12. Oktober 2019, 13:25 Uhr

Handball

Hohe Hürde für Wetzlar

Auf die HSG Wetzlar wartet in der Handball-Bundesliga am Sonntag die nächste Herausforderung. Das Hessenduell gegen die starke MT Melsungen (16 Uhr, Rittal Arena) steht an.
12. Oktober 2019, 13:25 Uhr
Die Achse von Rückraumspieler Stefan Cavor (hinten) zu Kreisläufer Anton Lindskog (66) muss am Sonntag stehen, damit sich die HSG Wetzlar gegen die MT Melsungen eine Chancen ausrechnen kann. (Foto: Friedrich)

HSG Wetzlar


Es muss also schon viel zusammenkommen, damit die HSG Wetzlar das Team von Gästetrainer Heiko Grimm ärgern bzw. ernsthaft in die Bredouille bringen kann. Eine Kulisse von erstmals über 4000 Zuschauern in dieser Saison als Rückendeckung, ein Stefan Cavor in Galaform, ein Till Klimpke im Rausch der Paraden - und ein Kontrahent, der analog zu SG Flensburg/Handewitt, SC Magdeburg und THW Kiel seine Möglichkeiten nicht restlos auszuschöpfen weiß.

Welche Bedeutung hat die Derby-Rivalität? Für die Verantwortlichen, die seit Jahren in der Führungsebene beider Klubs tätig sind, ist das Hessenduell noch immer von besonderer Brisanz geprägt. Auch für die Anhänger aus beiden Lagern zählen Derby-Punktgewinne doppelt. Anders sieht es bei den Wetzlarer Akteuren aus, zu oft ist der Kader im vergangenen Jahrzehnt durcheinandergewirbelt worden, als dass da eine besondere Rivalität entstehen könnte. Anders die Melsunger, bei denen - angefangen von Geschäftsführer Axel Geerken über Europameister Tobias Reichmann bis zu Michael Allendorf und Timm Schneider - immerhin noch vier Protagonisten eine Wetzlarer Vergangenheit haben.

Warum bezeichnet Wetzlars Trainer Kai Wandschneider die Deckung der Melsunger als »Monster-Abwehr«? Der Innenblock mit dem 2,10-m-Riesen Finn Lemke und dem 1,98-m-Hünen Felix Danner ist der Stabilisator der 6:0-Deckung, dazukommen weitere Schwergewichte wie Timm Schneider, Julius Kühn oder Marino Maric, die es im Schnitt auf 111 kg Körpergewicht (!) bringen. Ein höheres Maß an defensiver Körperlichkeit gibt es nach dem Abgang von Tobias Karlsson bei der SG Flensburg/Handewitt in der ganzen Liga nicht.

Reden sich die Wetzlarer im Vergleich mit Melsungen kleiner als sie sind? Wer gegen Flensburg punktet, gegen Madgeburg triumphiert und Kiel an den Rand einer Niederlage bringt, muss sich eigentlich keine großen Gedanken über die eigene Leistungsfähigkeit machen. Fakt aber ist, dass die Filip Mirkulovski und Co. Woche für Woche an ihre Leistungsgrenze gehen, als Team super funktionieren, auf dem Papier aber auch gegen »MT Deutschland« als Nachfolger von »TBV Deutschland« als krasser Außenseiter gelten müssen. Mit Julius Kühn, Finn Lemke, Tobias Reichmann und Neuzugang Kai Häfner haben die ambitionierten Nordhessen aktuell vier Zentralspieler der DHB-Auswahl unter Vertrag, im kommenden Sommer folgen im Tor noch Silvio Heinevetter und als Außen Timo Kastening. Auf der Mitte führt der Däne Lasse Mikkelsen unaufgeregt und fern aller Egoismen zusammen mit Domagoj Pavlovic Regie, am Kreis schöpft Trainer Heiko Grimm endlich die Fähigkeiten eines Marino Maric aus. Da muss sich sogar der Ex-Wetzlarer Timm Schneider derzeit anstellen und seine Einsatzzeiten am Kreis nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Im Jahr eins nach dem Abgang der Müller-Zwillinge wirken die Nordhessen jedenfalls stabiler und stärker als in vielen Spielzeiten zuvor.

Die HSG Wetzlar setzt auf das enorme Potenzial von Torhüter-Youngster Till Klimpke (bislang 56 Paraden), die Wurfqualitäten des aktuell besten Bundesliga-Feldtorschützen Stefan Cavor mit 48 Treffern, einen antreibenen Filip Mirkulovski am Regiepult und den zu alter Stärke zurückgefundenen norwegischen Rechtsaußen Kristian Björnsen. Für Anton Lindskog, Olle Forsell Schefvert und all die anderen gilt, Monat für Monat weitere kleine Entwicklungsschritte nach vorne zu machen. Im positionellen Vergleich haben die Nordhessen dennoch deutliche Vorteile, die sich im Vorjahr bereits in zwei Acht-Tore-Heimniederlagen (!) in Meisterschaft und Pokal wiederspiegelten. Trainer Kai Wandschneider baut - wie zuletzt bei den Rhein-Neckar Löwen - auf seine Teamplayer, den gegenüber der Vorsaison verbesserten Gegenstoß sowie eine Abwehr, die mittlerweile variabel zwischen 6:0-, 5:1-, 4:2- und 3:3-Formation wechseln kann.

Das Personal: Lenny Rubin auf Wetzlarer Seite behinderte in dieser Woche ein Bluterguss im Brustbereich. Der Schweizer hofft, bis Sonntag auflaufen zu können. MT-Trainer Heiko Grimm kann personell aus dem Vollen schöpfen.

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