Lokalsport

FC Gießen ohne Stürmer gegen Top-Abwehr des OFC

Ausgerechnet gegen die beste Defensive der Fußball-Regionalliga Südwest fehlen dem FC Gießen im Derby alle vier Stürmer. Dennoch glaubt Trainer Cimen an eine Überraschung gegen Offenbach.
09. April 2021, 21:31 Uhr
Sven Nordmann
Fußball Regionalliga Südwest, TSV Steinbach Haiger - Kickers Offenbach
Die Offenbacher Kickers um Ronny Marcos kommen mit Schwung und wollen in Gießen heute den Kontakt zur Tabellenspitze verkürzen. FOTO: VOGLER

Gegen die beste Defensive der Regionalliga Südwest fehlt dem FC Gießen am Samstag der gesamte Sturm - alle vier nominellen Angreifer fallen im Hessen-Derby gegen die Offenbacher Kickers (14 Uhr, live auf YouTube, Waldstadion) aus.

»Personell könnte es natürlich besser aussehen«, weiß FC-Trainer Daniyel Cimen. »Aber vielleicht ist die Konstellation gar nicht so schlecht für uns. Nicht viele erwarten etwas von uns, ein Punkt ist für den OFC im Aufstiegsrennen zu wenig.«

Gießens zweitbester Torschütze der bisherigen Saison, Aykut Öztürk, hat sich in dieser Trainingswoche einen Muskelfaseriss zugezogen und droht nun für mehrere Wochen auszufallen. »Es ist ein größerer Riss von zwölf Zentimern. Auf dem MRT ist eine ordentliche Einblutung zu erkennen«, sagt Cimen, der auch auf den nominell ersten Ersatz Jonas Arcalean (Patellasehnenreizung) und die weiteren Alternativen Marcel Mansfeld (Schambeinentzündung) und Gino Parson (Kniebeschwerden) verzichten muss.

Und das ausgerechnet gegen die Kickers, die in dieser Saison im Schnitt nur 0,7 Gegentore pro Spiel kassieren. Der FC trifft in dieser Spielzeit im Schnitt 1,03 Mal pro Partie - viele Tore sind also nicht zwingend zu erwarten.

»Offenbach ist die beste Mannschaft im Kalenderjahr 2021«, weiß Cimen. »Wir treffen auf einen Gegner, der alles versuchen wird, im Meisterschaftsrennen mit Freiburg II voll einzusteigen.«

Auch die Gäste sind von erheblichen personellen Problemen geplagt. Der OFC muss im Mittelfeld komplett umbauen: Tunay Deniz (10. Gelbe Karte) und Florent Bojaj (5. Gelbe) fehlen gesperrt, Francesco Calabrese (Bänderriss im Sprunggelenk) und Lukas Albrecht (Sprunggelenk), ohnehin nur Vertreter des mit einer Schultereckgelenkssprengung monatelang fehlenden Charles Elie Laprevotte, ebenfalls. Auch Linksaußen Davud Tuma (muskuläre Probleme) wird in Gießen wohl ausfallen.

Zwei lädierte Teams also treffen im Derby aufeinander. Der Respekt voreinander ist dennoch groß, wie die Aussagen beider Trainer zeigen.

»Sie sind sehr variabel in ihrer Ausrichtung, haben gerade in der Offensive für die Regionalliga sehr viel individuelle Klasse«, mahnt Cimen und spielt unter anderem auf 13-Tore-Stürmer Mathias Fetsch oder Ex-Zweitliga-Stürmer Elia Soriano an.

Auf der Gegenseite erklärt der seit dem neuen Jahr wirkende Offenbacher Trainer Sreto Ristic: »Auf uns wartet erneut ein schwerer Gegner. Gießen spielt sehr strukturiert, hat eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive.«

Dies muss heute mit personeller Flexibilität unter Beweis gestellt werden: Für die vakante Stürmerposition kommen beim Tabellen-16. Ali Ibrahimaj, Milad Salem und Nejmeddin Daghfous als »spielerische falsche Neun« infrage. Antonyos Celik könnte sich als Brecher im Sturmzentrum aufwühlen. Klar ist: Nach acht Remis aus den letzten elf Spielen wäre Gießen gegen den Tabellenzweiten mit einem Unentschieden zufrieden. »Ein Sieg«, sagt Cimen, »würde uns aber auch mal wieder gut tun. Im Derby ist alles möglich.«

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