12. Oktober 2019, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Nach der Pause völliger Fadenriss bei den Gießen 46ers

Gegen Hamburg setzte es für die Gießen 46ers eine bittere, aber verdiente 75:79-Niederlage. »In der zweiten Halbzeit haben wir zu viele schlechte Entscheidungen getroffen«, erklärte Trainer Ingo Freyer.
12. Oktober 2019, 07:00 Uhr
Sprungwurf: Bei der 75:79-Heimniederlage der Gießen 46ers wirft Spielmacher Stephen Brown auf den Korb, davor Heiko Schaffartzik von den Hamburg Towers. (Foto: Friedrich)

Gießen 46ers


Der Coach machte auch die mangelnde Aggressivität seines Teams für die zweite Saisonniederlage in der Basketball-Bundesliga verantwortlich. Auf der Gegenseite indes herrschte pure Freude: Im September 2014 durften die Hamburg Towers in der Sporthalle Gießen-Ost den ersten Sieg ihrer Clubgeschichte überhaupt feiern. Am Freitagabend folgte rund fünf Jahre später der erste Punktgewinn der Hanseaten in der BBL. »Für uns war es ein großer Fortschritt«, freute sich Gäste-Trainer Mike Taylor. Seine Mannschaft war mit zwei hohen Niederlagen in die Saison gestartet.

Dass es ein harter Schlagabtausch werden sollte, zeichnete sich bereits in der Anfangsphase ab. Nicht weniger als vier Dunks - zwei auf jeder Seite - ließen die beiden Teams durch die Reuse knallen, darunter ein Stopfer von Hamburgs Prince Ibeh direkt über John Bryant. Ansonsten hielt der Kapitän der 46ers die Zone seiner Mannschaft aber sauber und zwang die Towers so zu vielen Schüssen aus der Distanz. Zwar blieb auch Gießen von dort kalt. Dafür konnte man sich auf Stephen Brown verlassen, der in kurzer Zeit sechs Punkte beisteuerte. Zu häufig suchten die Mittelhessen ihr Heil in dieser Phase aus Situationen im Eins-gegen-Eins, die zum Viertelende immer wieder Teyvon Myers zu erfolgreichen Abschlüssen brachte - darunter zum 21:17 nach den ersten zehn Minuten.

Ein nochmals erhöhter defensiver Druck der 46ers führte dazu, dass Hamburg im zweiten Viertel erstmals den Anschluss verlor. Vor allem Brown hielt Heiko Schaffartzik bei seinem Auftritt an alter Wirkungsstätte an der kurzen Leine. Vorne brach Brandon Thomas den Fluch von jenseits der Dreipunktelinie (28:19, 12.). Bryant wühlte sich am Korb wenig später mit einem Tip-in zu seinen ersten Zählern.

Trotz Fouls stopfte Luke Petrasek die Murmel zum 34:22 (16.). Nach einem Steal nebst Fastbreakabschluss von Myers sah sich Gäste-Coach Mike Taylor schließlich zur Auszeit gezwungen (39:26, 17.). Posterdunks von Marvin Ogunsipe und Beau Beech gingen auf Abstimmungsfehler in der Gießener Hintermannschaft zurück. Viel häufiger waren es aber die Hamburger, die offensiv zu kopflos agierten und mit dem 36:46-Rückstand in die Kabine gehen mussten.

Hatten sie bis zur Halbzeitpause noch keinen einzigen Distanztreffer versenkt, ließen die Gäste nach dem Seitenwechsel gleich drei hintereinander durchs Netz fliegen. Insgesamt sollten die 46ers einen 8:25-Run hinnehmen müssen, den zu Beginn des dritten Abschnitts nur Bryant mit Zählern unterbrach. Mit jeder weiteren Spielminute wurden die Aktionen der Hausherren wilder. Ausgerechnet Schaffartzik oblag es, die erste Hamburger Führung seit dem Auftaktviertel zu bestellen (50:49, 25.). Unter den Pfiffen des Osthallenpublikums schlichen die Gießen 46ers beim Stand von 54:61 in die Viertelpause.

Als man nach mehreren Minuten glaubte, der Korb würde für die 46ers bis zum Spielende Sperrzone bleiben, erlöste Brown das Team mit einer Einzelaktion zum 57:61-Anschluss (33.). Schaffartzik lötete aber nach einem Offensivrebound den Ball ohne mit der Wimper zu zucken durch den Gießener Korb und brachte die Osthalle zum Verstummen.

Hamburg, die am Spieltag den Abgang ihres Guards Kahlil Dukes verkündet hatten, schien kurz die Puste auszugehen. Nach einem Steal tief in der eigenen Hälfte von Myers hatte dieser in der Schlussminute die Gelegenheit, zum 75:75 auszugleichen. Stattdessen blockte Marvin Ogunsipe das Spielgerät mit Nachdruck gegen das Plexiglas. Yannick Franke sorgte frei auf der Gegenseite für die Entscheidung. Unter Pfiffen endete der Abend für die Gießen 46ers, die in der zweiten Hälfte im Angriff völlig den Faden verloren.

Gießen: Brown (22), Myers (17), Pjanic (2), Petrasek (9), Gray (5), Barnett, Thomas (15), Bryant (5). / Hamburg: Franke (19), Ibeh (3), Beech (13), Walker (13), Schaffartzik (9), Müller, Freese (2), Hollatz (3), Ogunsipe (12), Powell (5), Yebo. / Zuschauer: 3187.

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