14. Juli 2020, 08:15 Uhr

Volleyball

Vier Szenarien im Angebot für die neue Saison

Über den Saisonstart 2020/21 ist noch nicht entschieden. Der Volleyball-Verband spielt aktuell vier mögliche Szenarien für die Damen und Herren in den Amateurligen durch.
14. Juli 2020, 08:15 Uhr
Für den USC Gießen und alle anderen heimischen Volleyballteams steht der Saisonstart 2020/21 in den Sternen. FOTO: FRIEDRICH

Die Volleyballvereine in ganz Deutschland fiebern darauf, dass nach der Corona-Krise endlich wieder trainings- und wettkampfbedingtes Spielen möglich ist. Derzeit sind die Vereine ganz besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Training ist - wenn überhaupt - nur unter Beachtung behördlicher Auflagen möglich. Ein schwacher Trost für Volleyballer, die es gewohnt sind, sechs gegen sechs zu spielen. Zudem stellen sich folgende Fragen: Wann startet die neue Saison? Gibt es eine Verschiebung? Wann müssen die Mannschaften für die Verbandsrunde gemeldet werden?

Thomas Petigk (Rüsselsheim), Präsident des Hessischen Volleyballverbandes (HVV), gibt zu: »Die ehrliche und einzig richtige Antwort lautet, dass wir das zum aktuellen Zeitpunkt nicht genau sagen können. Das liegt nicht in unserer Entscheidungsgewalt. Die Situation mit Corona ist weiterhin labil. Deshalb gilt, dass wir weiterhin vorsichtig agieren, ›auf Sicht fahren‹ und entsprechend der Rahmenbedingungen entscheiden werden. Trotzdem müssen wir alle - nicht nur als Verband - planen. Aktuell werden für den Hallenbereich unterschiedliche Szenarien durchgespielt.« Die wahrscheinlichsten Varianten wären - A: ganz normaler Saisonstart. - B: Saisonstart nach den Herbstferien. - C: Saisonstart im Januar, es wird nur eine halbe Saison gespielt. - D: Spielverkehr in Turnierform.

Was in den einzelnen Fällen die konkreten Konsequenzen sind, muss sich der Landesspielwart Timo Geppert (Freigericht) mit seiner Kommission im Detail anschauen. Es kann auch passieren, dass Spiele unter der Woche ausgetragen werden müssen. »Das Ziel ist auf jeden Fall, dass wir möglichst bald wieder unserem Sport nachgehen können«, sagt Petigk.

Der HVV hat die Online-Mannschaftmeldung gestartet sowie den Rahmenspielplan veröffentlicht. »Aktuell plant der HVV mit dem normalen Saisonstart Mitte September. Hierfür treffen wir alle Vorbereitungen und hoffen, dass es sich dann auf Grund der Rahmenbedingungen auch tatsächlich so umsetzen lässt. Sobald wir absehen können, dass eines der Alternativszenarien angegangen werden muss, passen wir die Pläne an«, fügt Petigk hinzu.

Ein Problem könnte es auch mit den vorgeschriebenen Aus- und Fortbildungen für Schiedsrichter und Trainer geben. »Aktuell sind Präsenzveranstaltungen in unseren Augen nicht möglich. Hier müssen wir Lösungen finden. Parallel arbeiten wir mit Hochdruck an Online-Fortbildungen«, sagt Petigk.

Der Bundesspielausschuss hat bereits einige Regularien gelockert. So dürfen in der Regionalliga förderungswürdige Nachwuchsspieler ab dem ersten Spiel in der höheren Spielklasse eingesetzt werden. Zuvor war das erst ab dem dritten Spieltag erlaubt. Zudem will man Ordnungsstrafen und die Nichteinhaltung von Fristen etwas lockerer handhaben, da keine Sitzungen, Feiern oder Ähnliches aktuell möglich sind.

TV Waldgirmes: Die erste Damen- und Herrenmannschaft des TV Waldgirmes absolviert bereits seit mehreren Wochen wieder vollumfängliches Training in der Halle. Während der Sommerferien werden die Spielerinnen und Spieler aus der Lahnaue von der Sporthalle der Lahntalschule in Atzbach in die Halle in Waldgirmes ausweichen müssen. »Die Hallenzeiten sind so gelegt, dass nur die beiden ersten Teams trainieren, dadurch gibt es viel Platz und ein tolles Training aktuell«, beschreibt TVW-Manager Friedhelm Rücker die Situation. Die Beschränkung von maximal 10 Spielern pro Feld stellt bei zwei zur Verfügung stehenden Feldern kein Problem dar. Dadurch spüren die Lahnstädter aktuell kaum Auswirkungen durch die Corona-Krise. »Das ist tatsächlich eine relativ gute Situation für die ersten beiden Mannschaften - einer guten Vorbereitung steht nichts im Wege«, freut sich Rücker auf die kommende Spielzeit.

