07. September 2022, 06:00 Uhr

HSG Wetzlar

HSG Wetzlar: Zur Heimpremiere kommen die Füchse

Heimpremiere für die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga-Saison 2022/23. Und gleich der Knaller gegen Titelaspirant Füchse Berlin. Trainer Matschke nimmt die etablierten Spieler in die Pflicht.
07. September 2022, 06:00 Uhr
Daniela_Pieth
Von Daniela Pieth
Die Füchse Berlin mit dem neuen Superstar der Bundesliga, dem Dänen Mathias Gidsel, kommen heute zur Heimspiel-Premiere der HSG Wetzlar. FOTO: IMAGO

Heute Abend bestreitet Handball-Bundesligist HSG Wetzlar das erste Heimspiel seiner Jubiläums-Saison. Um 19.05 Uhr wird die Partie gegen die Füchse Berlin in der Buderus-Arena angepfiffen. Tickets sind an der Abendkasse erhältlich.

Die Zuschauer: Die derzeitige wirtschaftliche Lage macht natürlich auch vor Sportveranstaltungen nicht halt. Am Montag zählte man auf der Geschäftsstelle der HSG etwa 2200 verkaufte Tickets. Das liegt weit unter dem Durchschnitt zu Vor-Corona-Zeiten. Die Gründe sind vielfältig, dennoch hofft Geschäftsführer Björn Seipp, »dass wir noch den einen oder anderen gewinnen können, der uns am Mittwoch in diesem schweren Spiel unterstützt.« Die Mannschaft hat am Dienstag extra in der Arena trainiert, um die Neuzugänge an die Halle zu gewöhnen. Zudem ist ein zusätzlicher Termin anberaumt, um die Abläufe außerhalb der 20 mal 40 Meter mit den Neuen durchzugehen. »Das haben wir eigentlich noch nie gebraucht und zeigt, wie viel Arbeit das ist, Struktur reinzukriegen«, so Seipp.

Der Meisterschaftskandidat: Die Füchse haben sich mit drei Nationalspielern verstärkt. Damit wird auf allen drei Positionen der Konkurrenzkampf massiv erhöht. Das wurde bereits im ersten Spiel gegen Frisch Auf Göppingen sichtbar. Linkshand Fabian Wiede schien noch eine Spur intensiver zu spielen, weil mit Mathias Gidsel ein aktueller Weltmeister hinter ihm mit den Hufen scharrt. Nach der Einwechslung des Dänen nahm das Berliner Spiel noch einmal an Fahrt auf. Er zog innerhalb von fünf Minuten zwei Rote Karten für die Göppinger, inklusive Siebenmeter für das eigene Team, und erzielte im Spiel selbst drei Treffer. Der 23-Jährige machte wenig Fehler und glänzte auch als Torvorbereiter mit klugen Anspielen. Am Kreis macht Max Darj Druck auf Mijajlo Marsenic. Der schwedische Vizeweltmeister kam vom Bergischen HC und kann, im Gegensatz zu Vorgänger Johann Koch, im Mittelblock decken. Zudem schätzt man in Berlin sein Tempo im Umschaltspiel, das hinsichtlich der Regeländerungen beim Anwurf an Bedeutung zunimmt. Für die Torwartposition hat sich Berlin den Russen Viktor Kireev geschnappt. Eine klare Nummer eins soll es damit zwischen den Pfosten nicht mehr geben. Kireev und Dejan Milosavjev sollen sich in ihrer Leistungsentwicklung gegenseitig vorantreiben.

Das Füchse-Spiel: Gefährlich ist bei den Berlinern jeder Spieler. Sich auf einen zu fokussieren, macht daher wenig Sinn. Die Füchse punkten mit ihren Qualitäten im Spiel Eins-gegen-Eins. Daraus generieren sie, falls nicht sofort der Torabschluss erfolgt, sehr gute Folgehandlungen. Sie spielen einen schnellen Ball und machen wenig technische Fehler. Dabei werden vor allem die Außenspieler und Kreisläufer gut in Szene gesetzt, womit viele Zeitstrafen und Siebenmeter gezogen werden. »Da müssen wir ganz intelligent in der Abwehr verschieben. Darauf freue ich mich aber, weil es von der Ähnlichkeit auch am Sonntag gegen Magdeburg so sein wird«, analysierte Matschke. »Ich glaube, und das kommunizieren sie ja auch so, dass die Füchse ein Anwärter auf die Meisterschaft sind.«

Weiter Zueinanderfinden : »Für uns geht es in dieser Woche weniger um den Gegner«, erklärte Matschke. »Es geht vielmehr darum, dass wir uns weiterentwickeln und zueinander finden.« Hier hatte der Trainer vom Testspiel gegen die Rhein Neckar Löwen zu dem verlorenen Bundesligaauftakt beim HC Erlangen schon Verbesserungen ausgemacht. »Wir müssen aber jetzt von Erlangen zu Berlin auch wieder in vielen Dingen besser werden.« Hier sind vor allem die etablierten Spieler in der Pflicht. Die spielen zwar auch noch keine zehn Jahre in der Bundesliga, wollen und sollen aber Verantwortung übernehmen. Die Neuzugänge wie Jonas Schelker, Hendrik Wagner und Radojica Cepic haben in Erlangen zwar viel Spielzeit erhalten und ihre Sache gut gemacht. Dennoch werden wohl auch heute Abend Lenny Rubin, Magnus Fredriksen und Vladan Lipovina in der Start-Sieben stehen. Mit den Trainingsleistungen ist Matschke zufrieden, nun will er Ergebnisse im Spiel sehen. »Die Jungs sind gängig und griffig und wissen, wenn sie gut oder schlecht gespielt haben. Die haben schon den Anspruch, dass sie besser sein wollen.« Es ist in allen Bereichen noch viel Luft nach oben, und so machte Matschke auch nicht vor Veränderungen im Training halt, um noch mehr Intensität zu bekommen. »Wir reden gerade nicht von einem Ergebnis«, erklärte er. »Für uns geht es aktuell eher darum, die beste Version von uns selbst auf den Platz zu bringen. Die beste Version der HSG Wetzlar. Ich weiß, wenn wir in diesen Bereich kommen, dann werden wir auch gewinnen.«



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