07. Oktober 2020, 20:51 Uhr

Mittelhessen-Mädels liebäugeln mit den Playoffs

07. Oktober 2020, 20:51 Uhr
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Von Svantje Merker-Gärtner
Team Mittelhessen vor dem Start in die U18-Bundesliga (hinten, v. l.): Co-Trainerin Alva Hedrich, Emilia Arnheiter, Linn Villwock, Lena Dziuba, Ilinca Secuianu, Nele Weinand, Mara Hildebrand, Elisa Mevius, Trainer René Spandau; vorne (v. l.): Lynn Schmadel, Sixta Herzberger, Amelie Müller, Shaline Henß, Nina Horvath, Klara Römer, Cora Horvath. FOTO: WERESCHINSKI

Die Enttäuschung über den Abbruch der letzten Saison sitzt bei den WNBL-Basketballerinnen vom Team Mittelhessen noch immer tief. Sie waren auf einem guten Weg, sich in den Playoffs weit nach oben zu spielen. Zudem hätte das Top4 in Grünberg stattfinden sollen - und dann platzten plötzlich alle Träume.

Am Samstag soll es für das Team Mittelhessen um 16 Uhr in der Sporthalle der Theo-Koch-Schule gegen die DJK Don Bosco Bamberg losgehen. Altersbedingt können einige Spielerinnen in der nun startenden Runde nicht mehr dabei sein. Die verbliebenen und die neuen Akteurinnen sowie Coach René Spandauw hoffen, dass es die Umstände erlauben, die Saison planmäßig beginnen und bis zum Top4 durchziehen zu können.

Kommen/Gehen: Die Pointguards Nina und Cora Horvath kommen aus dem österreichischen Oberwart. Aus der eigenen U16 rückt Shootingguard Amelie Müller in den wNBL-Kader auf. Emilia Arnheiter befindet sich nach ihrer Langzeitverletzung wieder im Einzeltraining. Ihre Rückkehr auf das Spielfeld ist aber nicht vor Januar vorgesehen. »Wir wollen da kein Risiko eingehen«, sagt ihr Trainer. Kristina Wereschinski, Paula Schäfer und Alva Hedrich dürfen aus Altersgründen nicht mehr in der wNBL spielen. Die beiden Erstgenannten gehen nun in der Grünberger Oberliga-Mannschaft auf Korbjagd, Hedrich in der zweiten Bundesliga für die Bender Baskets. Janna Dauer ist nach Luxemburg gegangen. Marlis Bartkuhn hat aufgehört.

Trainer: René Spandauw hat die Mannschaft wieder unter seinen Fittichen. Er kennt die wNBL, und mit seiner Erfahrung wird er die jungen Akteurinnen durch die Saison leiten. Als Co-Trainerin ist in diesem Jahr Alva Hedrich dabei, die in der letzten Runde noch selbst in dieser Liga aktiv war.

Stärken/Schwächen: »Unsere Aufbaupositionen sind überragend besetzt«, zählt Spandauw Elisa Mevius, Klara Römer und die Horvath-Schwestern auf. Ab Januar kommt noch Emilia Arnheiter dazu. Ihre basketballerische Spielfähigkeit ist ebenfalls ein Pluspunkt der Mittelhessinnen. Es bleibt abzuwarten, ob sie damit ihre körperliche Unterlegenheit ausgleichen können, denn ihnen fehlen im Vergleich zu den meisten Kontrahenten einige Zentimeter Körpergröße. Als Team nur einmal in der Woche zusammen zu trainieren, sieht der Coach als Hindernis.

Ziel: Ein konkretes Saisonziel gibt Trainer René Spandauw nicht an. Angestrebt wird natürlich, das Team während der Runde zu verbessern. Außerdem soll die Weiterentwicklung der einzelnen Spielerinnen vorangetrieben werden. »Mal sehen, wozu das führt«, lässt sich der Coach von den kommenden Monaten überraschen. Der erneute Einzug in die Playoffs spukt bei den Mittelhessinnen dennoch im Kopf herum.

Modus: In der wNBL wird wieder in den vier Gruppen Nordwest, Nordost, Mitte und Süd gespielt. Das Team Mittelhessen gehört der Staffel Mitte an, in der neben ihm weitere sechs Mannschaften dabei sind: Dragons Rhöndorf, Franken Baskets (Bamberg), Main Sharks (Würzburg), Rhein-Main Baskets, Junior Dolphins Marburg und BG Bonn 92. Die Hauptrunde wird in einer Hin- und Rückrunde ausgetragen. Ab Mitte März sollen die Playoffs mit dem Achtelfinale starten. Das Viertelfinale ist für Mitte April vorgesehen und das Top4 um die deutsche Meisterschaft am 1. und 2. Mai.

Prognose: Der Mittelhessen-Coach wünscht seinen Basketballerinnen, verletzungsfrei durch die Saison zu kommen. Für den nicht so tief besetzten Kader könnte es bei mehreren oder längeren Ausfällen schwer werden. »Einsatz, Energie, Spaß, Mut, Zusammenhalt und Zusammenarbeit« werden bei den Spielen erwartet. Angenommen wird, dass die Gruppe Mitte insgesamt wieder die stärkste ist. »Das ist gut für die Entwicklung der Spielerinnen, macht es aber hart, die Play Offs zu erreichen. In unserer Staffel kann ich keinen Favoriten deuten«, so Spandauw. Am Ende der Saison sieht er Berlin sowie Chemnitz vorne und traut Wedel vielleicht eine Überraschung zu.

Das sagt der Trainer: »Die Lage ist nicht einfach. Der Kader der Bender Baskets ist nicht groß. Zudem sollen unsere Spielerinnen dort trainieren und spielen, wo sie am meisten gefördert sind. Das ist für die sechs (Anm. d. Red., Linn Villwock, Klara Römer, Nina und Cora Horvath, Elisa Mevius und Lena Dziuba) auch Bender Baskets, die 2. Bundesliga. Aber das bedeutet, dass wir als Team Mittelhessen nur ein Training pro Woche mit der kompletten Mannschaft haben. Und das wird uns natürlich als Team schaden. Die Weiterentwicklung unserer Spielerinnen ist positiv, aber mit einer negativen Auswirkung auf das Team Mittelhessen. Schwerpunktmäßig soll jedenfalls Elisa Mevius bei den Bender Baskets spielen und auch Lena Dziuba könnte dort vorrangig spielen, wenn es Terminkollisionen gibt. Mara Hildebrand spielt noch U18 in Butzbach, alle anderen in der zweiten Mannschaft in der Oberliga.«



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