10. Mai 2019, 22:36 Uhr

BBL

Zu viele Gießener Ballverluste in Vechta

Ein starkes zweites Viertel eröffnet den Gießen 46ers bei Rasta Vechta die Siegchance, doch der Gastgeber-Offensive können die Mittelhessen in Hälfte zwei nichts entgegnen und verlieren 81:92.
10. Mai 2019, 22:36 Uhr
Der Gießener David Bell (r.) wird hier nur zögerlich angegangen von Max DiLeo (Rasta Vechta). (Foto: Wenzel/Eibner)

Gießen 46ers


Nun ist endgültig klar, dass die Gießen 46ers die Saison in der Basketball-Bundesliga (BBL) auf Tabellenplatz 13 beenden werden. Am Freitagabend setzte am vorletzten Spieltag der Runde ein 81:92 (36:29) gegen das Überraschungsteam von Rasta Vechta. Im besten Fall könnten die Gießener bei einem Sieg im Hessenderby gegen die Frankfurt Skyliners am Sonntagabend (18 Uhr, Ballsporthalle Höchst/live auf magentasport.de) punktemäßig mit medi Bayreuth gleichziehen, da der direkte Vergleich mit den Oberfranken allerdings verloren wurde, können die 46ers nicht mehr an ihnen vorbeiziehen.

Am Freitagabend konnten sich die Gastgeber, die ihre Playoff-Teilnahme bereits in der Tasche haben, nach einem ausgeglichenen Auftakt im einmal mehr mit 3140 Zuschauern ausverkauften Rasta-Dome gegen Ende des ersten Viertels etwas absetzen: Youngster Philipp Herkenhoff, der sich auch für den NBA-Draft angemeldet hat, sorgte mit fünf Punkten in den letzten 23 Sekunden des ersten Spielabschnitts für die 25:17-Führung seines Klubs.

Es folgte die beste Phase der Gießener: Nur vier Punkte ließen sie im zweiten Viertel zu, markierten ihrerseits 19 Zähler und holten sich so im Handumdrehen die Führung, die sie auch bis zur Pause behielten.

Doch die Offensive der Niedersachsen, deren Trainer Pedro Calles vor der Partie mit dem Titel als »Trainer des Jahres« in der Basketball-Bundesliga ausgezeichnet wurde, lief in der zweiten Hälfte richtig heiß: 32 Punkte schenkten sie den Gießenern im dritten Viertel ein, weitere 31 Zähler in den letzten zehn Minuten - die 46ers konnten nach dem Seitenwechsel nicht mehr mit der Angriffsmaschine des Aufsteigers mithalten, der im Playoff-Viertelfinale nun mit Heimrecht auf Brose Bamberg treffen wird.

Vor allem in der Schlussphase dominierten die Vechtaer: Fünf Minuten vor dem Ende führten die Gießener nach einem Dreier von Brandon Thomas 77:70. Fünf Ballverluste in den nächsten 180 Sekunden besiegelten dann das Schicksal der 46ers, die das Spiel mit einem 4:22-Negativlauf beendeten.

Die vielen Turnover monierte auch Ingo Freyer nach Spielende - einmal mehr war der 46ers-Trainer nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: »Wir haben die erste Halbzeit sehr gut gespielt, uns nur vier Turnover erlaubt. In der zweiten Halbzeit waren es dann 14 - das war der Knackpunkt. Diese Ballverluste sind uns nicht unterlaufen, weil Rasta besser gedoppelt oder überhaupt besser verteidigt hat als in der ersten Halbzeit. Es lag einfach daran, dass wir sehr viele individuelle, dumme Fehler gemacht haben. Und das ist der Grund, warum wir am Ende viel, viel weniger Würfe genommen haben. Kein Wunder, wenn man sich so viele Turnover erlaubt.«

Nach dem Ende der Partie wurde bekannt, dass einige Kilometer weiter in Oldenburg Liga-Topscorer Will Cummings von den EWE Baskets als MVP der laufenden Spielzeit ausgezeichnet wurde: Mit TJ Bray und 46ers-Kapitän John Bryant folgte in der Abstimmung auf den Rängen zwei und drei ein Duo, das sich am Freitagabend im direkten Duell gegenüberstand: Vechtas Flügelspieler war mit 20 Zählern Topscorer seiner Farben, kam dazu auf je vier Rebounds und vier Assists. Bryant kam auf zwölf Punkte, sechs Rebounds und fünf Assists.

Der Fokus der Gießener geht aber schon wieder nach vorn: Ausgerechnet das Hessenderby in Frankfurt ist die letzte Partie in dieser Spielzeit. Gut für die Mannschaft, denn die kann am Main noch einmal für gute Laune bei den Fans sorgen, indem sie sich zum vierten Mal in Folge zum Derbysieger krönt. Auch für die Skyliners geht es am Sonntag nur noch um die Ehre, die 77:95-Niederlage in Braunschweig am Freitag eliminierte die Frankfurter aus dem Rennen um den achten und damit letzten Playoff-Platz, sie werden die Spielzeit auf dem elften Tabellenplatz beenden.

Bereits jetzt steht fest: 500 Gießener Anhänger werden sich auf die Reise in die Fraport-Arena nach Frankfurt machen, um eine Woche nach der letzten Partie in der Osthalle zum letzten Mal in dieser Saison ein »Heimspiel« zu haben. Einige Fans reisen gemeinsam per Zug nach Frankfurt und treffen sich am Sonntag um 14.15 Uhr vor dem Gießener Bahnhof, Abfahrt ist dann um 14.54 Uhr von Gleis 4. Sollte es einen Sieg geben, dürften die Fans immerhin mit einem guten Gefühl und dem Wissen, nie in Abstiegsgefahr gewesen zu sein, in die Sommerpause gehen - das sollte, bei aller Enttäuschung über die letzten Saisonwochen, angesichts der Konkurrenz in der Liga für Gießen immer noch ein Erfolg sein. Obwohl nach dem sensationellen Saisonstart bereits viele Anhänger aus der Stadt an der Lahn mit den Playoffs geliebäugelt hatten.

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