Lokalsport

Dorlar, Lima, Friedberg

Felix Hollfoth führt für einen 19-Jährigen aus Dorlar ein durchaus außergewöhnliches Leben: Sein Abitur hat der Schüler in Wetzlar mit dem Notenschnitt von 1,2 abgeschlossen, da geht es am 30. September schon weiter, mit dem Flugzeug nach Peru, Lima.
13. September 2021, 22:16 Uhr
Sven Nordmann
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Hat turbulente Tage vor sich: Felix Hollfoth aus Lahnau mit der Schnellfeuerpistole. FOTO: PRIVAT

Felix Hollfoth führt für einen 19-Jährigen aus Dorlar ein durchaus außergewöhnliches Leben: Sein Abitur hat der Schüler in Wetzlar mit dem Notenschnitt von 1,2 abgeschlossen, da geht es am 30. September schon weiter, mit dem Flugzeug nach Peru, Lima.

Der erste internationale Wettkampf für den begabten Schützen mit der Schnellfeuerpistole stellt zugleich die Junioren-WM dar, »absolutes Jahreshighlight«.

Am 10. Oktober landet Hollfoth planmäßig wieder in Frankfurt am Main, am 11. Oktober beginnt dann sein Studium der Physikalischen Technik an der TH Mittelhessen in Friedberg.

»Es ist schön, das erreicht zu haben, die WM wird mein erstes Mal sein, dass ich im Nationalmannschaftstrikot auflaufe.«

Als einer von drei deutschen Startern in seiner Disziplin geht der Athlet der Schützengemeinschaft Lahnau in Lima an den Start - 32 Nationen mit 370 Athleten und Athletinnen nehmen insgesamt an der Junioren-Weltmeisterschaft vom 27. September bis 10. Oktober 2021 teil.

»Es wird schwer, eine Prognose abzugeben und zu sagen, wofür es reichen kann«, sagt Bundestrainer Detlef Glenz. »Durch die Corona-Pause wissen wir nicht wirklich, was die Konkurrenz zu leisten imstande ist. Im Jugendbereich herrscht zudem immer recht viel Fluktuation. Für die Leistung bist du selbst verantwortlich, für die Platzierung auch der Gegner.«

Felix Hollfoth jedenfalls sei ein »sehr strebsamer, fleißiger junger Mann, er arbeitet hart an sich, ist intelligent, bringt alle Vorrausetzungen mit.« Dass der erste internationale Einsatz gleich in einer Weltmeisterschaft mündet, sei außergewöhnlich: »Da wird er gleich ins kalte Becken geworfen.«

Schießzeit von 88 Sekunden: Getaktete Vorbereitung mit Routine ist wichtig

Über die Zwischenstation Amsterdam geht es für den 19-Jährigen am 30. September via Flugzeug nach Peru, anschließend ins Hotel. In der kurzen Vorbereitung bis zum Wettkampfstart mit der Schnellfeuerpistole am 5. und 6. Oktober (Finaltag) gilt es, sich zu akklimatisieren und bestmöglich vorzubereiten.

»Wir versuchen genau das abzurufen, was wir im Training auch machen«, sagt Hollfoth. »Ich kann jetzt schon die Serien im Kopf durchgehen. Eine Stunde vor dem Wettkampf, eine Minute vor dem Wettkampf - wir halten das immer gleich und bleiben in der Routine«, erklärt der Sportschütze.

»Du fühlst dich einfach sicherer, bei dem, was du machst. Du hast eine Schießzeit von 88 Sekunden, da kommt es auf den Punkt an, da solltest du mit den Gedanken beim richtigen Zeitpunkt sein. Das geht nur mit einer richtigen Vorbereitung.«

Das Ziel des Lahnauers sei, zwischen 560 und 570 Ringe zu schießen - dass die Konkurrenz stark sei, mache keinen wirklichen Unterschied: »Ich habe immer ein gutes Niveau um mich herum, auch im Training.«

Am 8. Oktober schließlich folgt für Hollfoth noch der Mannschaftswettbewerb, am 9. Oktober der Wettkampf mit der Standardpistole aus 25 Metern - zwei Tage nach dem letzten WM-Wettkampf in Peru beginnen dann die Vorlesungen in Friedberg.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/lokalsport-gaz/dorlar-lima-friedberg;art1434,752669

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