09. September 2021, 20:40 Uhr

Gießener SV sieht sich als Underdog

09. September 2021, 20:40 Uhr
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Von Richard Albrecht
William Bayley ist Teil des englischen Trios im Kader des Tischtennis-Regionalligisten Gießener SV. Der Engländer hat erst kürzlich bei den Paralympics in Tokio Silber gewonnen. FOTO: IMAGO

Alles zurück auf Anfang, die Reset-Taste gedrückt und weitergemacht dort, wo ... nein, nicht wo die Saison 2020/2021 aufgehört hatte, sondern wo sie begonnen hatte. Nur wenige und verschieden viele Partien waren den hiesigen Tischtennis-Clubs unter strengen Hygieneregeln vergönnt, ehe die Runde unter- und dann abgebrochen wurde mit dem Beschluss, sie komplett nicht zu werten.

Das Regionalligateam des Gißener SV hatte eine erwartete hohe Niederlage kassiert, der Oberligarückkehrer NSC Watzenborn-Steinberg seinen ersten Punkt geholt. In der Hessenliga hatte der TV Großen-Linden einen erfolgreichen Start hingelegt und sich in der Spitzengruppe postiert, der TSV Allendorf/Lumda lag im vorderen Mittelfeld, während der Gießener SV II die meisten Partien absolviert hatte und mit sechs Niederlagen die Rote Laterne innehatte.

Die größten Änderungen bei der Neuauflage des Spielbetriebs hat es in der Regional- und Oberliga gegeben. Von den Sechser-Spielerkadern wurde auf das Vierer-Bundesspielsystem umgestellt. Vier Spieler tragen zwei Doppelpartien und dann in zwei Paarkreuzen bis zu acht Einzelpartien aus, der sechste Matchpunkt würde den Sieg bedeuten.

Für alle Akteure und Teams bleibt zu hoffen, dass weder die vierte Corona-Welle einen erneuten Strich durch den Spielbetrieb macht. Zuschauer sollten sich immer wieder kurzfristig über die aktuellen Hygieneregeln informieren.

Englisches Trio im GSV-Kader

»Bei uns heißt das Motto weiterhin: Jugend forscht«, vermeldete Jürgen Boldt die Devise des Regionalligisten Gießener SV, der eigentlich damit gerechnet hatte, mit seinem jungen Kader dieses Jahr als Absteiger in der Oberliga an der Platte zu stehen. »Wir sind froh und stolz, noch einmal die Chance auf eine reguläre und diesmal hoffentlich komplette Saison in der Regionalliga bekommen zu haben.« Wie im Vorjahr bilden Andrej Tsiarokhin, weißrussischer Nationalspieler, und der Ägypter Abdul Rahman Ashraf Mohamed das erste Paarkreuz, auch wenn beide im einzigen Spiel des Vorjahres noch nicht zum Einsatz gekommen waren. Tsiarokhin war bereits für Kassel und Stadtallendorf in der Regionalliga aktiv und hofft langfristig, sich für einen Bundesligisten empfehlen zu können. Abdul Mohamed soll im Lauf des September eintreffen. »Der 23-jährige verfügt über großes Potenzial«, hofft Boldt bei dieser Verpflichtung auf einen Volltreffer.

Die weiteren Hauptrollen im Kader sind einem englischen Trio zugedacht. William Bayley war in der vergangenen Saison für die Rückrunde eingeplant und wird von Boldt als »absoluten Kracher« tituliert. Der Parasportler (Klasse 7 stehend) hatte im Einzel in Rio Gold geholt und dieser Tage in Tokio nach der Finalniederlage gegen einen Chinesen die Silbermedaille gewonnen. »Er wird sicher mit seiner mitreißenden Spielweise die Herzen der Zuschauer erobern.« Grame Barella »ist noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung und wird sicher für Überraschungen gut sein«. Tobias Ellis, U19-Nationalspieler, hatte zuletzt bei den Europameisterschaften mit einigen Siegen auf sich aufmerksam gemacht.

Zum erweiterten Kader gehören Dennis Tschunichin und Michael Fuchs, sowie das GSV-Urgestein Igor Maruk. Mit viel Aufwand hatte der GSV schon während der Pandemiezeit für eine Trainingshalle gesorgt, die für Einzeltraining und nach »Öffnung« auch für das Mannschaftstraining genutzt wurde. »Wir sind klarer Underdog und haben entsprechend nichts zu verlieren, darin liegen für unsere Spieler die Chancen«, baut Boldt keinen Druck auf. Ziel bleibt es, für die Akteure ein Umfeld zur Weiterentwicklung zu bieten.

Als Trainer agiert weiterhin Christian Löffler, ab diesem Jahr zusätzlich als Spielertrainer, der den Hessenliga-Kader verstärken wird. Sein erstes Spiel bestreitet der Gießener SV am 11. September in Köln, am 18. September (14.00 Uhr Friedrich-Ebert-Schule) präsentiert sich der neuformierte Kader erstmals dem heimischen Publikum.



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