15. Dezember 2019, 22:03 Uhr

Handball

Zweiter Wetzlarer Anzug sitzt

In der Handball-Bundesliga triumphiert die HSG Wetzlar auswärts beim SC DHfK Leipzig mit 29:26. Olle Forsell Schefvert, Alexander feld und Viggo Kristjansson ragen heraus.
15. Dezember 2019, 22:03 Uhr
Alexander Feld (Mitte) führt glänzend Regie und schließt zudem erfolgreich ab. FOTO: IMAGO

HSG Wetzlar


Die HSG Wetzlar ist in der Handball-Bundesliga weiterhin für jede Überraschung gut. Vor einer Woche noch Enttäuschung und Niedergeschlagenheit nach dem Heim-27:28 gegen den TVB Stuttgart, gestern Nachmittag jubelnder 29:26-Sieger beim SC DHfK Leipzig. Der Auftakt der strapaziösen vorweihnachtlichen Auswärtswoche hätte für die Mittelhessen nicht besser verlaufen können. »Bei der Punkteausbeute setzt man sich gerne in den Bus«, war der am Sonntag herausragende Mittelmann Alexander Feld im Sky-Interview natürlich bestens gelaunt. Auch für Trainer Kai Wandschneider war der Coup in der Messestadt ein besonderer, schließlich hatte der 60-Jährige vor acht Tagen von seinen Spielern aus der zweiten Reihe noch gefordert, dann zur Stelle zu sein, wenn Leistungsträger wie Filip Mirkulovski oder Stefan Cavor einmal nicht ihren besten Tag erwischen.

Seine Spieler hatten ihn erhört. Neben Mirkulovski-Backup Alexander Feld trumpfte auch der nachverpflichtete Cavor-Backup Viggo Kristjansson groß auf. Und da sich mit dem Schweden Olle Forsell Schefvert ein weiterer Grün-Weißer besonders äuffällig hervortat, hatte der Auswärtssieg in der Messestadt gleich mehrere Väter. Bei nunmehr wiederum herausragenden 16:16 Punkten können sich die Wetzlarer zu bevorstehenden Auswärtsaufgaben bei den Füchsen Berlin (Donnerstag) sowie beim THW Kiel (Sonntag) viel entspannter in den Bus setzen.

Waren es im ersten Abschnitt noch drei, vier Gegenstöße nach krassen Wetzlarer Eigenfehlern gewesen, die Gastgeber Leipzig um den allein herausragenden Philipp Weber bis zum 12:9 (24.) auf Kurs hielten, so schafften es die durchschaubaren Leipziger über das Pausen-15:15 (Lindskog-Kreis) nach dem HSG-Schnellstart in die zweite Hälfte zum 19:16 (37., Lindskog-Kreis) nicht mehr, die Partie zu drehen. Das 25:21 nach einer Dreiviertelstunde durch den bereits vierten Kreistreffer von Anton Lindskog in Überzahl bedeutete zwar noch keine Entscheidung zugunsten der HSG, diesmal ließen sich die Alexander Feld und Co. aber auch durch die 25:26- (54.) und 26:27-Anschlusstreffer (58.) von Maximilian Janke nicht mehr sonderlich strapazieren. Olle Forsell Schefvert mit seiner fünften zum 28:26-Torerfolg führenden Eins-gegen-eins-Aktion (59.) sowie ausgerechnet der im November vom SC DHfK Leipzig nachverpflichtete Linkshänder Viggo Kristjansson mit seinem fünften Tagestreffer zum 29:26 machten den Auswärtscoup perfekt. Und hätten die Grün-Weißen zwischenzeitlich nicht noch einen Siebenmeter vergeben, einen Konter an die Latte geworfen sowie eine schnelle Mitte in den Sand gesetzt - der beiden verdienten Auswärtspunkte wären schon ein paar Minuten früher eingetütet gewesen.

Marco Haber, der Leipziger Trainer, zeigte sich auf Sky enttäuscht: »Es ist ärgerlich, das wir das Spiel nicht kontrollieren konnten. Wetzlar hat es in den wichtigen Phasen einfach besser gemacht als wir und die erfolgreicheren Lösungen gefunden.« Auf Wetzlarer Seite hob Kai Wandschneider die Leistungen von Alexander Feld und Viggo Kristjansson hervor: »Alexander war als Gestalter und als Schütze stark. Viggo passt zu unserer Mannschaft wie die Faust aufs Auge.«

Fazit: Der zweite Wetzlarer Anzug hat am Sonntag gepasst, auch weil diesem kaum noch vermeidbare Ballverluste oder überhastete Abschluss unterliefen.

SC DHfK Leipzig: Vortmann, Birlehm; Ph. Weber 9, Wiesmach 4, Binder 3, Janke 3, Semper 3, Witzke 2, Krzikalla 1/1, Milosevic 1, Müller, Roschek, Mamic, Remke, Gebala, Santos.

HSG Wetzlar: Ivanisevic, Klimpke; Kristjansson 5, Schefvert 5, Holst 4/3, Lindskog 4, Björnsen 3, Feld 3, Cavor 2, Rubin 2, Weber, Mirkulovski, Torbrügge (1), Frend Öfors, Weissgerber.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Klein (Ratingen)/Immel (Tönisvorst). - Zuschauer: 4850. - Strafminuten: 6:4.

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