23. November 2019, 12:00 Uhr

Handball / HSG Wetzlar

Spiel auf Augenhöhe gegen Minden?

Heimrecht für den Tabellenelften, zu Gast ist der Rang-14. Eine klare Sache in der Bundesliga zwischen der HSG Wetzlar und TSV GWD Minden? Nein, wie die Vergangenheit zeigt.
23. November 2019, 12:00 Uhr
Dank an die Fans. Auf die Anhänger setzen die Spieler der HSG Wetzlar um Anton Lindskog (l.) und Olle Forsell Schefvert (r.) auch im heutigen Heimspiel gegen Minden. Foto: Vogler

HSG Wetzlar


Zwei Wochen hatte die HSG Wetzlar Zeit, sich auf die nächste Aufgabe in der Handball-Bundesliga vorzubereiten. Im achten Heimspiel der Saison ist am heutigen Samstagabend der TSV GWD Minden zu Gast. Der Anwurf erfolgt um 20:45 Uhr in der Rittal-Arena, es sind noch Karten für das Spiel an der Abendkasse erhältlich. Die Diskrepanz im Verhältnis Heim- zu Auswärtsspielen, von denen die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider erst vier absolviert hat, kommt durch die Verlegung der Spiele in Erlangen und Berlin zustande, die im November und Dezember nachgeholt werden. Dadurch stehen die Grün-Weißen bis zum Ende des Jahres vermehrt auf der Platte und entsprechend unter Druck.

Kam die zweiwöchige Pause zur rechten Zeit für die Wetzlarer? Das letzte Spiel bestritt die HSG am 10. November gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Gegen den Tabellenführer ergatterte man sensationell einen Punkt. Dieser eine Punkt nach hohem Rückstand war vor der Pause gut für den Kopf der Spieler, die bewiesen haben, dass sie auch so eine Partie noch drehen können. Bis auf das erste Spiel gegen den TBV Lemgo gaben die Wetzlarer in der heimischen Halle eine gute Figur ab und bauen auch am Samstag auf den Heimvorteil. Gegen die Mindener wartet ein Duell auf Augenhöhe, in dem Hartnäckigkeit, Kampfkraft und Durchhaltevermögen gefragt sein wird. Vor dem Hammer-Programm der nächsten Wochen können diese beiden Wochen Spielpause Gold wert sein.

Was zeichnet Minden aus? Coach Frank Carstens stellt seine Mannschaft, die über eine hohe Qualität verfügt, immer gut auf den Gegner ein. Der Rückraum ist mit Christoffer Rambo rechts und Marian Michalczik auf der linken Seite exzellent besetzt, in der Mitte zieht Aliaksandr Padshyvalau die Fäden. GWD spielt eine variable 6:0-Abwehr, die offensiv wie defensiv ins Extreme wechseln kann. »Sie gehen auch mal in die 5:1-Abwehr, spielen unterschiedliche Gegenstoßkonzepte und auch mal mit zwei Kreisläufern aus der ersten und zweiten Welle«, erklärte Wandschneider. »Da muss man den Ball gut laufen lassen. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu oft unterbrochen werden und es ist eine große Passsicherheit vonnöten.« Minden gibt niemals auf, kämpft sich auch bei Rückständen zurück ins Spiel.

Welche Vorzüge hat Neuzugang Viggó Kristjansson? Kristjansson hinterließ bisher im HSG-Training einen sehr guten Eindruck, spricht gut deutsch und hat in Leipzig bereits zwölf Bundesligaspiele bestritten - er ist also im Rhythmus. Seine Stärken liegen im Spiel Eins-gegen-Eins, er hat ein sehr gutes Auge für den Kreis und lässt den Ball schnell laufen. Aus der Abwehr heraus ist Tempoaufbau mit ihm möglich, da er sehr sicher in seinen Entscheidungen ist. Der Isländer ist eine gute Alternative zu Stefan Cavor, der nach den letzten Spielen spürbar müde war. »Viggó wird uns am Samstag schon helfen können und Caki entlasten«, erklärte Wandschneider. Kristjansson ist ein anderer Spielertyp als Cavor, kein typischer Shooter. Daher gilt es in den Trainingseinheiten auszutesten, wie man seine Fähigkeiten am besten nutzen kann.

Die Personallage: Bei den Wetzlarern steht ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Alexander Feld. Der Mittelmann war seit letzten Samstag mit einer Magen-Darm-Grippe außer Gefecht, ist erst am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen und dementsprechend noch geschwächt. Bei Kreisläufer Anton Lindskog ist die Situation eine völlig andere. Er wartet auf die Geburt seines ersten Kindes, das jeden Tag auf die Welt kommen kann. »Er lässt sich nichts anmerken«, so Wandschneider, dem aber klar ist, dass diese Situation in Lindskog arbeitet und Spuren hinterlässt. Minden muss auf Miljan Pusica (Innenmeniskuseinriss), Joscha Ritterbach (Sprunggelenksverletzung) und Juri Knorr (Daumenbruch) verzichten.

Die Einschätzung der Trainer: »Die Mindener machen jedem Gegner das Leben schwer, sie haben in Magdeburg und gegen Melsungen zuletzt nur jeweils mit zwei Toren verloren«, warnt Wandschneider. »Wetzlar ist schon seit Jahren eine abwehrstarke Mannschaft«, sagte sein gegenüber Carstens. »Das haben sie ihrem Trainer zu verdanken, der ein echter Taktik-Fuchs ist. Das wird wieder eine anspruchsvolle Aufgabe in Wetzlar, ein Duell auf Augenhöhe, in dem wir uns ganz klar etwas ausrechnen. Die bisherigen Duelle waren immer sehr interessante und intensive Spiele, in denen Kleinigkeiten eine Rolle gespielt haben. Deutliche Ergebnisse gab es da eher selten.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Frank Carstens
  • GWD Minden
  • HSG D/M Wetzlar
  • HSG Wetzlar
  • Handball
  • Handball-Bundesliga
  • Kai Wandschneider
  • Magen-Darm-Infektion
  • Rittal-Arena Wetzlar
  • TBV Lemgo
  • Daniela Pieth
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 31 - 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.