Die Waldgirmeser Teams sollen dabei größtenteils zusammen bleiben, viele Zu- oder Abgänge sind nicht geplant. Veränderungen wird es für beide Mannschaften jedoch auf der Trainerposition geben. Bei den Damen bekommt Coach Peter Schlecht vermutlich einen neuen Co-Trainer zur Seite gestellt. Das Herrenteam um Libero Tobias Rücker wird in der nächsten Saison von einem neuen Trainer betreut werden, da der bisherige Coach Thomas Autzen aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzer treten muss. Seine Rolle und deren Umfang für die anstehende Spielrunde ist noch nicht final geklärt. »Wir sind in Gesprächen mit Kandidaten, noch gibt es aber nichts zu verkünden«, hält sich Rücker in der Trainerfrage bedeckt.

Gießener SV: Für den Gießener SV sind weiterhin Einschränkungen durch die Corona-Krise zu spüren. Seit einigen Wochen erlaubt die Stadt Gießen zwar wieder das Training in der Halle, jedoch gilt auch hier die Beschränkung von maximal 10 Akteuren pro Feld. »Wir mussten als Verein ein Konzept erarbeiten und von der Stadt absegnen lassen«, erklärt der Coach der GSV-Damen I, Claus Schüring. Es musste bzw. müsse auf das Einhalten der mittlerweile gelockerten Abstandsregeln, das Desinfizieren der Bälle, die Trennung verschiedener Trainingsgruppen und das Duschen zuhause geachtet werden. Während der Sommerferien stehen dem GSV zudem nur die Hälfte der Trainingszeiten zur Verfügung. Die Gießenerinnen, die vor Öffnung der Hallen im Freien im konditionellen Bereich und auf dem Beachfeld gearbeitet haben, müssen in der kommenden Spielzeit auf Sonja Debus, Loreen Königer, Christina Schmidt, Vanessa Weigel und eventuell auch Annika Grubbe verzichten.

»Wir wollen nächste Saison zwar generell mit einem kleineren Kader an den Start gehen, dennoch benötigen wir auf jeden Fall zwei bis drei neue Spielerinnen«, blickt Schüring voraus und betont dabei insbesondere die Notwendigkeit, sich mit einer Zuspielerin und einer Außenangreiferin zu verstärken. Die bis dato verletzungsfreien Gießenerinnen spüren durch die Krise große Unsicherheiten bezüglich der kommenden Saison. Schüring: »Das ist wie in vielen anderen Lebensbereichen auch. Es erschwert eine zielgerichtete Saisonvorbereitung. Der Ausfall von Vorbereitungsturnieren erfordert zudem viele anderen Ideen zur Vorbereitung der Mannschaft.«

USC Gießen: Beim USC Gießen stellt sich die Situation ähnlich dar. Die von der Stadt Gießen zugewiesenen Hallenzeiten wurden auf alle Mannschaften aufgeteilt, sodass aktuell jede Mannschaft etwa einmal pro Woche trainieren kann. »Da ist man natürlich noch weit weg von einem normalen Trainingsbetrieb, insbesondere durch die Begrenzung auf 10 Personen pro Feld«, führt der Coach der USC-Herren, Stefan Eder, aus und merkt an, dass so »keine echte Wettkampfvorbereitung möglich« sei. Während der Vormonate haben sich manche Akteure des USC auch auf dem Beachfeld fit gehalten. Auch Eder bedauert die abgesagten Vorbereitungsturniere, hat die Hoffnung auf ein spontanes Blitzturnier nach den Sommerferien - bei entsprechend positiver Entwicklung der Krise - aber noch nicht aufgegeben. Neben der erschwerten Saisonvorbereitung klagt Eder auch über das »eingeschlafene Vereinsleben«, da keine Sitzungen, Feiern oder Ähnliches möglich sind.

Verletze Spieler haben die USC-Herren bis dato nicht zu beklagen, müssen aber in der kommenden Saison auf Lukas Stein und Louis Vogel verzichten, die aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen werden. »Wir sind in Gesprächen mit ein paar Spielern, suchen aber auch interne Lösungen«, gewährt Eder einen Einblick in die Versuche, die Abgänge zu kompensieren.

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