07. Juni 2021, 07:00 Uhr

FC Gießen

Vidakovics-Tor zum Abschied, aber der FC Gießen gewinnt in Stadtallendorf

Der FC Gießen hat sein angestrebtes 50-Punkte-Ziel erreicht! Die Mannschaft von Trainer Daniyel Cimen gewann das Mittelhessen-Derby bei der Eintracht Stadtallendorf mit 3:1 (1:0). Während bei Gießen Torhüter Tolga Sahin und Ali Ibrahimaj glänzten, sorgte Eintracht-Kapitän Kevin Vidakovics bei seinem Comeback für mehrere Gänsehautmomente.
07. Juni 2021, 07:00 Uhr
GRM
Kollektiver Jubel beim FC Gießen nach dem zwischenzeitlichen 3:0 im Regionalliga-Derby in Stadtallendorf durch Kamil Tyminski (links). FOTO: VOGLER

Der zweite Sieg in Folge für den FC Gießen. Im Derby beim Absteiger Eintracht Stadtallendorf setzte sich der Regionalligist am Samstag vor 200 Zuschauern mit 3:1 (1:0) verdient durch. Nach dem Abpfiff der Partie zeigte sich Gießens Trainer Daniyel Cimen sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: »Es war ein wildes Spiel, in dem beide Mannschaften ihre Möglichkeiten hatten und in dem wir die Mannschaft waren, die aus ihren Chancen mehr Tore gemacht hat. Deswegen sind wir super happy, dass wir hier gewonnen und unser internes Ziel von 50 Punkten erreicht haben.«

Fünf Minuten waren gespielt, als Laurin Vogt mit einem Schuss von der rechten Strafraumkante an Tolga Sahin im FC-Tor scheiterte. Die Gießener versuchten es zunächst vor allem über die rechte Seite, wo Gabriel Weiß und Ali Ibrahimaj ordentlich Dampf machten. Schließlich war es Nikola Trkulja, der im Mittelfeld den Ball eroberte und zu Ibrahimaj passte. Dieser schickte Jonas Arcalean, der relativ unbedrängt in den Strafraum zog und mit dem Außenrist das 1:0 erzielte (13.).

Knapp 20 Minuten später musste der Torschütze allerdings verletzungsbedingt den Platz verlassen und wurde durch Johannes Hofmann ersetzt. »Wir hoffen, dass es nur eine Mittelfußprellung ist. Er hatte schon mal einen Mittelfußbruch, das wollen wir mit einem Röntgenbild noch ausschließen. Es wäre enorm bitter für ihn, aber Stand jetzt gehen wir von einer Prellung aus«, informierte Cimen über die Verletzung seines Schützlings.

Nun übernahm die Eintracht das Kommando und hatte gleich mehrere gute Chancen: Jascha Döringer setzte einen Kopfball knapp über das Tor, während Vogts Schuss von Marco Boras geblockt wurde (34./44.). Besonders bedanken konnte sich der FC allerdings bei Schlussmann Sahin, der einen Lupfer von Döringer im Sprung fing und auch einen Seitfallzieher von Vogt mit einer Fußbabwehr parierte (42./45.). Dies sah auch Cimen so: »Tolga hat sich nie hängen lassen. Dafür hat er dieses Spiel bekommen und auch das nächste Spiel. Er hat heute einen guten Job gemacht und war da, wo wir ihn gebraucht haben.«

Vier Minuten nach der Pause klärte Ben-Luca Fisher einen Kopfball von Nejmeddin Daghfous per Hacke auf der Linie. Darauf folgten wieder Möglichkeiten der Eintracht: Ein Freistoß von Muhamet Arifi flog am Tor vorbei, Michael Fink rettete in letzter Sekunde vor Vogt, und ein Kopfball von Malcolm Phillips klatschte an den Querbalken (58./64./65.). Dann sorgte Schiedsrichter Philipp Schlegel bei Stadtallendorf für Aufregung, als er einen Kontakt zwischen Sahin und Damijan Heuser als nicht elfmeterwürdig bewertete (69.). Ebenso übersah er nur eine Minute später ein klares Handspiel von Ibrahimaj, welches zwar außerhalb des Strafraums stattfand, aber dafür zu einem gefährlichen, wenn auch schließlich ergebnislosen Gießener Konter führte.

In der 75. Minute war es soweit: Unter Sprechchören betrat Vidakovics - zum ersten Mal in dieser Saison und vermutlich letzten Mal als Eintracht-Spieler - den Rasen. Dennoch war auch er chancenlos, als der aufgerückte Boras kurz darauf das 2:0 für Gießen erzielte (77.). Ibrahimaj hatte nach einem weiteren Konter die Chance zum 3:0, doch er traf nur die Latte (80.).

Nachdem der eingewechselte Kamil Tylinski in der 86. Minute eine Flanke des starken Ibrahimaj eingeköpft hatte, war es Vidakovics vorbehalten, den Schlusspunkt zu setzen: Heuser schlug einen Freistoß von rechts in den Strafraum, wo der Eintracht-Kapitän per Kopf zum 1:3 traf (89.). Ein ganz besonderer Moment, was Vidakovics auch nach Abpfiff betonte: »Es war einfach unfassbar emotional heute. Als alle an die Linie gekommen sind, um sich zu verabschieden, als ›Gaudi‹ mir die Kapitänsbinde übergeben hat, das Tor. Es war ein super Abschied von elf emotionalen, richtig geilen Jahren!«

Am Samstag steht für den FC Gießen im heimischen Waldstadion vor Zuschauern der Regionalliga-Abschluss gegen den KSV Hessen Kassel an. Eintracht Stadtallendorf verabschiedet sich beim VfB Stuttgart II in Richtung Hessenliga. Den Südwest-Titel sicherte sich einen Spieltag vor Saisonende endgültig der SC Freiburg II. Der Bundesliga-Reserve reichte ein 1:1-Unentschieden im Spitzenspiel gegen den SV Elversberg zum Aufstieg in die 3. Liga.

TSV Eintracht Stadtallendorf: Borgert - Gaudermann, Fisher (75. Vidakovics), Schadeberg, Schütze (82. Grönke) - Heuser, Arifi (82. Bartheld), Phillips, Döringer (57. Bremer), Vogt - Lindenthal (57. Zildžovic).

FC Gießen: Sahin - Weiß, Boras, Fink, Markovic, Mohr - Münn (72. Starostzik), Trkulja (85. Tyminski) - Ibrahimaj, Daghfous (72. Erkilinc) - Arcalean (33. Hofmann).

Im Stenogramm: Tore: 0:1 (13.) Arcalean, 0:2 (77.) Boras, 0:3 (86.) Tyminski, 1:3 (89.) Vidakovics - Zuschauer: 200 - SR.: Schlegel (Unterstadion).

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