09. September 2022, 08:00 Uhr

Gießen 46ers

Offene Fragen bei den Gießen 46ers vor Hessenderby-Testspiel

In der Saisonvorbereitung auf die 2. Basketball-Bundesliga ProA empfangen die Gießen 46ers am Sonntag (17 Uhr) Erstligist Frankfurt Skyliners. Der Club hofft dabei auf eine höhere Zuschauerresonanz als zuletzt.
09. September 2022, 08:00 Uhr
Avatar_neutral
Von Sebastian Kilsbach
Die Gießen 46ers um Pointguard Jordan Barnes treffen am Sonntag in einem Testspiel in der Osthalle auf den Bundesligisten Skyliners Frankfurt. FOTO: FRIEDRICH

Beim Pointers-Cup am letzten Wochenende kamen jeweils nur 300 bis 400 Gäste in die Sporthalle Ost. Auch wenn das Testturnier vom neuen Drittligisten Gießen Pointers ausgetragen wurde: Mehr Zuschauer hätten sicherlich auch die 46ers erwartet, die den Cup nach Siegen über Pointers und Münster gewannen.

Fest steht: Wer sich das angesehen hat, dürfte auch am Sonntag zum Test gegen den früheren Ligarivalen Frankfurt erscheinen. Biss und Entschlossenheit des neuformierten Teams machten Lust auf mehr. Obwohl Maximilian Begue und Luca Kahl im Turnierverlauf verletzt ausschieden, siegten die Gießener zweimal in souveräner Manier.

Die Verletzungssituation ist neben der geringen Fan-Resonanz die zweite Baustelle des Vereins. Während Begue (Pferdekuss) wieder ins Rad eingreifen können dürfte, steht bei Kahl noch eine genaue Diagnose aus. Der Energizer war ohne Gegnereinwirkung nach einem Wurf vom Feld gehumpelt. Am Spielfeldrand hatte er den Schmerz noch herauszulaufen versucht. Derzeit aber kann der gebürtige Soester nicht mittrainieren. Das alles wirkt sich auf die Trainingsbedingungen der 46ers aus. Gerne würde Coach Branislav »Frenki« Ignjatovic wieder vollzählig trainieren lassen, an ein Fünf-gegen-Fünf ist gegenwärtig nicht zu denken.

»Hoffentlich kommen nach dem letzten Wochenende, an dem sich die Mannschaft gut präsentiert hat, noch mehr Leute, um sich die neugeformte Mannschaft anzuschauen«, sagt der Basketballlehrer: »Die Brisanz ist immer da: Auch, wenn Frankfurt in der BBL geblieben ist, herrscht Rivalität.«

Unter der Woche unterlagen dezimierte 46ers unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Würzburg mit 63:98. Tests gegen höherklassige Teams seien aber immer ein guter Prüfstein, führt Ignjatovic weiter aus.

Zu den positivsten Erscheinungen der bisherigen Pre-Season zählt dabei Stefan Fundic. Mit zwei Metern Körperlänge ist der Serbe zwar unterdurchschnittlich groß für seine Position. Das »Aber« lässt sich aber sehen: »Jeder, der ihn spielen gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Spieler mit seiner Energie und diesem Spirit sind für jedes Team wertvoll. Er steht immer in der ersten Reihe und ist sich für nichts zu schade. Er ist zwar kein filigraner Techniker, aber gerade beim Rebounding unersetzbar.«

Tatsächlich bestach Fundic beim Pointers-Cup durch gutes Raumverständnis und einen unbändigen Willen beim Kampf um offene Bälle. Aus privaten Gründen musste er nach Belgrad fliegen, wird am Freitag aber wieder im Training erwartet und soll zwei Tage später gegen Frankfurt auflaufen.

Einen ordentlichen Eindruck hinterließ auch Try-out-Spieler Justin Martin, bei dem die Zeichen auf Vertragsverlängerung stehen. »Er hatte gute Momente und auch schwächere«, äußert sich Ignjatovic. Entwicklungspotential sei beim 32-jährigen US-Amerikaner aber definitiv gegeben.

»Am wichtigsten« - so das Resümee des Headcoachs vor dem Frankfurt-Spiel - »ist aber, dass jetzt alle gesund bleiben« und die Verletzten schnell genesen. Je früher das Team vollzählig trainieren könne, desto schneller ließe sich eine Einheit bilden, die in der ProA konkurrenzfähig ist. Noch haben die Gießen 46ers rund drei Wochen Zeit. Saisonstart ist am 1. Oktober bei den Eisbären Bremerhaven.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos