03. November 2019, 19:07 Uhr

Wieder mit leeren Händen

03. November 2019, 19:07 Uhr
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Von Rüdiger Schäfer
Auch Felix Erben kann die Niederlage seines FSV Fernwald nicht verhindern. (hf)

Erneut mit leeren Händen beendete das Tabellenschlusslicht FSV Fernwald beim 1:2 gegen Viktoria Griesheim seine Partie im Kampf um das Verbleiben in der Fußball-Hessenliga. Das Vorhaben, die zwölf Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz um drei auf neun zu vermindern, ging gründlich schief. Auch wenn Spielführer Julian Bender nach der Begegnung die Hoffnung nicht aufgeben wollte: »So lange der Klassenerhalt theoretisch noch möglich ist, dürfen wir den Kopf nicht hängen lassen.« Allerdings ließ er anklingen, dass dazu eine hohe Einsatzbereitschaft von allen in der Mannschaft vonnöten ist. Und Co-Trainer Oliver Wiegel beklagte das Dilemma seiner Elf: »Es wiederholt sich jedes Mal - wie ein Déjà-vu. Wir sind dabei, in Führung zu gehen und kassieren im Gegenzug den spielentscheidenden Gegentreffer.«

Fernwald spielte mit Vierer-, Griesheim mit Dreier- bzw. Fünferkette. Rasant hatte das Spiel begonnen. In der fünften Minute konnte Marvin Göltl im Tor des FSV gerade noch einen Kopfball von Pascal Stork vor der Torlinie wegkratzen. Und zwei Minuten darauf verzog auf der Gegenseite Nicolas Strack aussichtsreich vom Torraumeck abziehend. Fernwald blieb in der Folgezeit die torgefährlichere Mannschaft. Rassige Strafraumszenen spielten sich ab. Mitte der Halbzeit wurde im Mittelfeld ein Zweikampf verloren, dem sich ein taktisches Foul des unterlegenen Spielers anschloss. Blitzschnell führten die Griesheimer den Freistoß aus. Abwehrchef Bender war noch weit aufgerückt. Der quirlige defensive Mittelfeldspieler Younes Laguenaoui kam in Ballbesitz, strebte aufs gegnerische Gehäuse zu, tanzte an der Strafraumgrenze zwei Gegenspieler aus und vollendete zur 1:0-Führung der Gäste. Doch der FSV ließ sich nicht entmutigen, machte Dampf und belohnte sich bereits fünf Minuten danach mit dem Ausgleich. Felix Erben hatte zu Strack am linken Torraumeck gepasst. Und der ließ Jivan keine Chance.

Mit einigen guten Möglichkeiten hätten die Platzherren bei höherer Konzentration zur Pause in Führung gehen können. Manko, dass im Mittelfeld nicht viel passierte, hier der Ball zu lange gehalten wurde und die Stürmer schlecht in aussichtsreiche Abschlussposition gebracht wurden. Stattdessen wurde oft versucht, aus der Abwehr heraus durch lange Diagonalpässe die Stürmer einzusetzen. Manko bei den Stürmern, dass sie zumeist mit den Pässen nichts anfangen konnten. Fernwalds Trainer Benjamin Lock sah seine Elf zur Pause »auf Augenhöhe mit Griesheim«, beide Teams hätten sehr abwartend agiert. »Meine Mannschaft ist besser ins Spiel gekommen als in Steinbach. Und wir hatten ein leichtes Chancenplus.« Drei dicke Chancen zwischen der 55. und 62. Minute wurden beim FSV nicht genutzt. Hinten räumte Julian Bender alles vor seinem Strafraum ab und versuchte, das Spiel zu forcieren.

Ein entmutigter Trainer Benjamin Lock nach der Begegnung: »Wir haben die Chance, 2:1, 3:1 in Führung zu gehen. Da brauchen wir uns nicht zu beschweren.« Damit meinte er das Gegentor zum 2:1 der Gäste in der 64. Minute, als Pascal Stork aus 15 Metern das 2:1 für die Südhessen erzielte. Bei dem Ergebnis blieb es denn auch, so dass der FSV Fernwald weiterhin erheblichen Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze in der Hessenliga aufweist.

FSV Fernwald: Göltl; Dettki (ab 75. Simon), Oliveira, Bender, Bartheld, Celik (ab 46. Szymanski), Strack, Erben, Geisler, Ersentürk (ab 75. Goncalves), Mohr.

Viktoria Griesheim: Jivan; Laguenaoui (ab 85. Ludwig), Kern, Bender, Bahssou (ab 80. Houdek), Volk, El Fahfouhy, Schumacher, Donkov, Arslan, Stork.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Safi (Erlensee). - Zuschauer: 110. - Torfolge: 0:1 (24.) Laguenaoui, 1:1 (29.) Strack, 1:2 (64.) Stork.



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