02. Juni 2019, 10:00 Uhr

Stammzellenspende

Sport als Nebensache

Wieviel Kraft kann es freisetzen, einem Menschen das Leben gerettet zu haben? Wie wirkt sich eine Stammzellenspende auf die sportliche Leistung aus? Niklas Harsy könnte es bald wissen.
02. Juni 2019, 10:00 Uhr
Mittelstreckenläufer Niklas Harsy hat sich zu einer Stammzellenspende entschlossen. Über mögliche sportliche Folgen denkt er erstmal nicht nach. (Foto: privat)

Der in Wieseck aufgewachsene Niklas Harsy, der schon in der Jugend über 800 Meter auch auf nationaler Ebene erfolgreich war und international eingesetzt wurde, zählt nun in der U23 zur erweiterten Leichtathletik-Spitze Deutschlands. Dies hinderte den mittlerweile in Wetzlar wohnenden Harsy nicht daran, sich im Rahmen einer öffentlichen Spendenaktion bei einem Fußballspiel im September 2018 typisieren zu lassen.

Es war eine große Überraschung für den in Bad Homburg arbeitenden Industriekaufmann, als er im Februar diesen Jahres Nachricht bekam, zu einer Spendervorauswahl zu gehören. Die Bestätigung als Spender ausgewählt zu sein, kam dann im April. Vor wenigen Tagen unterzog sich der 21-Jährige vom LAZ Gießen nun in Nordrhein-Westfalen einem Eingriff, bei dem Stammzellen aus dem peripheren Blut entnommen wurden. Dies ist eine heute vorwiegend angewandte Methode, bei der die zur Transplantation benötigten Stammzellen aus dem Venenblut des Spenders gewonnen werden. Über den Empfänger erfuhr Harsy nur das Herkunftsland und dessen Geschlecht.

Welche konkreten Auswirkungen die Spende bei einem Hochleistungssportler hat, ist nicht bekannt. Harsy sagt dazu: »Aufgrund der Spritzen im Vorfeld mit dem Wirkstoff zur Erhöhung der Stammzellen im Blut hat es einige Nebenwirkungen gegeben. Daher weiß ich nicht, wie mein Körper auf die sportliche Belastung in den nächsten Tagen reagieren wird. Ich bin allerdings positiver Dinge, da es lediglich sieben Tage ohne Training sind. Allerdings verpasse ich dadurch wichtige und gute Wettkämpfe. Daher wird mein nächster Wettkampf erst die U23-DM in Wetzlar sein. Jedenfalls werde ich mit neuer mentaler Kraft an den Sport heran gehen, sodass sich der Formverlust der letzten Tage hoffentlich nicht bemerkbar macht. Ich habe mir bei der Typisierung keine Gedanken gemacht, was es für mich bedeuten kann. Aber einen Menschen gesundheitlich wirkungsvoll zu unterstützen, ihm vielleicht sogar das Leben zu retten, ist eine besondere Ehre für mich gewesen.« Die Wertschätzung von Gesundheit sowie das Gefühl vermutlich jemanden gerettet zu haben, seien eine innere Motivation, die ihn in Zukunft noch mehr antreiben werden, betonte der LAZ-Läufer. »Egal, was kommen wird - die Spende ist mein größter Erfolg«.

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