Lokalsport

Wetterauer Nico Kurz in aller Munde

Fast hätte der 22-jährige Nidderauer dabei ein seltenes Kunststück fertiggebracht. Nun steht er in der zweiten Runde - und mittlerweile ist ihm, dem Amateur, alles zuzutrauen.
19. Dezember 2019, 22:21 Uhr
Redaktion
Nico Kurz in Aktion.	FOTO: DPA
Nico Kurz in Aktion. FOTO: DPA

Fast hätte der 22-jährige Nidderauer dabei ein seltenes Kunststück fertiggebracht. Nun steht er in der zweiten Runde - und mittlerweile ist ihm, dem Amateur, alles zuzutrauen.

Mit einem leichten Grinsen fasste sich Nico Kurz an den Hinterkopf. Was wäre das für eine Geschichte gewesen? Wäre dieser eine Dart in der Doppel-12 gelandet, hätte der Nidderauer die Schlagzeilen rund um die Darts-Weltmeisterschaft in London dominiert. Doch dieser eine Dart, der neunte nach zuvor acht perfekten Würfen im ersten Leg des dritten Satzes, landete in der einfachen Zwölf. Und so lautete die Schlagzeile am Mittwochabend nüchtern betrachtet: Nico Kurz aus Nidderau zieht nach einem 3:1-Sieg über den 47-jährigen Engländer James Wilson bei seinem WM-Debüt in die zweite Runde ein.

»Das war phantastisch. Die Fans waren unbeschreiblich. Ich habe mein erstes WM-Spiel genossen. Einfach geil«, sagte Kurz beim TV-Sender Sport1. »Ich war vor dem letzten Wurf relativ locker. Natürlich hätte ich ihn gerne reingeworfen«, sagte Kurz mit einem Lächeln. Immerhin hätte ihm die historische Doppel-12 ad hoc 20 000 Pfund Preisgeld gebracht. Zusätzlich zu den nun 15 000 Pfund für den Einzug in die Runde der letzten 64. Am Mittwoch bestätigte der Wetterauer immerhin sein Talent bei seinem Erstrundensieg über den deutlich erfahreneren Wilson. Total fokussiert und abgebrüht überrollte der Debütant die Nummer 36 der Weltrangliste. Selbst als es mit dem Neun-Darter nicht klappte, im Anschluss Wilson plötzlich Sicherheit in seinem Spiel fand und den dritten Satz zum 1:2-Anschluss gewann, ließ sich Kurz nicht aus dem Konzept bringen - eine Qualität, die im Darts nicht unwichtig ist, wenn man bei großen Turnieren weit kommen will. Vor allem vor den verrückten Fans im Alexandra Palace.

Obwohl sein Gegner im vierten Satz den Vorteil der ersten Aufnahme hatte, nahm Kurz dem Engländer zwei Mal das Leg ab und brachte seinen Anwurf durch. Vor allem bei den abschließenden Würfen auf die Doppelfelder zeigte Kurz kaum Nerven. Starke 47 Prozent (10 von 21) seiner Würfe auf den acht Millimeter schmalen äußeren Ring der Dartscheibe landeten im Ziel, bei Wilson waren es nur vier - bei 23 Versuchen.

Gegen den an Position 15 gesetzten Joe Cullen (England) braucht Kurz, der ganz nebenbei noch beim Wetterauer Fußball-B-Ligisten FC Karben II in der Mannschaftsliste steht, nun in der zweiten Runde am heutigen Abend (21 Uhr/live auf Sport1 und DAZN) eine ähnliche Leistung. Spätestens seit Mittwochabend weiß die Darts-Welt aber: dem 22-jährigen Darts-Amateur aus Nidderau ist alles zuzutrauen.

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