05. Dezember 2019, 07:00 Uhr

Junges Ehrenamt STECKBRIEF VON NADINE STEIN

Nadine Stein lebt für den SV Queckborn

Kinder haben Bewegungsdrang. Nadine Stein kann davon ein Lied singen. Sie leitet montags beim SV Queckborn viele Kurse. Die 28-Jährige wurde bereits für junges Ehrenamt ausgezeichnet
05. Dezember 2019, 07:00 Uhr
Nadine Stein vom SV Queckborn mit ihrer Kinderturngruppe. Die 28-Jährige erhielt für ihr Ehrenamtsengagement eine Auszeichnung. Foto: gae

Doch das ist noch längst nicht alles, was Nadine Stein bei ihrem Verein so alles auf die Beine gestellt hat. Sie selbst hat die Kinderturngruppen ins Leben gerufen. Dienstags steht zudem für sie zusammen mit ihrer 24-jährigen Schwester Janine Stein (Trainerin) die Garde (18 bis 30 Jahre) auf dem Programm, am Donnerstag ist sie federführend für das Funkenmariechen Lina Gademann und die »Lollipops«, die große Tanzgruppe (sechs bis zehn Jahre), und am Abend wird sie selbst bei den »Knallerfrauen«, einer Showtanzgruppe, die unter der Leitung von Nicole Junker steht, aktiv. Da kommen in der Woche mal locker zehn Stunden zusammen, die die staatlich anerkannte Erzieherin ihrem Verein zur Verfügung stellt.

Das macht sie aber gerne. Ihr Herz hängt an ihrem SV Queckborn. Die lizensierte Übungsleiterin weiß, dass das Ehrenamt generell von großer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für das Funktionieren des Gemeinwesens ist. »Ich finde es wichtig, dass es Vereine gibt und dass sie fortgeführt und unterstützt werden«, konstatiert die Queckbörnerin, die darüber hinaus noch als Abteilungsleiterin Kinderturnen/-garde fungiert und Mitglied des Vergnügungsausschusses des SVQ ist.

Ihre Eltern waren und sind für sie die Vorbilder schlechthin. »Ich bin mit der ehrenamtlichen Arbeit durch meine Eltern groß geworden. Mein Vater Norbert stand jeden Sonntag als Fußballer für seinen Heimatverein auf dem Sportplatz - und die Familie natürlich am Spielfeldrand. Deswegen ist es für mich heute auch selbstverständlich, unsere Fußballer sonntags auf den Sportplatz zu begleiten«, erklärt die 28-Jährige.

Ihr Papa tanzte außerdem noch im ortsansässigen Männerballett, ihre Mutter Sabine in einer Schautanzgruppe. Nebenbei leitete die Mama mit einer Freundin noch zwei Kindertanzgruppen. »Somit wurde ich in die Welt des Ehrenamtes hineingeboren, und ich bin froh, dass es so ist«, erzählt Nadine Stein mit einem Lächeln im Gesicht.

Die Arbeit mit den Kindern bedeutet ihr viel, es macht ihr Spaß, sie genießt die Zuneigung - und die Kiddies geben ihr es mit leuchtenden Augen dankbar zurück. Sie lobt aber auch die Eltern, die sie tatkräftig unterstützen. »Es geht um das Wertvollste im Leben - um Kinder«, sagt Nadine Stein, die ihnen auch Werte wie Respekt, das Miteinanderumgehen, Höflichkeit, Freundlichkeit und Wertschätzung vermittelt, aber auch Ehrgeiz und Disziplin.

