27. Februar 2021, 19:00 Uhr

TSF Heuchelheim

Mit blauem Auge davonkommen

Holger Schmidt, der neue 1. Vorsitzende der TSF Heuchelheim, einem der mitgliederstärksten Clubs im Sportkreis Gießen, über den Mehrspartenverein in Pandemiezeiten.
27. Februar 2021, 19:00 Uhr
Seit September 2020 an der Spitze der TSF Heuchelheim: Holger Schmidt. FOTO: BF

Seit September letzten Jahres steht Holger Schmidt an der Spitze der TSF Heuchelheim, eines Mehrspartenvereins mit knapp 2300 Mitgliedern. Holger Schmidt übernahm das Zepter in einer Zeit, in der die Aktivitäten pandemiebedingt erheblich eingeschränkt werden mussten, der Sportbetrieb wurde in vielen Bereichen auf Eis gelegt und das soziale Miteinander entweder zurückgeschraubt oder auf eine andere Ebene verlagert. Der 49-jährige Bankbetriebswirt leitet einen Verein, der seine Kernaufgabe derzeit kaum oder zumindest nur unter erschwerten Bedingungen wahrnehmen kann. Holger Schmidt erklärt, wie er und seine Vorstandskollegen sowie die weiteren Vereinsmitarbeiter trotz des Lockdowns dafür Sorge tragen, dass aus dem Vereins- kein Stillleben wird.

Welche Probleme bereitet die Pandemie einem Verein wie den TSF?

Durch die Sperrung der Sportstätten und die Kontaktverbote ist der Sportbetrieb, so wie wir ihn bisher kennen, stillgelegt. Daneben müssen die oft an den Sport anschließenden geselligen Stunden, in meiner aktiven Handballzeit als dritte Halbzeit bezeichnet, natürlich auch ausfallen. Damit verliert der Verein derzeit nicht nur seine Funktion als Anbieter von Sportangeboten, sondern auch seine nicht minder wichtige Eigenschaft als sozialer Treffpunkt.

Was wird getan, damit das Sportangebot, gerade in der Abteilung Turnen und Breitensport, aufrechterhalten werden kann, wenn auch in einem bescheideneren Rahmen? Können Sie Beispiele nennen?

Verschiedene Angebote im Fitnessbereich werden für die Gruppen online angeboten, dazu gehören zum Beispiel Rücken-Power, Step oder Zumba. Aber auch in den anderen Abteilungen gibt es zahlreiche Bemühungen, mit den Sportlerinnen und Sportlern in Kontakt zu bleiben. In den Ballsportarten werden Trainingspläne für Individualtrainings erstellt und verteilt und über regelmäßige Online-Sportstunden versucht, den Kontakt und die Fitness aufrechtzuerhalten. Das ist besonders wichtig, um gerade im Jugendbereich bis zu einer Wiedereröffnung den Kontakt nicht zu verlieren. Hierfür gebührt den Übungsleiterinnen und Übungsleitern ein großer Dank für ihr Engagement und ihre Kreativität.

Halten die Mitglieder ihrem Verein die Treue, oder hat es Austritte in einer nennenswerten Größenordnung gegeben? Wie bewerten Sie die Entscheidung der Sportler?

Bisher konnten wir noch keine größeren Austrittszahlen verzeichnen. Für diese Treue sind wir unseren Mitgliedern sehr dankbar. Das zeigt uns, dass wir eben nicht nur ein Dienstleister für Sportangebote sind, sondern dass sich unsere Mitglieder mit dem Verein verbunden fühlen.

Themenwechsel. Sie hatten die altersbedingt erforderliche Erneuerung des Hallenbodens in der Vereinsturnhalle und des Kunstrasenplatzes auf dem Sportgelände als die großen Projekte bezeichnet, die in naher Zukunft anstehen. Sind Sie diesen Vorhaben inzwischen näher gekommen, oder ist hier pandemiebedingt ein vorübergehender Stillstand eingetreten?

In beiden Projekten laufen die Planungen unabhängig von der Unterbrechung des Sportbetriebes. Beim Hallenboden sind bereits Zuschussanträge gestellt, um die Finanzierung zu regeln. Im Fall der Erneuerung des Kunstrasens beginnen wir gerade mit der Ermittlung der Kosten.

Wie halten Sie bzw. Ihre Kollegen im Vorstand und den Abteilungen die zu einem funktionierenden Vereinsleben gehörenden sozialen Kontakte aufrecht?

Sitzungen und Besprechungen werden regelmäßig über Online-Portale durchgeführt, aber auf darüber hinausgehende soziale Kontakte müssen wir natürlich derzeit wie alle anderen auch leider verzichten.

Kann man Lehren aus den pandemiebedingten Einschnitten ziehen? Besteht die Chance, Teile der getroffenen Maßnahmen und Regelungen in der hoffentlich bald beginnenden coronafreien Zeit sinnvoll anzuwenden?

Eine Lehre ist vielleicht, nicht mehr alles, was angeboten wird, als selbstverständlich hinzunehmen, sondern etwas mehr Dankbarkeit zu zeigen angesichts der Möglichkeiten, die sich in »normalen« Zeiten in unserer heutigen Gesellschaft bieten. Einen positiven Aspekt kann ich nennen: Als im letzten Jahr die Frühjahr die Hallen noch gesperrt waren, aber Sport im Freien zulässig war, wurden einige Fitness-Angebote nach draußen verlagert. Das kann gut an und ist eine Möglichkeit, die man auch nach Ende der Pandemie bei schönem Wetter weiterführen kann

Wie werden die TSF aus der Pandemie herauskommen?

Wenn die Einschränkungen im Frühjahr langsam auslaufen und die Sportlerinnen und Sportler wieder in die Sportstätten zurückkehren können, werden wir wohl mit einem blauen Auge davonkommen.

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