14. November 2018, 11:55 Uhr

Rollstuhlbasketball

Pokal-Aus für RSV Lahn-Dill am grünen Tisch

Überraschendes Pokal-Aus für den RSV Lahn-Dill. Wegen eines Formfehlers ist dem Titelverteidiger der Sieg gegen die Lux Rollers aberkannt worden. Die Mittelhessen haben Einspruch eingelegt.
14. November 2018, 11:55 Uhr
Gelöste Stimmung bei einer Auszeit in Wörgl. In der ersten Pokalrunde setzt sich der RSV Lahn-Dill gegen die Lux Rollers mit 109:21 und gegen den RSC Tirol mit 111:28 durch. Doch wegen eines Formfehlers ist dem RSV der Sieg gegen die Luxemburger aberkannt worden. Damit ist der Titelverteidiger erstinstanzlich raus aus dem Pokal. (Diekmann)

Überraschendes Pokal-Aus für Titelverteidiger RSV Lahn-Dill: Die Spielleitung des DRS-Pokals hat am späten Montagabend eine Entscheidung auf Spielverlust gegen den Rollstuhlbasketball-Bundesligisten verhängt und die Partie der ersten Hauptrunde im DRS-Pokal mit 20:0 für den Zweitligisten Lux Rollers gewertet, auf dem Parkett hatte sich der RSV 119:29 durchgesetzt. Diese Nachricht überraschte den 14-fachen deutschen Pokalsieger am Montagabend, der nun die rechtliche Situation bewertet und bereits Revision gegen den erstinstanzlichen Bescheid eingelegt hat.

Den Bescheid begleitend ist eine Ansetzung der Begegnung Lux Rollers gegen den gastgebenden RSC Tirol, um den Viertelfinalisten, der Mitte Dezember auf die BG Baskets Hamburg II treffen soll, neu zu ermitteln. »Es ist richtig, dass wir einen Formfehler direkt vor Spielbeginn begangen haben, der uns aber weder einen Vorteil einbrachte, noch einbringen sollte. Auch dies ist von allen Seiten unbestritten«, zeigt sich RSV-Geschäftsführer Andreas Joneck ebenso transparent wie betroffen von dem Urteil.

 

Marian Kind auf dem Spielberichtsbogen

 

Im Detail geht es um Nachwuchsspieler Marian Kind, der im Pokal nur für eine Mannschaft einsatzberechtigt ist, entweder für seinen Stammverein RSV Lahn-Dill oder aber für die Lahn-Dill Skywheelers, bei denen eine Doppellizenz für U22-Spieler vorliegt. Soweit ist alles unstrittig, auch die Tatsache, dass der 21-Jährige, den keinerlei Schuld trifft, im ersten Duell am Samstag im österreichischen Wörgl für den ersatzgeschwächten Zweitligisten auflief. Damit war klar: Kind kann nicht auch für den RSV Lahn-Dill gegen Luxemburg antreten, was auch weder geplant war noch stattfand. Doch obwohl der U22-Nationalspieler die Partie von der Tribüne im Trikot der Lahn-Dill Skywheelers als Zuschauer verfolgte, gelangte sein Name auf den offiziellen Spielberichtsbogen des Verbandes, etwas, was der RSV beim Abzeichnen übersah. Mit dieser Unterschrift hat Kind rein sportrechtlich an dieser Pokalbegegnung teilgenommen, ohne das es in Wirklichkeit so war.

 

RSV gesteht Fehler ein

 

»Dieser Vorfall ist einmalig, uns in 20 Jahren auch noch nie vorgekommen, doch damit haben wir rein faktisch einen Formfehler begangenen«, sagt Joneck weiter: »Zu diesem Fehler stehen wir natürlich, das gehört dazu. Aber da wir weder einem anderen geschadet haben, noch vorsätzlich oder unwissend uns einen Vorteil verschafft haben oder wollten, ist dies natürlich extrem bitter.« Soweit ist die Sachlage unstrittig, nicht ganz jedoch die juristische Seite. »Um es klarzustellen: Wir machen weder der Spielleitung, den dort handelnden Personen, gar einem anderen Dritten hier einen Vorwurf. Aber die Rechtslage ist für uns nicht klar formuliert und daher gehen wir natürlich den vorgegebenen Rechtsweg, nicht, um unsere Interessen mit Biegen und Brechen durchzusetzen, sondern um Klarheit zu schaffen und ein sportlich fair ermitteltes Resultat nicht am grünen Tisch zu zerstören«, erklärt Joneck weiter.

Da durch diesen Entscheid der Spielleitung nicht nur die vier in Wörgl beteiligten Vereine betroffen sind, die Lahn-Dill Skywheelers sind formell dem RSC Frankfurt zugeordnet, sondern mit Viertelfinalgegner BG Baskets Hamburg II ein fünfter Klub betroffen ist, muss nun schnell eine endgültige Entscheidung her. Im Falle einer Bestätigung des Urteils durch die nächsthöhere Verbandsinstanz, müsste nämlich ein neues Spiel zwischen den Tirolern und Luxemburgern den Einzug ins Viertelfinale ermitteln. In diesem hätten die Hamburger dann jedoch kein Heimrecht mehr, da diese Partie aufgrund der unterschiedlichen Spielklasse nicht mehr gedreht werden würde, da es sich dann um ein reines Zweitligaduell handelt.

 

Moralische Unterstützung

 

Wie letztlich die Entscheidung der Juristen ausgehen wird ist zum jetzigen Zeitpunkt offen, auch wenn keiner der Beteiligten ein Interesse hat, ein eigentlich sportlich fair erzieltes Ergebnis zu revidieren. »Wir bekommen aktuell sehr viel moralische Unterstützung, das freut uns in einer solchen Situation natürlich extrem und macht Mut«, sagt Joneck.

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