04. Juni 2020, 20:16 Uhr

Schön war die Zeit

Am Ende jeder Saison werden Sportler von ihren Klubs verabschiedet. Nur nicht in dieser Spielzeit - die Corona-Pandemie hat in vielen Sportarten für ein abruptes Saisonende gesorgt. So auch für Handball-Bundesligist HSG Wetzlar - ein Quartett hat die Mittelhessen bereits verlassen.
04. Juni 2020, 20:16 Uhr
So schön fliegt Nils Torbrügge nicht mehr für die HSG Wetzlar. Der Kreisläufer wechselt nach Wilhelmshaven. FOTO: RAS

HSG Wetzlar


Es ist nach dieser Saison gar nicht so einfach, Spieler zu verabschieden, die das Bundesliga-Team der HSG Wetzlar verlassen. Der Handball ruht seit Mitte März und die Aktiven haben die Zeit genutzt, um zu ihren Familien zu fahren und die Umzüge früher als sonst üblich zu absolvieren. Mit Stefan Kneer, Emil Frend Öfors, Nils Torbrügge und Viggó Kristjánsson verlassen vier unterschiedliche Charaktere den Verein.

Viggó Kristjánsson

Erst im November 2019 war Viggó Kristjánsson als Ersatz für Joao Ferraz an die L ahn gewechselt. 16 Spiele hat der Linkshänder für die HSG absolviert. Ab 1. Juli steht der isländische Nationalspieler beim TVB Stuttgart unter Vertrag. In Mittelhessen hatte sich der 26-Jährige samt Frau und Sohn schnell eingelebt, was auch an der Begrüßung gelegen hat. »Der Umzug war optimal organisiert und an unserem ersten Tag in Wetzlar haben Maximilian Holst und seine Frau standesamtlich geheiratet«, sagt er auf der HSG-Homepage. »Da waren wir direkt auf der Feier eingeladen, konnten alle kennenlernen und hatten einen sehr schönen Abend. Wir sind also von Anfang an sehr herzlich willkommen geheißen worden.«

Auch sportlich lief es für Kristjánsson gut, der als zweiter Linkshänder im Rückraum Stefan Cavor entlasten sollte. »Ich glaube, wir haben uns gut ergänzt und ich bin froh, dass ich in machen Partien viele Spielanteile haben konnte.« Vor allem der Auswärtssieg beim THW Kiel bleibt ihm als sportliches Highlight in Erinnerung, aber auch das Spiel beim SC DHfK Leipzig war etwas Besonderes. »Das war nur wenige Wochen nach meinem Wechsel - und dann haben wir dort auch noch gewonnen. Ich habe sechs Tore geworfen und mein wahrscheinlich bestes Spiel für die HSG Wetzlar gemacht.« Ein bisschen Wehmut macht sich breit, weil er nun keine Spiele mehr für Wetzlar in der Rittal-Arena bestreiten kann. Der Isländer hätte gerne noch bis Mai dort gespielt und sich gebührend von den Fans verabschieden wollen. »Das ist natürlich schade, weil es einfach geil ist, in der Rittal-Arena zu spielen.«

Nils Torbrügge

Vor zwei Jahren kam Nils Torbrügge nach Wetzlar und trat auf der Kreisläuferposition die Nachfolge von Jannik Kohlbacher an. Der 27-Jährige entwickelte sich zu einem Leader, umso bitterer auch für ihn der Abschied, ohne noch einmal vor den Fans spielen zu dürfen. »Ich muss schon sagen, dass in den zwei Jahren durchweg positiv unterstützt wurde. Das kenne ich von anderen Vereinen auch anders«, so der Hobby-Angler. »Wir hatten ja auch sportliche Phasen, wo es durchwachsen lief. Am Ende waren die Ergebnisse aber meist in Ordnung und die Fans haben das auch toleriert. Über die Halle muss man nichts sagen. Da hat Wetzlar tatsächlich ein Premiumprodukt für einen Verein aus dem Mittelfeld der Handball-Bundesliga.«

Zu Torbrügges Highlights gehört der Sieg in Kiel. »Dort gewinnt man ja nicht oft mit sieben Toren Unterschied. Es waren aber definitiv auch die sportlichen Bilanzen und die Philosophie von Trainer Kai Wandschneider mitzubekommen, unter der wir ja doch sehr erfolgreich waren.« Den negativsten Punkt sieht er in dem Saisonende. »Ich kann es nachvollziehen, aber ich hätte gerne die letzten Spiele noch absolviert. Ich glaube, wir sind als Mannschaft gut zusammengewachsen in den letzten beiden Jahren und waren gut eingespielt. Vielleicht hätten wir im Pokal ein bisschen mehr reißen können, da hatten wir dann leider auch starke Gegner. Das ist zwar ein bisschen schade, aber ansonsten ziehe ich definitiv ein positives Fazit.« Der Umzug nach Wilhelmshaven, wo ihm einige seiner neuen Mitspieler vom WHV bereits über den Weg gelaufen sind, ist vollzogen. »Wir verbringen die Tage an der Nordsee, haben den Strand vor der Tür. Das ist dieses Jahr schon etwas entzerrter dank Corona. Sonst hat man den Umzug in die Sommerpause gestopft, neben Urlaub und Besuch bei der Familie.«

In Wilhelmshaven geht es nun in der 2. Liga um den Klassenerhalt, doch für Torbrügge zählt, dass der Sport und die Vereine die Krise überstehen. »Damit es überhaupt die Handball-Bundesliga weiter gibt.« Dem Raum Mittelhessen wird er verbunden bleiben, da seine Freundin ihren Job bei der Firma Leica behalten wird. FOTO: OV

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