18. Februar 2020, 12:00 Uhr

Jugendfußball IM ÜBERBLICK

Schretzlmaier an der Spitze

Der Kreisjugendfußballausschuss Gießen hat einen neuen »Chef«. Erwartungsgemäß wurde Klaus-Jürgen Schretzlmaier von den Delegierten gewählt, der die Nachfolge von Jürgen Jung antritt.
18. Februar 2020, 12:00 Uhr
Der neue Vorstand des Kreisjugendfußballausschusses Gießen (v. l.): Jürgen Jung, Peter Falk, Lisa Fett, Marcus Grabow, Jana Leib, Oliver Rieb, Klaus-Jürgen Schretzlmaier, Maximilian Lau, Jürgen Belloff, Sebastian Jung. FOTO: FROESE

Am vergangenen Freitag stand im Gasthaus »Zum Löwen« in Leihgestern turnusmäßig der Kreisjugendfußballtag auf dem Programm. Das hierbei wie in vielen Vereinen und Verbänden Wahlen auf der Tagesordnung standen, war zunächst nichts Ungewöhnliches. Diesmal lag aber eine gehörige Portion Wehmut in der Luft, denn nach knapp einem Vierteljahrhundert an der Spitze des Gremiums (16 Jahre als stellvertretender Kreisjugendfußballwart, acht Jahre als Kreisjugendfußballwart) übergab die »Ikone des Jugendfußballs im Sportkreis Gießen«, Jürgen Jung den Staffelstab an seinen bisherigen Stellvertreter Klaus-Jürgen Schretzlmaier (VfR Lich). »Ich trete in große Fußstapfen. Dies ist mir Ehre und Ansporn gleichermaßen«, sagte Schretzlmaier.

Wie es sich an solch einem Abend gehört, waren alle aus der großen Fußballfamilie gekommen, um dem Göbelnröder, der seine Arbeit für die Jugend selbst über die eigene Gesundheit gestellt hatte, einen würdigen Rahmen zu geben. »Die Jugendarbeit ist ein wichtiges Element der Vereinsarbeit. Die demografische Entwicklung erfordert ständig neue Ideen. Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist nicht mit Geld zu bezahlen. Der Verband ist stolz auf euch«, hob der Vorsitzende des Verbandsjugendausschusses, Carsten Well, hervor. Henry Mohr, der im Namen des Kreisfußballausschusses Gießen an das hohe Gut der »Fußballfamilie im Sportkreis Gießen« erinnerte, zeigte sich allerdings enttäuscht, dass nur 28 von 54 Vereinen den Weg nach Leihgestern gefunden hatten.

Für Mohr ist und bleibt »Fair Play« in der heutigen Zeit eines der wichtigsten Themen. Daher appellierte er an die Jugendleiter: »Bringt euren Jugendlichen einen guten Umgang mit Gegnern und Schiedsrichtern bei.« Der Regionalbeauftragte Alfred Blaschke (VfB Marburg) stimmte nachdenkliche Töne an, als er auf einen über 40-prozentigen Rückgang der am Spielbetrieb teilnehmenden A-Jugend-Mannschaften in den letzten vier Jahren aufmerksam machte. »Wir sind alle aufgerufen, gegen diese Tendenz zu arbeiten«, mahnte der Marburger. Peter Wiederhold (Kreisjugendfußballwart Alsfeld) bedankte sich bei Jürgen Jung für die von ihm geleistete Pionierarbeit im kreisübergreifenden Jugendspielbetrieb, während sich Kreisschiedsrichterwart Andreas Reuter bei den Vereinen für die gute Annahme des Tandemmodells, bei dem ein erfahrener Referee zusammen mit einem Schiedsrichter-Neuling eine Partie leitet, bedankte.

Als erste Amtshandlung nach seiner Wahl zum neuen Kreisjugendfußballwart stellte Klaus-Jürgen Schretzlmaier den Antrag, Jürgen Jung nach den im Saale anwesenden Horst Hilgardt und Achim Frey als dritten Ehrenvorsitzenden des Kreisjugendfußballausschusses zu ernennen. Diesem Antrag wurde von der Versammlung einstimmig zugestimmt. Für Jung schließt sich mit der Klassenleitung der A-Junioren (»Ich bin nicht der Typ dafür, mich völlig zurückzuziehen und nichts zu tun«) ein Kreis, denn mit diesem Amt hatte die Tätigkeit des Göbelnröders 1995 ihren Anfang genommen. Das Jung nun zusammen mit seinem mittlerweile 85-jährigen »Entdecker« Horst Hilgardt in den erlauchten Kreis der Ehrenvorsitzenden aufgenommen wurde, rührte ihn sichtlich. Und so konnte sein an die berühmte Trapattoni-Rede angelehntes Schlusswort »Ich habe fertig« zwar auf seine Tätigkeit als Kreisjugendfußballwart, nicht aber auf seine Arbeit für die Jugend gemünzt werden.

Das Feld an der Spitze des Gremiums hat Jung auf alle Fälle gut bestellt. »Klaus-Jürgen hat viele Erfahrungen im Guten wie im Schlechten sammeln können. Er kann auf ein gut funktionierendes Gremium bauen, so dass ich mir über die Arbeit im Kreisjugendfußballausschuss keine Sorgen mache«, so Jung.

Die Versammlung brachte zwei Anträge zum Thema Aufwandsentschädigungen für E- und D-Junioren und Verlängerung der Freigabefristen bei Nichtzahlung der Aufwandsentschädigungen auf den Weg. »Es ist positiv, dass die Basis dieses Problem anstößt. Allerdings sind uns im Verband bei dieser Frage die Hände gebunden, denn die Änderung kann nur in der DFB-Jugendordnung erfolgen«, mahnte Carsten Well einen langen Atem bis zum Eintritt einer Änderung in dieser Frage an.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde den Vereinen TSV Rödgen, FSV Fernwald und VfR Lich ein Ballpräsent für die Bereitschaft, die Sportheime der Vereine für Versammlungen und Besprechungen zur Verfügung zu stellen, überreicht. Schließlich hielt Jürgen Jung für die Teilnehmer der A- und B-Junioren-Pokalendspiele eine kleine Überraschung bereit und überreichte Marcus Grabow (JSG Buseck/Rödgen) und Matthias Richter (JFV Mittelhessen Fernwald) einen Satz Badetücher in Mannschaftsstärke.

Kreisjugendfußballwart: Klaus-Jürgen Schretzlmaier VfR Lich)

Stellvertretender Kreisjugendfußballwart und Klassenleiter C-Junioren: Oliver Rieb (TSV Lang-Göns).

Klassenleiter A-Junioren und Pokalrunde: Jürgen Jung (SV Göbelnrod)

Klassenleiter B-Junioren: Peter Falk (TSV Lang-Göns)

Klassenleiterin D-Junioren: Lisa Fett (TSV Rödgen)

Klassenleiter E-Junioren: Jürgen Belloff (VfR Lich)

Klassenleiter G- und F-Junioren: Sebastian Jung (SV Harbach)

Referent für Schulfußball: Marcus Grabow (TSG Alten-Buseck).

Mädchenreferentin: Jana Leib (FC Grüningen)

Jugendsprecher: Maximilian Lau (FC Grüningen)

Das Amt des Jugendbildungsbeauftragten, das Stefan Mandler innehatte, ist unbesetzt.

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