04. April 2019, 07:00 Uhr

Rackelos

Johannes Lischka ist in die Kapitänsrolle hineingewachsen

Johannes Lischka hat in der BBL und in der Nationalmannschaft gespielt. Aber der 32-Jährige kennt auch die Schattenseiten. Jetzt ist er Kapitän der Gießen Rackelos in der ProB.
04. April 2019, 07:00 Uhr
Mit gutem Beispiel voran geht Rackelo Johannes Lischka beim Farmteam der Gießen 46ers in der ProB. (Foto: Friedrich)

Johannes Lischka feierte bei den Gießen 46ers vor elf Jahren seinen Durchbruch in der Basketball-Bundesliga. Er reifte zum Nationalspieler, ehe ihm ein Tumor an der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) zur Pause zwang. Nach seiner Genesung spielt er für die Rackelos in der ProB – und möchte am Samstag (20 Uhr) ins Halbfinale einziehen.

Glückwunsch zum Auswärtssieg in Schwenningen, mit dem der Heimvorteil in der Serie wieder zurück an die Lahn gewechselt hat. Wie haben Sie das Spiel vor 1400 Fans erlebt?

Johannes Lischka: Es hat einfach großen Spaß gemacht. Es war das erste ausverkaufte Spiel der Panthers. Auch ohne Alen Pjanic, der bei den 46ers im Einsatz war, haben wir gut in die Partie gefunden.

Sie sind Kapitän und nicht erst seit Ihrem 32. Geburtstag am letzten Dienstag Routinier des Teams. Wie sehen Sie Ihre Rolle?

Lischka: Ich versuche, mit gutem Beispiel voranzugehen und den jungen Spielern vorzuleben, was es braucht, um eine erfolgreiche Karriere zu haben. Ich bin schon derjenige, der auch mal eine Ansage macht. In diese Rolle musste ich erst hineinwachsen. Früher war ich eher leise, das hat sich erst als Kapitän richtig geändert.

In der ProB sind Sie immer noch ein Topspieler und kommen auf ähnliche Werte, wie vor über zehn Jahren in Lich, als Sie für den TV zusammen mit Ihrem heutigen Coach Rolf Scholz gespielt haben...

Lischka: Rolf war ein Veteran, als ich mit 18 Jahren für Lich gespielt habe. Der Kontakt zu ihm ist nie abgerissen. Als er dann bei den Rackelos gearbeitet hat und ich im Rahmen meines dualen Studiums bei den 46ers, war das perfekt. Ich bin happy, dass er unser Trainer ist. Wir haben ein super Verhältnis und ergänzen uns gut. Er ist auch immer dankbar für meinen Input, was taktische Dinge und so weiter angeht.

Wie kam es, dass Sie neben Ihrem Job weiter Basketball spielen wollten?

Lischka: Als ich in Heidelberg aufgehört habe, sollte das nach meiner »richtigen Karriere« eigentlich das Ende sein. Nach ein paar Monaten Pause – ich bin eben ein Basketballverrückter – habe ich bei Lich angefragt und wieder mittrainiert. Wir sind damals in die 1. Regionalliga aufgestiegen und wurden dort Fünfter. Es war eine tolle Zeit. Dass ich dann aber auch in der ProB noch so gut mithalten würde, hätte ich nicht gedacht.

Mit Bjarne Kraushaar und Alen Pjanic können die Fans gerade zwei Talente zu Bundesligaspielern reifen sehen. Wen sehen Sie perspektivisch sonst noch als potenziellen Profispieler?

Lischka: Jannis Hahn trainiert regelmäßig bei uns und hängt sich vielleicht am meisten rein. Sebastian Brach, Tim Schneider, Nico Lagerman und Paul Carl sind hin und wieder mit an Bord. Alles Talente, bei denen etwas gehen könnte. Talent ist aber nur eine Sache.

Als BBL-All-Star von 2012 und A1- und A2-Nationalspieler haben Sie einiges miterlebt. Woran erinnern Sie sich am liebsten zurück?

Lischka: Vielleicht an die erste Saison in Tübingen 2012, als wir eine großartige Mannschaft hatten mit Jungs wie Reggie Redding und Vaughn Duggins und nur knapp den Playoff-Einzug verpassten. Von dieser Mannschaft reden die Leute in Tübingen noch heute. In der Nationalmannschaft erinnere ich mich gerne an ein Spiel gegen Frankreich mit NBA-Star Tony Parker. Und an die Teilnahmen an der Universiade mit dem A2-Nationalteam in Belgrad und Shenzhen.

Nach der Niederlage im ersten Viertelfinalspiel haben Sie die Serie durch einen Auswärtscoup zurück nach Gießen geholt. Wie beurteilen Sie Ihre Chancen gegen Schwenningen?

Lischka: Unser Vorteil besteht darin, dass wir zu Hause antreten. Trotzdem wird die Tagesform entscheiden. Wir haben im Vergleich zum ersten Spiel einige Anpassungen vorgenommen und Fehler abgestellt. Wenn wir das weiterhin tun und wieder gut von außen treffen, kann es klappen.

Was ist das Hauptargument, weshalb die Fans am Samstag in die Osthalle strömen sollten?

Lischka: Wir machen es immer spannend, zudem ist es ein Entscheidungsspiel. Die Rackelos zeichnen sich durch engagierte Defense aus. Wir geben Gas und werden wieder ein Duell auf Augenhöhe liefern. Kein Gießener Basketball-Fan sollte das verpassen.

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