09. Oktober 2021, 06:00 Uhr

FC Gießen

FC Gießen: Mit Schwung FSV Frankfurt überholen

Am Bornheimer Hang will der FC Gießen den zweiten Sieg in Folge einfahren und damit den FSV Frankfurt in der Tabelle der Fußball-Regionalliga Südwest überholen. Mut machen zwei junge Gießener.
09. Oktober 2021, 06:00 Uhr
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Von Sven Nordmann
Den FSV Frankfurt im Blick: Dennis Owusu (l.), Niclas Mohr und der FC Gießen wollen den hessischen Konkurrenten mit enem Auswärtssieg heute in der Tabelle überholen. FOTO: VOGLER (Foto: Oliver Vogler (Oliver Vogler))

Mit dem Rückenwind des zweiten Saison-Heimsieges und dem guten Lauf der Gießener Dennis Owusu und Donny Bogicevic will der FC Gießen heute (14 Uhr) den hessisschen Konkurrenten FSV Frankfurt im direkten Duell überholen.

Mit einem Auswärtssieg würde der FC Gießen das Team vom Bornheimer Hang in der Rangliste der Fußball-Regionalliga Südwest einholen - »es ist nie verkehrt, wenn du weißt: Du kannst diese Mannschaft mit einem Sieg hinter dir lassen«, sagt FC-Trainer Daniyel Cimen.

Dabei setzt der FC Gießen freilich nicht nur, aber auch auf den zuletzt guten Lauf der beiden gebürtigen 20-jährigen Gießener Dennis Owusu und Donny Bogicevic. Beide trafen zuletzt beim Heimsieg gegen den VfB Stuttgart II und sind aktuell für die Hälfte aller erzielten Gießener Tore in dieser Spielzeit verantwortlich. Bogicevic ist derzeit treffsicherster FC-Akteur (drei Tore).

»Bei Dennis Owusu hat sich schon in der Vorbereitung abgezeichnet, welches Potenzial er hat«, sagt Daniyel Cimen. Sein spielender Co-Trainer Michael Fink beschrieb Owusu damals als »einen der schnellsten Spieler, die ich gesehen habe«. Bogicevic dagegen sei nach seiner langen coronabedingten Zwangspause in Erfurt nach dem Wechsel nach Gießen im Seniorenbereich zunächst »hart aufgeprallt«, wie sein Trainer erkannte. »Es spricht für ihn, dass er weitergemacht hat. Er ist ein sehr, sehr intelligenter Spieler, der Räume gut erkennt. Er hat eine sehr gute Bewegung ohne Ball, hinzu kommen seine technischen Fertigkeiten und sein Abschluss.«

Zuletzt bildeten Owusu und Bogicevic mit dem regionalligaerfahrenen Ko Sawada das Offensivtrio - der Einsatz des 29-jährigen japanischen Wirblers steht aufgrund einer Zerrung nun aber auf der Kippe - ebenso wie jener von Innenverteidiger Marian Sarr, der über einen Bluterguss am Steißbein klagt.

Sicher ausfallen werden weiterhin Giuseppe Burgio (Muskelbündelriss) und Nejmeddin Daghfous (Darmentzündung). Der 35-jährige Deutsch-Tunesier kommt nicht auf die Beine, wird vermutlich den gesamten Oktober über ausfallen. Beim 33-jährigen Deutsch-Italiener Burgio dagegen wird mit einer Aufnahme des Trainingsbetriebs in der kommenden Woche gerechnet.

Der FC zeigte beim 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart II zuletzt eine seiner besten Leistungen seit Langem: »Die Art und Weise war sehr, sehr gut, vorne im Pressing, im Umschaltspiel«, lobte Cimen. »Wir haben einige Chancen schön herausgespielt, andere durch Ballgewinne provoziert.«

Die forsche, ungewohnte FC-Spielweise lag am Gegner, erklärt der Trainer: »Stuttgart II will alles spielerisch lösen, da wollten wir früh attackieren. Wir hätten nach einer halben Stunde 3:0 führen müssen. Das ist der nächste Entwicklungsschritt: Dass wir so Spiele dann killen.«

FC Gießen: Aktuell schwächste Offensive, aber fünftbeste Defensive der Liga

Aktuell hat keine Mannschaft so selten getroffen wie Gießen (achtmal), auf der anderen Seite haben nur vier Teams weniger Gegentore kassiert als der FC (zwölf): Steinbach Haiger, Bahlinger SC, SV Elversberg und Kickers Offenbach. Im Schnitt fallen in Partien des FC Gießen lediglich zwei Tore - zum Vergleich: beim letzten Gegner VfB Stuttgart II sind es über vier.

Der FSV Frankfurt als heutiger Kontrahent kam schwer in die Saison und hat sich Ende September von Trainer Angelo Barletta getrennt. Der frühere Übungsleiter Thomas Brendel, zuletzt als Sportlicher Leiter aktiv, rückte wieder an die Seitenlinie, seitdem gab es einen Sieg und eine Niederlage.

»Sie strotzen sicher noch nicht vor Selbstvertrauen«, weiß Cimen vor dem Duell der hessischen Kellerkinder. »Ehrlich gesagt hatte ich sie vor der Saison weiter oben gesehen.« Hemmt der Vergleich zur starken Vorsaison, als der FSV zeitweise Tabellenführer war und auf Position sechs der Regionalliga Südwest einlief? Cimen: »Irgendwo kann das im Hinterkopf sein.«

Bester FSV-Angreifer: Der Bad Nauheimer Jake Hirst (vier Tore). Der 25-Jährige spielte von August 2019 bis Juli 2020 in Gießen - heute gibt’s ein Wiedersehen, bei dem der FC Gießen nach der Partie vor dem FSV stehend grüßen will.



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