25. September 2021, 11:56 Uhr

Gießen 46ers

Kein Kaffeekränzchen

Die Basketballer der Gießen 46ers kehren zurück. Auf das Bundesliga-Parkett. Am Sonntag gegen medi Bayreuth gilt es, die personellen Rückschläge der Vorbereitung hinter sich zu lassen.
25. September 2021, 11:56 Uhr
Neue Saison, neuer Trainer: Pete Strobl steht mit den Gießen 46ers für seiner Heimpremiere. FOTO: FRIEDRICH

Gießen 46ers


Im ersten Heimspiel der neuen Basketball-Saison begrüßt Bundesligist Gießen 46ers am Sonntag (15 Uhr) das Team von medi Bayreuth. Erstmals seit über eineinhalb Jahren sind wieder Zuschauer zugelassen. Die 46ers erwartet eine emotionale Rückkehr, sportlich aber sicher kein Kaffeekränzchen.

Hinter dem Club liegt eine komplizierte Vorbereitungsphase mit vielen Verletzungen. Nun wartet ein hartes Auftaktprogramm in die 55. Spielzeit der Basketball-Bundesliga. Gießen trifft in den ersten fünf Partien auf drei Schwergewichte der Liga und zwei direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Um nicht früh ins Hintertreffen zu geraten, sind Punkte nötig.

Rückblick: Überstrahlt wird die sportliche Großwetterlage dabei von der Rückkehr der 46ers-Fans in die Sporthalle Ost. Erstmals sind wieder Zuschauer bei einem regulären Spiel zugelassen. Der letzte Auftritt vor vollen Kulissen datiert vom 7. März 2020. Die 46ers trugen damals das Hessenderby gegen Frankfurt aus, vor dem Spiel wurde Ex-Ex-Geschäftsführer Heiko Schelberg verabschiedet: eine andere Zeit.

Corona-Regeln: Die 2G-Regelung des Clubs - nur geimpfte und genese Personen erhalten Zutritt, dafür kann am Platz auf das Tragen eines Mundschutzes verzichtet werden - erlaubt eine rasche Rückkehr zur Teilnormalität, wobei »Teil« wohl großgeschrieben werden muss. Es ist nur schwer abzuschätzen, wie das Interesse nach langen Quartalen ohne Zuschauerbeteiligung langfristig ausfallen wird. Bis Mitte der Woche konnte der Club rund 1150 Tickets absetzen. Die mobilen Stehtribünen auf der Ost- und Westseite der Halle werden beim ersten Spiel nicht aufgebaut. Verantwortlich dafür sind Reparatur- und Wartungsmaßnahmen, wie Geschäftsführer Stephan Dehler im Internet-Forum Schönen-Dunk. de erklärt: »Bisher konnten wir je Seite mehrere 100 Fans unterbringen. Bedingt durch den Wegfall der Tribünen (nur am ersten Spieltag!) mussten wir die gebuchten Plätze reduzieren und auf beide Seiten verteilen, um die Sicherheit und auch Sichtachsen auf das Feld für die Fans gewährleisten zu können.«

Die Lage: Die 72:98-Niederlage beim Test in Chemnitz am vergangenen Wochenende fügte sich nahtlos in das sportliche Gesamtbild, welches die 46ers in den Wochen zuvor gegeben haben. Beim 64:84 in der Osthalle gegen Heidelberg eine Woche zuvor hatten sich die 250 anwesenden Fans selbst davon überzeugen können, dass das Team noch an beiden Seiten des Feldes Luft nach oben hat.

Das Lazarett hat daran eine große Mitschuld. Nur dadurch, dass das Farmteam der Rackelos ins Mannschaftstraining der 46ers integriert wurde, war über Wochen überhaupt ein Fünf-gegen-fünf-Training möglich. »Die Niederlagen aus der Vorbereitung sind Vergangenheit. Wir müssen jetzt nach vorne schauen«, resümiert Strobl die suboptimale Vorbereitung und verspricht: »Wir werden Gebirge bewegen, aber eben nur Schritt für Schritt.«

Personelles: Brayon Blake und John Bryant konnten gegen Chemnitz zwar mitauflaufen. Unklar ist aber, in welchem Maße sie Strobl unter realen Bedingungen eines Bundesligaspiels wirklich zur Verfügung stehen werden. Auch hinter dem Einsatz von Florian Koch steht ein Fragezeichen (Knieblessur), ein noch größeres hinter dem von Kendale McCullum. Mittlerweile ist der an der Schulter verletzte Comboguard seit einem Monat aus dem Training raus. Bei Shootingguard Rawle Alkins wird aus dem Try-out- dafür nunmehr ein Saiosnvertrag. Der US-Amerikaner nimmt somit den sechsten Importplatz im Kader von Cheftrainer Pete Strobl ein. Den BBL-Auftakt der Mittelhessen morgen bestreitet der gebürtige New Yorker mit seiner ausgewählten Rückennummer 20.

Der Gegner: Bayreuth hat eine gute Vorbereitung gespielt und unter anderem das auch international antretende Team aus Straßburg bezwungen. Mit Bastian Doreth und Andreas Seiferth blieben die beiden prägenden Aushängeschilder der Franken erhalten. Freuen dürfen sich die 46ers-Fans auf die Rückkehr von Cameron Wells. Der Combo- guard war mit den Mittelhessen vor sechs Jahren aufgestiegen. Trainer ist nach wie vor Raoul Korner, der mit diesem Kader einen hinteren Playoffplatz anpeilt.

Das sagt Trainer Strobl: »Bayreuth hat eine gute Mischung, ist sehr talentiert und spielt teils schon lange zusammen. Wir werden alle Hände voll zu tun haben. Obwohl wir nicht hundertprozentig fit sind, werden wir alles geben. Wir sind begeistert, den Heimvorteil in der Osthalle zu erleben, und wollen mit allem kämpfen, was uns zur Verfügung steht.«

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