21. September 2019, 12:10 Uhr

Basketball

Sehnsucht nach Playoffs

Neuer Namenssponsor gleich mehr Geld gleich mehr Erfolg? Ganz so leicht wird die Gleichung für die JobStairs Gießen 46ers nicht.
21. September 2019, 12:10 Uhr
Gießen 46ers (hinten, v. l.): Jordan Barnett, Tim Uhlemann, John Bryant, Luke Petrasek, Duke Shelton (nicht mehr im Team), Alen Pjanic; vorne (v. l.): Dr. Wolfgang Leutheuser, Dr. Petra Michel-Leutheuser, Athletik-Trainer Lukas Lai, Cheftrainer Ingo Freyer, Brandon Thomas, Bjarne Kraushaar, Tim Köpple, Alexander Abreu, Teyvon Myers, Leon Okpara, Assistenz-Trainer Steven Wriedt, Dr. Ulrich Faber, Physiotherapeut Nico Brendel, Teammanager Sören Beck. Es fehlt Kendall Lamar Gray. (Foto: Chris Kettner Fotodesign)

Gießen 46ers


Die Sehnsucht nach den Playoffs in der BBL ist groß: Einzig der MBC, der zuletzt 2001 im Viertelfinale stand, hat eine längere Durststrecke als die Gießener, die 2005 ins Halbfinale einzogen, vorzuweisen. Ob es nach 15 Jahren mal wieder klappen kann? Wir schauen uns die 46ers genauer an.

Das Drumherum: Es dürfte - allem, was sich auf dem Spielermarkt abgespielt hat, zum Trotz - die beste Verpflichtung des Sommers gewesen sein, als Heiko Schelberg bei der Saisoneröffnung JobStairs als neuen Namenssponsor vorstellen konnte, nachdem er bereits am Vortag die DVAG als neuen Premiumpartner präsentierte. In der neuen Spielzeit wird sich das aber noch nicht groß im Team niederschlagen: »Für dieses Jahr war es ein bisschen zu spät«, wusste Trainer Ingo Freyer bereits bei der Teampräsentation - stattdessen stärken die 46ers weiter die Strukturen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Standorts auch in den kommenden Jahren sicherzustellen, ist eine der Hauptaufgaben des Managements, und mit dem neuen Sponsor auf der Brust können nun wieder mehr Energien auf das nächste große Thema gelenkt werden: Mittelfristig ist eine neue Halle unumgänglich, wenn man in Gießen Spitzensport zeigen will. Auch, um neue Zuschauer anzusprechen und damit der Fanszene wieder etwas mehr Leben einzuhauchen.

Das Team: Mit Superstar John Bryant, Brandon Thomas und den Youngstern Bjarne Kraushaar und Alen Pjanic wurden vier Spieler gehalten, die in der vergangenen Saison mehr als zwölf Minuten pro Spiel auf dem Parkett standen. Während die Abgänge von Benjamin Lischka (Bonn) und Mahir Agva (Darüssafaka Istanbul, TUR) schmerzten, der Verlust von Max Landis (FC Porto, POR) ärgerlich war, konnte man mit den Abgängen von David Bell (Brüssel, BEL), Larry Gordon (Eliat, ISR) Jared Jordan (Sibiu, ROM) und Siyani Chambers (Den Bosch, NED) gut leben. Die Königsposition auf der Eins wurde Alexander Abreu anvertraut, den Freyer in Puerto Rico fand. In der Vorbereitung zeigte sich der 1,80 Meter große Abreu wechselhaft, was mehr Minuten für Kraushaar bedeuten dürfte. Hinter Thomas ist mit Myers (Östersund, SWE) ein guter Mann verpflichtet worden, der dem Routinier immer wieder Pausen verschaffen kann. Forward Jordan Barnett (Fort Wayne, G-League) wusste in der Vorbereitung ebenfalls meist zu überzeugen, ähnelt ein wenig einem jüngeren Gordon und wird auch im Rebound gebraucht werden. Hinter ihm muss Pjanic seine starken Leistungen der letzten Rückrunde bestätigen. Luke Petrasek (Greensboro, G-League) und Kendall Gray (Luanda, ANG) sollen neben Kapitän Bryant die lange Garde bilden: Während Petrasek mit viel Beweglichkeit und Range bis hinter die Dreierlinie agiert, soll Gray am Brett wirken und Bryant die nötigen Pausen verschaffen. Leon Okpara, Tim Uhlemann und Tim Köpple füllen den Kader auf, erhalten aber den Großteil ihrer Spielzeit in der ProB.

Der »Player to watch«: Macht die Startbahn frei, Teyvon Myers hebt ab! Der Guard etablierte sich in den Tests als zuverlässiger Lieferant von Highlights und Punkten: 16,5 Zähler markierte der aus Schweden gekommene US-Amerikaner im Schnitt in den sechs Testspielen, war damit zweitbester Scorer hinter Brandon Thomas (21,7 Punkte pro Spiel). Dennoch wird der 25-Jährige, der sowohl mit Sprungkraft als auch mit einem starken Wurf besticht, aller Voraussicht nach die zweite Reihe der 46ers anführen: Setzt Freyer auf die erste Fünf von Bryant, Petrasek, Barnett, Thomas und Abreu, bleibt Myers nur die Rolle als sechster Mann. Auf seine Minuten wird der Spieler aus Brooklyn dennoch kommen: Myers kann sowohl auf dem Flügel als auch als Pointguard spielen.

Die Prognose: Die 46ers halten souverän die Klasse - doch um die minimale Chance auf die Playoffs zu nutzen, muss alles perfekt zusammenpassen. Deutlich wahrscheinlicher ist ein Platz im gesicherten Mittelfeld der Tabelle.

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