17. Januar 2020, 16:00 Uhr

Basketball

Krisengipfel bei den Gießen 46ers

Die Gießen 46ers haben ein besonderes Heimspiel vor der Brust. Am Samstag kommen die Bonner in die Osthalle - mit dem Ex-Gießener Benjamin Lischka sowie drei weiteren ehemaligen 46ers.
17. Januar 2020, 16:00 Uhr
Fokus Abstiegskampf: Gießens Trainer Ingo Freyer schwört sein Team auf den Samstagsgegner aus Bonn ein. FOTO: FRIEDRICH

Gießen 46ers


Joshiko Saibou, Benjamin Lischka, TJ DiLeo und Yorman Polas Bartolo - alles Basketball-Profis, die schon bei den Gießen 46ers unter Vertrag standen. Und die drei Letztgenannten sind sogar Aufstiegshelden von 2015, die unter dem damaligen Trainer Denis Wucherer den Sprung in die Bundesliga schafften. Für Sentimentalitäten ist am Samstag um 20.30 Uhr in der Osthalle aber kein Platz - für beide Teams steht Überlebenskampf pur auf dem Plan.

Die Lage: Dementsprechend angespannt ist die Situation bei den 46ers. Die Niederlagen in Bayreuth und Frankfurt haben nicht gerade dazu geführt, dass das Selbstbewusstsein der Protagonisten gestiegen ist. Nach dem Desaster im Derby sank es sicher eher in Richtung Keller. Doch Trübsal blasen hilft in der prekären Lage nicht. Trainer Ingo Freyer steht mit seiner Mannschaft unter enormem Druck - nach Bonn folgen mit Ludwigsburg und Bayreuth zwei weitere Heimspiele. John Bryant und Co. müssen langsam liefern, damit sie nicht noch weiter durchgereicht werden. Gemeinsames Kämpfen, ohne sich zu schonen, muss an allererster Stelle stehen, das muss allen bewusst sein. Bislang haben die 46ers viermal gewonnen und neunmal verloren. Noch haben sie vier Punkte Abstand zum Tabellenletzten Weißenfels, der punktgleich mit den Bonnern ist. Beide Mannschaften haben personell nachgelegt, wie die Hamburger, die mit sechs Punkten hinter den Gießenern auf Rang 15 platziert sind. Gießens Coach Freyer gab seinen Spielern ein paar Tage frei. »Das hatten wir schon lange so ausgemacht. Meine Spieler mussten mal die Köpfe freibekommen«, erklärte der 48-Jährige. Seit Montag bereiten sich die 46ers auf die richtungsweisende Partie vor. »Bonn ist ein großes Spiel für uns, weil wir ein paar Tage frei hatten, um mentale und körperliche Frische zu tanken. Wir wollen die zweite Saisonhälfte mit positiver Energie beginnen, die uns hoffentlich in diesem letzten Teil der Spielzeit tragen wird«, erklärt 46ers-Guard Teyvon Myers.

Der Gegner: Die Bonner sind die Überraschungsmannschaft der Saison - aber im negativen Sinn. Keiner hat erwartet, dass sie nach 14 Pflichtspielen in der BBL erst zweimal als Sieger vom Parkett gegangen sein würden. Zwischendurch ließ die Mannschaft von Rookie-Trainer Thomas Päch zwar mal aufhorchen, als sie den FC Bayern in deren Halle aus dem Pokal warf. International sind sie in der Champions League auf Rang zwei. In der BBL bekommen sie aber kein Bein auf den Boden: Die letzten sechs Partien gingen alle an den Gegner. Die beiden Siege waren zu Beginn der Saison gegen Frankfurt (77:76) und am 7. Dezember 2019 gegen Weißenfels (103:85). In fremden Hallen blieben die Baskets in der Liga bislang ohne Erfolg. Mittlerweile haben auch die Fans verstanden, dass es nur um den Klassenerhalt gehen kann. Vor dem Krisengipfel gegen Braunschweig riefen sie mit einer Choreo zum Zusammenhalt auf. Geholfen hat alles nicht: Das Team verspielte einen zwischenzeitlichen Zwölf-Punkte-Vorsprung und verlor 85:90. In der Kritik steht neben den Spielern auch Trainer Päch. Bonns Manager Michael Wichterich sagte beim Spiel gegen Braunschweig, dass irgendwann der Punkt käme, an dem man über den Trainer nachdenken müsse. Aber den sehe er noch nicht. Höchstwahrscheinlich richtet sich die Entscheidung, ob der ehemalige Berliner Co-Trainer in Bonn weitermachen kann, nach dem Ausgang des Spiels in der Osthalle.

Schlüsselspieler: Besonders zu beachten sind Guard Branden Frazier (mit 14,9 PpS), Smallforward Benjamin Simmons (10,0 PpS) sowie die Neuzugänge Eugene Lawrence (ein erfahrener Spielmacher) und Alec Brown (2,16-m-Mann). In blendender Verfassung präsentierte sich zudem Saibou am Mittwoch beim 91:77-Heimsieg in der CL gegen Szombathely: Der Guard erzielte 22 Punkte.

Personelles: Luke Petrasek ist mit vollem Umfang ins Mannschaftstraining eingestiegen. Ob der Gießener Powerforward spielt, steht noch nicht fest. Wenn du solange ausgesetzt hast, musst du schauen, wie ist er eingegliedert«, so Freyer. Backup-Spielmacher Bjarne Kraushaar hat sich eine Verletzung am Zeh zugezogen und dadurch ein paar Trainingseinheiten verpasst.. Bei den Bonnern ist die Verletztenliste lang: DiLeo fällt bis zu zehn Wochen mit einer Sprunggelenksverletzung aus. Polas Bartolo schlägt sich mit einer Bänderüberdehnung im Knie herum. Und hinter dem Einsatz von Starting-Center Martin Breunig steht ebenfalls ein dickes Fragezeichen. Zuletzt musste er wegen einer erlittenen Gehirnerschütterung pausieren.

Das sagt Trainer Freyer: »Ein wichtiges Spiel für beide Mannschaften. Wir wollen mit einem Sieg zeigen, dass wir nicht zu denen Mannschaften gehören, die unten in der Tabelle stehen. Wir wollen den Anschluss zu den mittleren fünf Teams herstellen. Wir müssen die Bonner in der Offense und Defense direkt unter Druck setzen.«

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