20. November 2021, 12:00 Uhr

Handball

Plötzlich ein Spitzenspiel für den TV 05/07 Hüttenberg

Zwei Überraschungsteams treffen aufeinander: Der TV 05/07 Hüttenberg gastiert am Sonntagabend beim VfL Eintracht Hagen zum Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga.
20. November 2021, 12:00 Uhr
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Von Markus Röhrsheim
Eine Menge Arbeit wartet auf Hüttenbergs Torhüter Dominik Plaue in Hagen. JENNIVER-FOTOGRAFIE

Nach zuletzt zwei Heimspielen gehen die Zweitliga-Handballer des TV 05/07 Hüttenberg zum Abschluss der englischen Woche noch einmal auf Reisen. Am Sonntag um 18 Uhr sind die Mittelhessen in der Krollmann-Arena Gast des Aufsteigers VfL Eintracht Hagen zum Duell Zweiter gegen Dritter.

Spitzenspiel: »Wer das vor der Saison getippt hätte, der hätte viel Geld für seinen Wettschein bekommen.« schmunzelt TVH-Trainer Johannes Wohlrab. Denn dass die Gastgeber sowie der in der letzten Saison lange gegen den Abstieg kämpfende TVH nach dem elften Spieltag punkt- und torgleich die Plätze zwei und drei belegen würden, hätte sicherlich auch keiner der Handball-Experten vorhergesagt. »Wir gehen mit purer Freude auch an diese Aufgabe heran, und wir wollen versuchen, in Hagen zu gewinnen. Wir haben nichts zu verlieren und können mit breiter Brust befreit aufspielen«, gibt Wohlrab bei aktuell 16:6 Punkten die Marschroute vor.

Starker Aufsteiger: Beeindruckend ist der Liga-Rückkehrer nach zweijähriger Abstinenz mit der Aufstiegs-Euphorie gestartet, profitierte allerdings zunächst auch ein wenig vom etwas leichteren Auftaktprogramm. Mit dem 29:28-Auswärtssieg am letzten Wochenende bei Erstliga-Absteiger TuSEM Essen und dem Start-Ziel-40:36-Heimsieg gegen Tabellenführer VfL Gummersbach am Mittwoch zeigte die Mannschaft von Trainer Stefan Neff aber, dass sie auch Spitzenspiel kann und brachte zudem TuSEM die erste Heimniederlage bei. Wohlrab gibt aber auch zu bedenken: »Hagen hat den doppelten Etat von uns. Von daher ist die Momentaufnahme von uns noch höher zu bewerten.«

Hagener Schlüsselspieler: Mit Pouya Norouzinezhad haben die Hagener im Sommer einen erstligaerfahrenen Rückraum- und Führungsspieler verpflichtet. Gemeinsam mit dem Halbrechten Philipp Vorlicek, der vom Erstliga-Absteiger Nordhorn kam, zeichnet der Iraner für die meisten Hagener Treffer verantwortlich. »Das ist höchste individuelle Qualität«, lobt der TVH-Trainer. Unterstützung bekommen die beiden dabei von Tim Stefan, der in der letzten Hüttenberger-Erstliga-Saison unter Emir Kurtagic nicht glücklich wurde und seitdem das grün-gelbe Trikot trägt. Mit Luca Klein und Nico Bratzke stehen allerdings auch zwei Talente im Hagener Kader, die noch Anfang des Monats zusammen mit Hüttenbergs Niklas Theiß beim Lehrgang der U20-Nationalmannschaft unter Bundestrainer Martin Heuberger weilten.

Trainerbesonderheit: Bei beiden Mannschaften stehen Trainer in ihrem Heimatort in der Verantwortung. Eine sicherlich sehr seltene Konstellation im Profisport. Während Stefan Neff sogar in Hagen geboren wurde, wohnt der gebürtige Kleenheimer Johannes Wohlrab fußläufig zum Sportzentrum Hüttenberg. Darüber hinaus eint die beiden der gemeinsame Jahrgang 1986.

Formkurve: Das Selbstvertrauen der Gastgeber kann nicht größer sein. Die Aufstiegseuphorie wurde durch den glänzenden Saisonstart weiter beflügelt und mündete in den beiden Siegen zuletzt gegen die Aufstiegsaspiranten Essen und Gummersbach. Aber auch der TVH hat in der englischen Woche bisher 4:0 Punkte geholt. Gegen Lübeck-Schwartau konnten die Blau-Weiß-Roten sogar den Ausfall des besten Ligatorschützen Dominik Mappes kompensieren. Und sie bewiesen zuletzt, dass jeder im TVH-Kader seine Rolle bestens ausfüllt. »Es ist kein Bruch zu bemerken, wenn wir wechseln«, stellt Abwehrchef Moritz Zörb zufrieden fest. Unter anderem zwölf verschiedene Torschützen gegen Aue unterstreichen diese Aussage. »Was uns so stark macht ist, dass wir als Team auftreten«, betont auch Trainer Wohlrab.



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