16. September 2021, 21:42 Uhr

Konstanz und Identifikation

16. September 2021, 21:42 Uhr
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Von Sebastian Kilsbach
Lich Basketball vor dem Start in die 2. Basketball-Regionalliga-Saison 2021/22 (hinten von links nach rechts): Lucas Nasev, Viktor Klassen, Felix Schweizer, Johannes Roith, Finn Jakob, Till Wagner, Julian Bölke, Paul Hungenberg, Kevin Hoxallari, Michael Stephan, Sebastian Katzenbach (Physiotherapeut); vorne (sitzend, von links nach rechts): Paul Gänger, Rene Keller, Yannik Ribbecke, Nils Pompalla, Carl Chromik. Nicht dabei: Cedric Ohly. FOTO: JAKOB ERLL

Ganz knapp waren die Licher Regionalliga-2-Basketballer im Sommer am Aufstieg in die Regio 1 gescheitert. Nach turbulenten Corona-Jahren setzt der Club auf personelle Konstanz und Jugendförderung. Los geht es am Samstag mit dem Heimspiel um 19 Uhr in der Dietrich-Bonhoeffer-Halle gegen das Farmteam aus Trier.

Ausgangslage: Der Ausländerspot im Kader bleibt dafür verwaist. »Wir haben uns nach dem Aufstiegsturnier Gedanken gemacht mit der Chefabteilung und entschieden, jetzt noch mehr auf die Jugend zu setzen«, erklärt Cheftrainer Viktor Klassen. Damit soll der Tatsache Tribut gezollt werden, dass sich die Jugendspieler bei diesem Turnier glänzend präsentiert hatten. Doch auch die unruhige Corona-Zeit trägt zur Neuausrichtung bei. »Ich gehe davon aus, dass die meisten Teams ohne Amerikaner spielen werden. Das hat alles Spuren hinterlassen«, so Klassen. Durch die glänzende Nachwuchsarbeit der letzten Jahre sieht er seine »Erste« aber glänzend aufgestellt.

Kommen/Gehen: Leistungsträger wie Yannick Ribbecke, Nils Pompalla und Rene Keller bleiben dem Verein treu. Felix Schweizer war eigens für das Aufstiegsturnier von den Rackelos an die Wetter zurück gelotst worden, bevor er mit Verdacht auf Blinddarm- entzündung ausschied. Die Schmerzen entpuppten sich als Hüftverletzung, deren wegen der Guard erst für die Rückrunde zurückerwartet wird. »Da müssen und werden wir uns durchkämpfen«, sagt Klassen. Auch die Nachwuchsachse um Johannes Roith, Finn Jakob und Paul Hungenberg bleibt Teil des Kaders, soll einen weiteren Schritt nach vorne machen. Verabschieden müssen sich die Mittelhessen von Scott Stone. Der US-Guard hatte das Team zu Saison- beginn geführt, bevor der Ligabetrieb eingestellt wurde.

Neu dabei ist Kevin Hoxallari, der Pompalla auf der Aufbauposition entlasten soll. »Wir haben ihn gefragt, ob er bei uns mittrainieren will. Da Nils nicht mehr der Jüngste ist, mussten wir für Entlastung sorgen«, freut sich Klassen. Aus der NBBL stößt Carl Chromik zum Team, der beim Vorbereitungsturnier in Krofdorf einen guten Eindruck hinterlassen hat.

Stärken/Schwächen: Klassen vertraut auf die gute Mixtur aus ganz jungen, erfahrenen Spielern und Kräften im besten Basketballalter. »Die Stärke wird der Teamgeist sein, alle kämpfen füreinander.« Damit daraus auch sportlicher Erfolg resultiert, muss die Lernkurve bei allen ansteigen. Genau dafür jedoch ist die Mixtur ausgelegt. »In der Vorbereitung haben die Jungen gezeigt, dass sie eigentlich längst mithalten können. Nun müssen sie das Selbstvertrauen entwickeln, dies stets aufs Parkett zu bringen«, erklärt der Coach.

Umfeld/Trainer: In der Dietrich-Bonhoeffer-Halle steppt normalerweise der Bär, auch wenn man den Beinamen BasketBären vor einigen Jahren begraben hat. Um die achthundert Zuschauer strömten - vor Corona - zu den Spielen des Licher Aushängeschilds. Entsprechend hofft man auf eine Rückkehr zur Teilnormalität, obwohl Klassen dem Sport im Allgemeinen hier noch einen langen Weg prognostiziert. »Wir erwarten Hunderte Fans und stecken seit Tagen in der Vorbereitung, es wird das reguläre Programm geben, Zuschauer, Verpflegung und Musik, bei toller Stimmung. In die Halle dürfen Genesene, Geimpfte und 250 getestete Personen mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test, bei Schülern reicht das regelmäßig gepflegte Testheft«, so Annette Gümbel, die Vorsitzende der Licher Basketballer.

Prognose: Vom klaren Aufstiegsziel der Vorjahre distanziert sich Lich derzeit zwar. Die gute Mixtur soll aber zu einem Platz unter den ersten sechs Mannschaften führen. Die für alle Beteiligten völlig neue Situation erschwert jede Prognose. Ein Trumpf für den Licher Basketball mag aber das hohe Maß an personeller Konstanz sein. »Wir wollen schon oben mitspielen, aber wir werden hier und da auch auf die Fresse fliegen«, ist sich Klassen sicher. Dem Support der Fanbasis - dafür braucht es keine Glaskugel - wird das in jedem Fall keinen Abbruch tun.



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