31. März 2020, 12:00 Uhr

Basketball

Höhen und Tiefen

Die beiden heimischen Frauen-Basketball-Zweitliga-Mannschaften hätten in den Playoffs stehen sollen. Doch das Coronavirus stoppte die Bender Baskets Grünberg und die Krofdorf Knights.
31. März 2020, 12:00 Uhr
Das Grünberger Eigengewächs Isabell Meinhart hat alle 18 Partien absolviert und dabei 200 Punkte erzielt. FOTO: VOGLER

Bekanntlich wurde die Saison wegen der Corona-Pandemie vor dem kompletten Ende der Hauptrunde beendet, so dass die in der Nordgruppe angetretenen Bender Baskets Grünberg und die Krofdorf Knights den Spielbetrieb vorzeitig einstellen mussten.

Während die Gallusstädterinnen sowie die Bergischen Löwen Bensberg bereits alle 18 Liga-Partien ausgetragen hatten, kam das Aus für die restlichen Teams, bevor sie ihre Runde beenden konnten. Grünberg wurde in der Tabelle auf Platz sieben notiert und ist damit »mehr als zufrieden«. Für die Wettenbergerinnen sprang der achte Rang heraus. Doch hätten sich die Knights gerne auf dem Parkett aus dem Spielbetrieb und von ihren Zuschauern verabschiedet. Wie bereits berichtet, ziehen sie sich nicht nur aus der Liga zurück, sondern lösen sich komplett auf. Der vorgesehene Zweitliga-Neustart im eigens neu gegründeten Verein scheitert an den fehlenden Trainings- und Spielmöglichkeiten, also an einer Halle.

Die Bender Baskets Grünberg haben jetzt eine längere als eigentlich geplante Pause. Trotz der Umstände ist das direkte Erreichen der Playoff-Qualifikation als großer Erfolg zu bewerten. Trainer Dejan Kostic musste nach zahlreichen Abgängen eine fast komplett neuformierte und überaus junge Mannschaft ins Rennen schicken. Dieser Neuaufbau gelang, nicht zuletzt aufgrund der Verpflichtung der überragenden US-Amerikanerin Cassidy Mihalko ganz hervorragend. Die 24-jährige Allrounderin erzielte nicht nur 305 Punkte in 15 Spielen (Platz zwei in der Liga), sondern war gleichzeitig die beste Rebounderin (305) in der gesamten 2. Bundesliga (!). Darüber hinaus glänzte »Glücksgriff« Mihalko mit einer überragenden Freiwurfquote von 88 Prozent (45/51).

In allen 18 Pflichtspielen dabei und mit 200 Punkten zweitbeste Schützin im Team der »Baskets«, war das Grünberger Eigengewächs Isabell Meinhart. Die 25-jährige ehemalige Jugend-Nationalspielerin war auch in dieser Spielzeit eine »feste und zuverlässige Größe« in der Mannschaft von Dejan Kostic. Den Ruf als »Ausbildungsverein« konnten die Bender Baskets Grünberg eindrucksvoll bestätigen. Insgesamt erhielten sieben U18-Spielerinnen wertvolle Minuten an Bundesliga-Spielzeit - und die erst 15-jährige Elisa Mevius darf man durchaus als »Rookie des Jahres« bezeichnen. Die Schülerin vom Grünberger Basketball-Internat wechselte vergangenen Sommer vom BBC Rendsburg nach Mittelhessen, erzielte in ihren zehn Einsätzen insgesamt 88 Punkte und zeigte ihr großes Potenzial.

»Es gibt Dinge im Leben, die wichtiger und größer sind als Sport. Daher war die Entscheidung für die vorzeitige Saisonbeendigung alternativlos. Das heißt aber nicht, dass man nicht traurig oder enttäuscht darüber sein darf. Wir waren als Team noch nicht am Ende unserer Reise und wären diesen Weg in den Playoffs gerne weiter gegangen. Rückblickend kann man sagen, dass die Saison nicht immer einfach war. Wir hatten Höhen und Tiefen, was bei einem derart jungen Team aber dazu gehört«, bilanziert Kostic.

Keine Konstanz in Krofdorf

Für die Krofdorferinnen war es seit Saisonbeginn ständig auf- und abgegangen. Irgendwas war immer los beziehungsweise nicht so, wie es hätte sein sollen. Etliche Wochen lag der Spielbetrieb für sie brach und Training war wegen einer defekten Korbanlage nur eingeschränkt möglich gewesen. Weitere zwei Begegnungen mussten einmal örtlich und einmal zeitlich verschoben werden. Bei ihren Auftritten fehlte die Beständigkeit. »Unsere Konstante ist, dass wir nicht konstant sind«, hatte Trainer Uwe Scheidemann noch kurz vor dem abrupten Liga-Schluss gesagt. Einige Spielerinnen hatten auch mit Blessuren zu kämpfen, darunter Darien Huff mit Rückenproblemen. Sie kam dennoch auf 16 Partien und war mit 296 Punkten beste Scorerin der Wettenbergerinnen. Tereza Kracikovà stieß erst kurz nach dem Rundenstart zum Team, holte die meisten Rebounds (129) und führt auch die Krofdorfer Assist-Wertung (31) an. Auf Tykarah Williams musste in den letzten drei Spielen verzichtet werden. Nach einem disqualifizierenden Foul war sie gesperrt und hätte gerade zum Abschluss der Hauptrunde wieder dabei sein dürfen. Nach den Pannenmonaten war erfreulich, den Klassenerhalt und die Playoff-Teilnahme geschafft zu haben. Beides bringt den Knights nun nichts mehr.

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