15. September 2019, 21:32 Uhr

Handball

Wetzlarer Matchplan geht auf

Torhüter Tibor Ivanisevic hat mit vier Glanztaten in den letzten fünf Minuten vor der Pause den Grundstein zum Bundesliga-Heimsieg der HSG Wetzlar über Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen gelegt.
15. September 2019, 21:32 Uhr
Grandios: Vier Paraden von Torhüter Tibor Ivanisevic in Folge verhalfen der HSG Wetzlar schon vor der Halbzeit zum spielentscheidenden Vorsprung. (Foto: Friedrich)

HSG Wetzlar


Eine halbe Stunde vor Spielbeginn war Trainer Kai Wandschneider mutterseelenallein am Spielereingang der Rittal-Arena die bevorstehenden 60 Minuten gegen die HSG Nordhorn-Lingen im Geiste noch einmal durchgegangen. Fokussiert und konzentriert. Drei Minuten nach dem Abpfiff und dem sicheren 34:27 (18:10)-Erfolg konnte er an gleicher Stelle zusammen mit seinem Co-Trainer Jasmin Camdzic die Zigarette danach in vollen Zügen genießen. Der Matchplan war aufgegangen.

Da war zuvorderst die Teamarbeit im 6:0-Abwehrverbund. Die Beine schnell und beweglich, die gegenseitige Aushilfe tadellos. Fanden die Gäste aus der Grafschaft Bentheim zunächst noch die eine oder andere Lücke durch ihren wurfstarken Halblinken Georg Pöhle, der entgegen anderslauternder Meldungen nicht mit der HSG Wetzlar in Kontakt steht, oder den vom SC Magdeburg gekommenen Rechtsaußen Robert Weber, so war spätestens nach dem 10:6 von Maximilan Holst nach einem Pfosten-Abpraller (17.) und der Einwechslung von Torhüter Tibor Ivanisevic für Till Klimpke beim Stande von 15:9 (24.) der Laden für den Aufsteiger dicht.

Ivanisevic mit einem parierten Siebenmeter gegen Weber (25.), zwei gehaltenen Freien gegen erneut Weber (26.) und Pavel Mickal (30.) sowie zuvor gegen Anton Prakapenia (27.) ebnete den Grün-Weißen den Weg zur hohen 18:10-Pausenführung.

Neben dem auch nach dem Wechsel starken Keeper und der 6:0-Abwehr davor, ob mit Stefan Kneer und Nils Torbrügge oder Anton Lindskog und Olle Forsell-Schefvert, stachen an diesem Spätsommer-Sonntag vor allerdings nur 3412 Zuschauern auf den Halbpositionen Stefan Cavor und Lenny Rubin hervor. Die Distanzschützen trafen entweder aus neun Metern oder durchsetzungsstark über Eins-gegen-eins-Aktion. 13 Treffer hatte das Duo abschließend auf seinem Konto. Und hätten sich der Montenegriner und der Schweizer Mitte der zweiten Halbzeit nicht fahrlässigerweise den einen oder anderen Wurf zuviel genommen, wäre der Abstand zur HSG Nordhorn-Lingen bis zur 45. Minute sicher noch größer geworden als beim 28:21 (Cavor). Trainer Kai Wandschneider musste deshalb auch in der 45. und 50. Minute gleich zweimal hintereinander zur Auszeit bitten, um wieder mehr Ordnung und Disziplin einzufordern.

Die kam dann auch in Person von Neuverpflichtung Alexander Feld auf das Parkett, der zusammen mit Filip Mirkulovski den kurzzeitigen Aufschwung der Mannschaft von Trainer Geir Svensson mit dem eigenen 30:23 (50.) bremste und die Wetzlarer wieder sicher auf die Ziellinie einbiegen ließ. Als Tibor Ivanisevic auch noch den wuchtigen, nur selten zu haltenden und fünfmal erfolgreichen Kreisläufer Dominik Kalafut mit seiner letzten Parade ausstach (55.), war die Messe endgültig gelesen.

Wetzlars Trainer Kai Wandschneider war voll des Lobes über den Auftritt seiner Spieler: »Wir haben immer wieder sehr gute spielerische Lösungen gefunden, sowohl gegen die 6:0-Deckung oder - bei Auslösehandlungen von uns - eine 4:2- oder gar 3:3-Deckung. Das haben wir auch gegen die 5:1-Deckung hervorragend gemacht. Wir haben den Druck aufrecht erhalten und konzentriert weitergespielt. Besonderes Kompliment an Nils Torbrügge, der sich überragend bewegt hat.«

Die taktische Qualität der HSG Wetzlar war tatsächlich herausragend. Die Einläufer von Kristian Björnsen und Maximilian Holst stachen, die 4:2-Formation von Philipp Vorlicek gegen Lenny Rubin sowie Lutz Heiny gegen Stefan Cavor wurde immer wieder Schachmatt gesetzt, die Laufwege in der ersten und zweiten Welle stimmen - und das ganze gipfelte im Kempa von Kristian Björnsen auf Stefan Cavor zum 25:15 (40.).

Einziger Kritikpunkt war die nach einer Dreiviertelstunde nachlassende Konzentration. »Wir wollten das natürlich über 60 Minuten fortsetzen. Nordhorn hat dann aus der eigenen Abwehr aufs Tempo gedrückt, da waren wir in der einen oder anderen Situation unaufmerksam und haben nicht mehr so konsequent Abwehr gespielt. Und was wir dann einfach nicht mehr gelöst haben, war das Spiel über den Kreis, das hat Nordhorn stark gemacht. Da zeigt sich, wenn man keine 100 Prozent mehr gibt und vielleicht schon das Spiel gegen Balingen im Kopf hat, dann kann das sehr schnell gehen...«

Ging es aber nicht. Dank des beim 34:27 aufgegangenen Matchplanes. Für Nordhorns Trainer Geirsson war eines klar: »Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, um die Klasse halten zu können«.

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Cavor (8), Björnsen (7), Rubin (5), Holst (4/1), Torbrügge (4), Feld (2), Lindskog (2), Kneer, Ferraz, Weber, Weissgerber, Mirkulovski (2), Öfors, Forsell-Schefvert.

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen, Buhrmester; Mickal (7/2), Kalafut (4), Pöhle (4), Heiny (3), Vorlicek (3), Seidel (2), R. Weber (2/1), De Boer (1), Prakapenia (1), Leenders, Miedema, Terwolboeck, Possehl.

Steno / Schiedsrichter: Baumgart (Altenheim)/Wild (Elgersweiher). - Zuschauer: 3412. -Strafminuten: 8/6. - Disqualifikation: Torbrügge (58./3. Zeitstrafe).

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