12. September 2019, 16:00 Uhr

Basketball-Bundesliga

In Crailsheim hoffen sie auf mehr Ruhe

Bei den Crailsheim Merlins ist einiges geboten: Ein neuer Kader, der in jede Hosentasche passt, ein ungewöhnliches Duo auf der Trainerbank und ein Deutschchilene, der vor dem Durchbruch steht.
12. September 2019, 16:00 Uhr
Crailsheims finnischer Cheftrainer Tuomas Iisalo möchte eine nervenschonendere Saison als zuletzt erleben. (Foto: dpa)

Gießen 46ers


Der letztjährige Rückkehrer in die Basketball-Bundesliga war in der vergangenen Saison für Drama bekannt: Sei es der Sieg in der Osthalle, als die Crailsheim Merlins mit einem Dreier von der Mittellinie in der Schlusssekunde die 46ers schockten, oder der Klassenerhalt am 34. Spieltag im Fernduell mit den Eisbären Bremerhaven. Diese Saison hoffen die Verantwortlichen auf etwas mehr Ruhe. Ob das was wird?

Die Lage: Im Frühjahr sind die Merlins dem Abstieg im letzten Moment von der Schippe gesprungen und das quasi doppelt auswärts: Das entscheidende Spiel gegen Oldenburg mussten sie in Würzburg austragen, weil ihre eigene Halle belegt und ein Tausch des Heimrechts nicht mehr möglich war. Daraufhin begann eine große Rotation in Hohenlohe: Zehn Spieler gingen, sieben neue Leute kamen. Im Grundsatz ist man jedoch mit dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison zufrieden gewesen: Saisonziel erreicht, nachdem man die bisherigen beiden Auftritte in der BBL jeweils als Tabellenschlusslicht abgeschlossen hatte. Nun ist die Zielsetzung bei den Zauberern klar: In der Liga etablieren und die Klasse halten.

Das Team: Mit einem kleinen Kader gehen die Crailsheimer in die Saison: Gerade einmal zwölf Spieler sind gemeldet, darunter mit den beiden »Twin-Towers« Sören Urbansky (19 Jahre, 2,14 Meter) und Benjamin Moser (18 Jahre, 2,13 Meter) zwei Talente auf den großen Positionen sowie der erst 17-Jährige Serbe Alexa Kovacevic auf der Pointguard-Position. Ganz anders als in der vergangenen Saison, wurden doch im Sommer mit Ben Madgen (34), Sherman Gay (37), Konrad Wysocki (37) und Michael Cuffee (36) gleich vier Spieler weit über 30 abgegeben. Dieses Jahr ist dagegen Jugend Trumpf: Kein Spieler im Team ist älter als 26 Jahre: Die Neuzugänge Fabian Bleck (kam aus Bremerhaven) und Quincy Ford (Charleroi/Belgien) teilen sich die Krone des Alterspräsidenten mit Pointguard Jan Span (Ljubljana/Slowenien), der sich im Spielaufbau mit DeWayne Russel abwechseln soll. Neben Ford komplettieren die athletischen Javontae Hawkins (Holargos/Griechenland), Jeremy Morgan (Kouvola/Finnland) und Aaron Jones, der vom griechischen Klub Rethymno kam, eine Garde an US-Importen, die vor allem ihre starke Athletik eint.

Der Coach: Im deutschen Basketball gibt es einige berühmte Brüderpaare: Die Koch-Brüder Michael und Stefan stehen natürlich an allererster Stelle, aber auch Armin und Thomas Andres oder Johannes und Benjamin Lischka fallen einem sofort ein. In Crailsheim regieren ab sofort die Ilsalo-Brüder: Headcoach Tuomas wird ab der kommenden Saison von Assistent Joonas unterstützt, der aus der gemeinsamen Heimat Finnland bereits Erfahrung als Cheftrainer mitbringt.

Stärken und Schwächen: Letzte Saison waren die Merlins das schlechteste Reboundteam der Liga: Gerade einmal 28,4 Fehlwürfe sammelten die Crailsheimer pro Spiel ein. Gepaart mit 13,4 Ballverlusten im Schnitt (Liga-Flop) zwei Hauptgründe für den langen Abstiegskampf. Mit einem runderneuerten Frontcourt soll das Reboundproblem in den Griff bekommen werden: Neuzugang Ford war in Belgien und Ungarn stark am Brett, Jones zumindest okay. Mit Frank Turner gaben sie zudem ihren Spieler mit den meisten Turnovern ab - 2,9 Ballverluste pro Spiel waren der zweithöchste Wert der Liga. Sein Scoring soll nun von anderen Positionen kommen, Ersatzmann Jan Span derweil für mehr Ballsicherheit sorgen.

Der »Player to watch«: Sebastian Herrera spielte letzte Saison seine erste Spielzeit in der BBL, und - ohne ihm zu nahe zu treten - es war jetzt keine Performance für die Ewigkeit: 4,5 Punkte im Schnitt, gute 41,5 Prozent von der Dreierlinie. Alles in Ordnung, doch nichts, wo man mit den Ohren schlackert. In der Vorbereitung auf diese Saison weiß der Deutschchilene aber zu überzeugen: 23 Zähler gegen den MBC, 21 Punkte gegen Hamburg, dazu mit gerade einmal 21 Jahren das Kapitänsamt übernommen. Für den 1,93 Meter großen Flügelspieler, der auch für die chilenische Nationalmannschaft spielt, könnte das zweite Jahr im Oberhaus den Durchbruch bedeuten.

Die Prognose: Es geht nur um den Klassenerhalt für die Zauberer. Der sollte drin sein - in einer Saison mit zwei Absteigern könnte das allerdings deutlich knapper werden als in diesem Jahr, in dem nur ein Team am Ende in die ProA muss.

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