12. Dezember 2019, 12:00 Uhr

FC Gießen HIER KÖNNEN SIE HELFEN

Wie der FC in Afrika hilft

Dr. Friederike Bellin-Sesay und Kelfala Sesay sind die Eltern des Fußball-Regionalligaspielers Samuel Sesay vom FC Gießen. Im Waldstadion verkaufen sie Spieltag für Spieltag Kaffee und Kuchen.
12. Dezember 2019, 12:00 Uhr
Familie Sesay beim Kaffee- und Kuchenverkauf im Waldstadion: Mutter Friederike und Vater Kelfala mit Sohn Samuel, der dem Regionalligakader des FC Gießen angehört. FOTO: FRIEDRICH

Mit dem Projekt Head and Ball werden Schulen in Sierra Leone errichtet. Gerade befindet sich die dritte im Bau. Das Gastspiel der Offenbacher Kickers am Sonntag könnte den Erlös noch einmal deutlich steigern.Wenn der 20-jährige Gießener Samuel Sesay für den heimischen Fußball-Regionalligisten aufläuft, sind seine Eltern Friederike und Kelfala immer im Waldstadion vertreten - vom Auftritt ihres Sohnes bekommen die beiden aber kaum etwas mit. Dr. Friederike Bellin-Sesay und Kelfala Sesay verkaufen bei jedem Heimspiel des FC Gießen Kaffee und Kuchen - und sammeln damit Geld für den Bau von Schulen in Sierra Leone.

Häufig werden beide gefragt, ob durch die Erlöse Geld für die Fußball-Jugend gesammelt werde - »ja«, antwortet Bellin-Sesay dann, »aber für die Jugend in Afrika. Für uns ist das eine Öffentlichkeitsarbeit. Ich finde es klasse vom Verein, dass er dahingehend ein soziales Gesicht zeigt und uns im Verbund mit der Firma Hahn diese Möglichkeit gibt und keine Standgebühren berechnet«.

Rund 200 Euro werden durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen vom insgesamt zehnköpfigen Helferteam im Schnitt pro Heimspiel im Waldstadion eingenommen - beim Hessenpokal-Viertelfinale am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) gegen die Offenbacher Kickers darf bei kalten Temperaturen mit mehr gerechnet werden.

»Die Einnahmen fließen direkt in den Weiterbau der Schule in Makump Doron«, erklärt Bellin-Sesay. Dort, in Sierra Leone, errichtet das einst von Dr. Petr Brozik ins Leben gerufene Gießener Projekt Head and Ball gerade eine Schule für die Sekundarstufe. »Im Ort gab es bis dato nur eine Grundschule - für die weitere Bildung mussten die Kinder zu Fuß rund zehn Kilometer zurücklegen. Dabei kam es häufig zu Vergewaltigungen der Mädchen. Also sagte die Dorfbevölkerung: Die Mädchen bleiben zu Hause.«

Seit Anfang 2019 wird nun mit Spendengeldern und den Einnahmen vom Waldstadion am Bau der Schule gearbeitet. Die Gießener stellen einen einheimischen Bauleiter. »Er bekommt bauabschnittsweise 200 Euro.« Dieser Bauleiter besorgt die Materialien und kontrolliert den Vorgang - der Rest wird von Einheimischen selbst erledigt. Sechs Klassenzimmer, ein Lehrerzimmer und ein Lagerraum sollen entstehen, das Fundament steht - bis zur nächsten Regenzeit im Juni 2020 soll die Schule fertiggestellt sein. Zuvor hatten Bellin-Sesay und ihre Mitstreiter bereits eine Schule in Levuma und Kpetewoma errichtet. Die neueste Schule kostet um die 15 000 Euro.

»Nur durch Bildung kannst du ein Land langfristig aus der Armut führen«, sagt die Gießenerin. »In Sierra Leone sind rund 80 Prozent der erwachsenen Frauen Analphabeten, bei den Männern sind es rund 60 Prozent. Das wird bei jüngeren Generationen besser, da sind es bei den Mädchen rund 20, bei den Jungs rund zehn Prozent. Es fehlen Kapazitäten, wir müssen die Kinder ausbilden. Nur dann verstehen sie, was die Politik macht.«

Bellin-Sesay arbeitet im Institut für Ernährungswissenschaften der JLU GIeßen, u. a. mit dem Schwerpunkt auf internationaler Nahrungssicherung. Für Uni-Kooperationen steuert sie Afrika des Öfteren an. Zuletzt war sie Mitte November für fünf Tage dort - »ich fliege nie auf Kosten der Projektgelder.. Immer im Gepäck: Spenden für die fußballbegeisterten Kinder vor Ort. »Ich kann bis zu 3x23 Kilogramm Gepäck mitnehmen. Wir brauchen derzeit vor allem Kindertrikots.«

Head and Ball ist ein Projekt des Vereins BISPO (Bildung und Sport) Gießen

Geldspenden gehen an BISPO Gießen e.V. mit dem Betreff »Head and Ball« an die IBAN DE15513900000038770802

Wer bei einer Veranstaltung Kaffee und Kuchen anbieten möchte, beim generellen Verkauf helfen oder jegliche andere Form der Unterstützung anbieten möchte, kann sich an das Projekt werden: Friederike Bellin-Sesay (0641/8778246) oder Dr. Petr Brozik (0174 2492521).

Sachspenden wie Trikots oder Schuhe sind ebenfalls gerne gesehen. E-Mail: headandball@web.de

Der Kuchen für den Verkauf wird gestellt von der Bäckerei Braun, der Drogeriemarkt DM stellt unter anderem den Kaffee.

Eindrücke vom aktuellen Schulbau in Makump Doron in Sierra Leone. FOTOS: BELLIN-SESAY

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