Der Renner in den Kinderturn-Gruppen ist und bleibt Feuer, Wasser, Blitz. »Das kommt immer an.« Dann geht es im Höchsttempo durch die Halle. Bei dem Wort Feuer müssen die Kids entweder in eine Ecke oder Tür, beim Kommando Wasser auf eine Erhöhung und bei »Blitz« ganz flach hinlegen. Bei den Fünf- bis Zehnjährigen steht ein abwechslungsreicher Parcours ebenfalls ganz weit oben in der Beliebtheitsskala. Da wird balanciert, mit Seilen gehüpft, im Tempo durch einen Pylonen-Slalom gelaufen, gesprungen sowie sich an einer schräg auf einen Kasten gestellten Bank hochgezogen, was dann mit einem Strecksprung von oben finalisiert wird. Nadine Stein bietet ihren Turnkindern Bälle, Reifen, Ringe und Hindernisse an, damit sie sich vielfältig in ihrer Motorik entwickeln. »Man muss schauen, wie man den Spagat findet, sodass sich die Älteren leistungsmäßig nicht unterfordert fühlen«, denkt sie bei der Zusammenstellung der Stunden auch an ein differenziertes Lernen. Da sie sowohl die jüngere als auch die ältere Gruppe betreut, erlebt sie hautnah das Weiterentwickeln der Kinder in den jeweiligen Altersabschnitten. Sie gibt ehrlich zu, dass es auch Tage gibt, an denen die Lust, mit Kindern zu arbeiten, wie bereits erwähnt, ist sie noch Erzieherin, nicht ganz so groß ist. Aber dann denkt sie sich: Ich mache es für die Kinder. »Und wenn dann die ganz Kleinen mit strahlenden Augen herumflitzen, ist das einfach schön.« Außerdem leitet Nadine Stein die Kinder an, die mitaufbauen und abbauen - und so ganz nebenbei zieht sie sich mit dem 14-jährigen Lukas Jäger und der 17-jährigen Charlotte Heßler als ständige Helfer neue »Ehrenamtler« heran. Ihre Schwester Janine begleitet sie zudem bei den »Minihopsern«.

Die Queckbörner können sich in der Faschingszeit auf einen Tanzmix der »Lollipops« freuen. Es nennt sich die lustige Klassenfahrt. »Die Kinder tanzen dann auf verschiedene Musikklassiker«, erklärt Nadine Stein. Sie selbst freut sich schon auf die Auftritte der »Knallerfrauen«, die getreu dem Faschingsmotto etwas aus der Steinzeit präsentieren werden. Mehr verrät sie nicht.

Für Nadine Stein war die vom Sportkreis kürzlich erhaltene Auszeichnung für junges Ehrenamt eine sehr schöne und emotionale Begegnung. »Denn die Anerkennung durch den Verein für meine geleistete Arbeit ist schon sehr relevant - und dafür bin ich dem Verein sehr dankbar, auf sportlicher und persönlicher Ebene.« Und als Nadine Stein das sagt, leuchten ihre Augen wie zuvor bei den Kindern in der Turngruppe.

Wohnort: Queckborn

Geboren in : Gießen

Alter: 28 Jahre

Beruf: staatlich anerkannte Erzieherin

Nationalität: deutsch

Familienstand: ledig

Kinder: Keine

Geschwister: meine jüngere Schwester Janine

Verein: SV Queckborn

Idol: Ein Idol direkt habe ich nicht, es sind eher mehr zwei Vorbilder: meine Eltern

Hobby: Ski fahren und tanzen

Musik: alles, aber am meisten Schlager

Urlaubsziel: am liebsten in die Berge, aber gerne auch mal an den Strand

Lieblingsort: Ich habe eine große Familie, und wenn wir zusammen sind, ist das mein Lieblingsort

Lieblingsspeise: Nudeln

Lieblingsgetränk: Wasser

Wichtigste Begegnung: Die Auszeichnung für junges Ehrenamt war schon eine sehr schöne und emotionale Begegnung

Stärke: konsequent, liebevoll, ehrlich, loyal, belastbar

Schwäche: ungeduldig, teils zu euphorisch

Ziel: eine Familie gründen, ein eigenes Zuhause schaffen und möglichst lange gesund bleiben, um meine Ehrenamtsarbeit noch lange ausführen zu können.

Erfolgsrezept: Ein Erfolgsrezept direkt habe ich nicht. Es ist mehr die Loyalität zum Verein und der Spaß an der Sache

Motto: »Langsam zu laufen, ist nicht das Problem, so lange du weiterläufst«. Ich denke, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Für jedes Problem gibt es eine Lösung, wenn der Weg auch mal schwerer ist! Aufgeben ist für mich keine Option

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