13. April 2021, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Erst Alba Berlin, dann Blick in die Zukunft

Die abstiegsbedrohten Gießen 46ers haben den nächsten Hochkaräter vor der Brust. Alba Berlin kommt heute in die Osthalle. Zwei Tage später will die 46ers-Geschäftsführung Auskunft über die Zukunft des Klubs geben.
13. April 2021, 07:00 Uhr
Die Geschäftsführung um Stephan Dehler (r.) und den scheidenden Michael Koch (l.) sowie der Aufsichtsrat der Gießen 46ers wollen am Donnerstag in einer Pressekonferenz das entwickelte Zukunftspapier des Klubs vorstellen. Zuvor gastiert am heutigen Dienstagabend Alba Berlin in der Osthalle. FOTO: FRIEDRICH

Gießen 46ers


Der letzte Spieltag in der Basketball-Bundesliga war für die Gießen 46ers einer zum Vergessen. Das weiterhin auf einem direkten Abstiegsplatz stehende Team von Trainer Rolf Scholz wurde beim 79:109 in Ulm in alle Einzelteile zerlegt. Zudem gewann das BBL-Schlusslicht Rasta Vechta gegen Chemnitz und hat nun nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Lahnstädter. Dazu überraschte der Rang-16. Mitteldeutscher BC beim Auswärtssieg in Crailsheim, sodass für die Gießener die Chance auf den Klassenerhalt auf ein Minimum gesunken ist. Und dann gastiert auch noch heute Abend (20.30 Uhr, live auf MagentaSport) der haushohe Favorit Alba Berlin in der Osthalle. Am Donnerstag indes will die Geschäftsführung der Gießen 46ers und der Aufsichtsrat im Rahmen einer Pressekonferenz Einblicke in die Zukunftsausrichtung des Klubs geben.

Lage: Für die Gießen 46ers wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner. Noch sechs Spiele stehen für die Lahnstädter bis zum Hauptrundenende auf dem Programm. Vier Punkte Rückstand haben sie auf den Mitteldeutschen BC, der den Nichtabstiegsplatz Rang 16 einnimmt und dazu noch den besseren direkten Vergleich gegenüber Gießen hat. Da muss wahrlich ein Wunder her - oder mindestens vier Siege aus sechs Partien -, um den drohenden Gang in Liga zwei zu vermeiden. Aktuell geben heute die Albatrosse aus Berlin ihre Visitenkarte in der Osthalle ab. Da dürfte es mit einem Sieg genauso schwerfallen wie am 24. April, wenn Spitzenreiter Riesen Ludwigsburg nach der Pokal-Endrunden-Pause in Gießen gastiert. 46ers-Trainer Rolf Scholz versprüht weiter Optimismus: Er appelliert, sich trotz der Rückschläge nicht entmutigen zu lassen. »Wir müssen weiter unseren Weg gehen, an uns glauben und schauen, dass wir Siege einfahren - und dann hoffen, dass es am Ende reicht.« Kämpferisch gibt sich der gebürtige Berliner in den Reihen der Mittelhessen, Ferdinand Zylka, der 2017 sein Debüt für Alba Berlin gegen Würzburg in der Basketball-Bundesliga gab: »Gegen Berlin müssen wir wieder da weitermachen, wo wir gegen Göttingen aufgehört haben. Berlin hat sehr viel Qualität und die einzige Möglichkeit, wie wir dagegenhalten können, ist mit Energie und Kampf. Wenn wir das schaffen, ist auf jeden Fall was drin.«

Gegner: Alba Berlin war selbst überrascht, dass es am Wochenende mit einem Heimsieg gegen die Hamburg Towers nicht klappte. Möglicherweise kamen genau bei dieser Partie die Strapazen der Mehrfachbelastung BBL und der am Donnerstag für sie zu Ende gegangenen Euroleague zutage. Die Scharte will das Team von Trainer Aito Reneses auswetzen - und sich zudem auf die Pokal-Endrunde am Wochenende in München einspielen. Der aktuelle Bundesligazweite und amtierende Pokalsieger und deutsche Meister brilliert mit einer aggressiven Abwehrarbeit, schnellem Umschaltspiel und als ausgeglichen besetztes Kollektiv. Bester Schütze ist Marcus Eriksson (12.2 Punkte pro Spiel). dicht gefolgt von Flügelspieler Simone Fontecchio (11,3). Luke Sigma ist der Allrounder im Team. Regie führen Peyton Siva oder der deutsche Nationalspieler Maodo Lo. Unter den Brettern herrschen Johannes Thiemann, Ben Lammers oder der 2,21-Meter-Riese Christ Koumadje. Eine tolle Entwicklung nehmen die Talente Jonas Mattisseck, Malte Delow (3.7) und Louis Olinde.

Personelles: Alba Berlin wird mit Bestbesetzung in Gießen antreten. Bei den 46ers fehlt weiterhin der an einem Daumenbruch laborierende Brandon Bowman.

Das sagt Trainer Scholz: »Für mich ist Berlin neben München eine der zwei überragenden Mannschaften in dieser Liga. Vielleicht spielerisch die stärkste aus meiner Sicht, was das Teamplay angeht, gepaart mit den weiteren Stärken. Ich glaube nicht, dass die überraschende Berliner Niederlage gegen Hamburg ein gutes Timing für unser Spiel ist. Wir müssen von Anfang an hellwach sein, voll konzentriert, sonst werden wir kein Land sehen.«

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