt werden. Zudem wurde im Rahmen der Sitzung für den ursprünglich am 6. Juni 2020 in Grünberg geplanten Verbandstag des Hessischen Fußball-Verbandes ein alternativer Zeitplan vorgestellt. Demnach könnte der Verbandstag mit der vorherigen Austragung sämtlicher noch ausstehender Kreisfußballtage am 28. November 2020 nachgeholt werden.

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