18. Juli 2019, 22:23 Uhr

Nur zwei sind geblieben

18. Juli 2019, 22:23 Uhr
Torhüter Daniel Bernhardt ist nur einer von zwei Spielern, die dem VfR Aalen nach dem Abstieg treu geblieben sind. (dpa)

Der VfR Aalen spielte 2015 noch in der 2. Fußball-Bundesliga, nach neun Jahren im Profifußball ist er nun in der Regionalliga angekommen. Bis auf zwei Torhüter wurde die komplette Mannschaft (zwangsläufig) ausgetauscht, auch ein neuer Trainer ist da. Pressesprecher Mathias Klocker: »Die Menschen in der Region sehen den Abstieg als Chance für einen Neuanfang.«

Die aktuelle Situation: Im Gegensatz zu vielen anderen Absteigern strebt der VfR nicht die direkte Rückkehr in Liga drei an. Saisonziel ist ein Platz im gesicherten Mittelfeld. »Unsere Mannschaft ist komplett neu zusammengewürfelt«, weiß Klocker. »Wir verfügen über zwei Drittel weniger Budget als in der dritten Liga. Wenn du die Spieler einzeln fragst, wer auf zwei Drittel Gehalt verzichten will, bleiben zwei Torhüter übrig.« Es sei finanziell nicht möglich gewesen, Teile der Mannschaft zusammenzuhalten. Mit dem 54-jährigen Roland Seitz kam ein neuer Trainer, der die Regionalliga Südwest aus Trier und Elversberg kennt.

Kommen/Gehen: Geblieben sind aus dem Drittligakader nur die Torhüter Daniel Bernhardt (33 Jahre alt) und Matthias Layer (20 Jahre alt). Bernhardt gehört dem Verein seit 2009 an. »Für die ganze Region ist der VfR Aalen Daniel Bernhardt«, weiß der Pressesprecher. »Er wohnt hier, seine Kinder gehen hier zur Schule.« Ansonsten blieben sieben Abgänge in der dritten Liga, ansonsten verstreute es die Aalener Absteiger teilweise auch ins Ausland. Der Kern der Neuzugänge stammt aus der Regionalliga, wurde von Roland Seitz zusammengestellt. Er hat vor allem viele junge Spieler verpflichtet, so unter anderem Dijon Ramani, der als 18-Jähriger einst einen Profivertrag beim VfB Stuttgart erhielt, sich aber nicht durchsetzen konnte und zuletzt als 21-jähriger Flügelspieler für die zweite Mannschaft des VfB in der Südwest-Staffel überzeugte. Letzte Woche wurde der 24-jährige offensive Mittelfeldspieler Kevin Hofmann von Zweitligist Jahn Regensburg ausgeliehen. Im Sturm soll der 26-jährige Toni Vastic für die Tore sorgen, er blickt auf über 70 Bundesliga-Spiele in Österreich zurück.

Stärken/Schwächen: Nominell sieht der Kader der Aalener gut aus, das Team aber ist komplett neu in seiner Besetzung. Zudem tun sich Absteiger im ersten Jahr Regionalliga häufig schwer. Aalen setzt im 4-4-3 auf viel Ballbesitz. Der Kader ist mit 20 Spielern klein, soll teils mit U19-Spielern aufgefüllt werden. Dafür besitzt man mit Seitz einen erfahrenen Trainer, der die Liga kennt.

Umfeld/Trainer: Seitz gilt als ruhiger Typ, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt - das ist in der Regionalliga, in der Schwankungen vorkommen und Ruhe ein guter Ratgeber ist, von Vorteil. Weiterhin wird unter Profibedingungen, in der Regel zweimal am Tag, trainiert. Der Zuschauerschnitt betrug in der dritten Liga zuletzt rund 3600 Besucher pro Partie.

Prognose: Letztlich ist der VfR Aalen vor dieser Saison schwer einzuschätzen. Um den Aufstieg in die 3. Liga dürfte er nicht mitspielen, mit dem Abstieg könnte er nur dann etwas zu tun haben, wenn die Liga massiv unterschätzt wird. Davon ist nicht auszugehen.

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