21. Dezember 2019, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Meister Bayern kommt

Die Gießen 46ers durften für ein paar Tage abschalten. Nun ist aber der Fokus auf den deutschen Meister Bayern München gerichtet, der am Sonntag zum Bundesliga-Duell in die Osthalle kommt.
21. Dezember 2019, 07:00 Uhr
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Von Wolfgang Gärtner
Bereit für die Bayern: Alen Pjanic, Matthew Tiby, Stephen Brown, Kendall Gray (v. l.) und der Rest der Gießen 46ers haben sich etwas Besonderes für das Sonntag-Heimspiel gegen den Ligaprimus ausgedacht. FOTO: FRIEDRICH

Wenn die Bayern in Gießen Station machen, ist die »Bude« eigentlich immer voll. Das wäre den Gießen 46ers zu wünschen, die in dieser Saison noch nicht einmal »ausverkauft« verkündeten. Diesbezüglich sieht es aber für den Sonntag gut aus, wenn es um 15 Uhr mit dem Sprungball losgeht. Und egal, wo die Bayern auftreten, man will ihnen immer die Lederhosen ausziehen.

Lage: Ob das am Sonntag den Gießen 46ers gelingt, wenn dann überhaupt mit einer permanenten Unterstützung der Anhänger, bleibt abzuwarten. Die Münchner sind in der BBL eine Macht: elf Spiele, elf Siege. Zuletzt schrammten sie aber knapp an einer Niederlage vorbei - beim 82:81 gegen den Tabellendrittletzten BG Göttingen rettete sie der Dreier ihres Finnen Petteri Koponen 0,2 Sekunden vor dem Schluss. Sie scheinen aufgrund der strapaziösen Doppelbelastung Euroleague (am Mittwoch das hauchdünne 77:76 nach Overtime in Berlin, am gestrigen Abend gastierte Barcelona in München) national nicht unverwundbar zu sein. Aber man sollte keine falschen Hoffnungen wecken. Die 46ers bleiben der krasse Außenseiter, der, wenn bei ihm alles optimal laufen sollte, noch auf eine gewisse Schludrigkeit der großen Bayern hoffen muss, um eine klitzekleine Gewinnchance zu haben.

Gegen die Würzburger hat die Mannschaft von Trainer Freyer zuletzt bewiesen, dass sie beim Abrufen ihres wahren Potenzials durchaus in der Lage ist, favorisierte Teams zu schlagen. Der ehemalige Gießener Erfolgscoach Denis Wucherer kam nach der sicherlich nicht eingeplanten 87:91-Niederlage seines Teams an seiner alten Wirkungsstätte ins Grübeln. Sein Gegenüber Freyer strahlte dagegen. Wieder ist es ihm und seiner Truppe gelungen - wie gegen Oldenburg -, einen Playoffkandidaten zu schlagen.

Gegner: Bei den Bayern weiß man gar nicht genau, wen man von dem Starensemble als den Topstar bezeichnen kann. Durch seine Größe von 2,11 m und der NBA-Erfahrung sticht aber Greg Monroe heraus. Der 29-Jährige aus Harvey im Bundestaat Louisiana, der am Mittwoch bei Alba Berlin von einem Zuschauer rassistisch beleidigt und deshalb einen Strafantrag stellte, kann auf 632 Einsätze in der besten Basketball-Liga der Welt zurückblicken - 417-mal stand er dabei in der Anfangsformation bei verschiedenen Clubs wie den Milwaukee Bucks, Detroit Pistons, Toronto Raptors, Phoenix Suns oder Philadelphia 76ers. Im Schnitt erzielte der Linkshänder in der NBA 13,2 Punkte und holte 8,3 Rebounds. Wegen des Geldes hat sich der 120-Kilo-Mann den Bayern nicht angeschlossen, alleine sein dreijähriges Engagement bei den Bucks soll ihm 50 Millionen Dollar eingebracht haben. Ihn reizte neben der Bundesliga sicher auch die Euroleague. Neben Monroe sind noch die drei deutschen Nationalspieler Maodo Lo (Aufbau), Paul Zipser (Forward) sowie Danilo Barthel (Powerforward/Center) Schlüsselspieler wie der Flügel Vladimir Lucic, der Dreierspezialist Petteri Koponen, der Center Mathias Lessort und Kapitän Nihad Djedovic. Vor allem die Rückkehr von Djedovic nach seiner Verletzung dürfte Trainer Dejan Radonjic besonders gefallen haben. Der 1,96 m große Allrounder ist mit allen Wassern gewaschen und macht oft intuitiv das Richtige. Als er verletzt war, kamen die Bayern auf europäischer Bühne nur schlecht in Tritt. Bei ihnen fehlte das Überraschungsmoment. Die Münchner agieren sehr flexibel auf dem Feld - ob Fastbreak oder Set-Play. Sie können sich dabei auf die individuelle Qualität und die der gesamten Mannschaft verlassen.

Personelles : Gießens Powerforward Luke Petrasek arbeitet hart an seiner Rückkehr ins Team. Er sei aber noch nicht ins Mannschaftstraining eingestiegen, so Freyer. Indes scheint Bayern-Center Leon Radosevic wieder einsetzbar zu sein. Dass der Langzeitverletzte TJ Bray sein Debüt im FCB-Trikot gibt, ist denkbar.

Das sagt Trainer Freyer: »Die Bayern haben in der BBL noch kein Spiel verloren. Sie haben eine wahnsinnige Qualität im Kader - bis zum 15. Spieler. Wir wollen viel Druck gegen sie ausüben. Es gibt selten die Gelegenheit gegen eine Mannschaft zu spielen, die bisher alle Ligaspiele gewonnen hat - d.h. selber das Team zu sein, welches diese Mannschaft als erstes schlägt. Wir werden alles geben, das zu erreichen.«



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