01. Februar 2021, 07:00 Uhr

Fußball

Viel Ballbesitz verhilft Gießen zu Punktgewinn

In der Fußball-Regionalliga hat der FC Gießen mit einem 1:1 (1:1) beim KSV Hessen Kassel seinen jüngsten Höhenflug bestätigt. Der soll Dienstag gegen den VfB Stuttgart II anhalten.
01. Februar 2021, 07:00 Uhr
Starke Gießener Innenverteidigung mit Marco Boras (hinten beim Kopfball) und Hendrik Starostzik (4) gegen KSV-Angreifer Nils Pichinot (Mitte). FOTO: VOGLER

Nach einer starken ersten Halbzeit ist der FC Gießen in der Fußball-Regionalliga Südwest beim KSV Hessen Kassel zu einem verdienten 1::1 (1:1)-Unentschieden gekommen und hat damit als Rang-13. in der Tabelle den Platz vor den Nordhessen behauptet. Auf Gießener Seite kamen alle sechs Winter-Neuzugänge zum Einsatz. Einen starken Eindruck in der Offensive hinterließ dabei der quirlige und technisch starke Jonas Arcalean.

Die Gießener fanden sich zunächst besser zurecht auf dem Kunstrasen. Der FC stellte mit schnellem Umschaltspiel die verletzungsbedingt geschwächte Defensive der Gastgeber immer wieder vor Probleme. Der Schuss des in der agilen, beweglichen und torgefährlichen Jonas Arcalean (10.) ging abgefälscht nur knapp am Tor vorbei.

Zehn Minuten später war Kassels Schlussmann Zunker bereits geschlagen. Robin Urban hatte mit einem Fehlpass einen Gießener Konter eingeleitet. Zunker wurde umspielt, doch Kevin Nennhuber war zurückgeeilt, warf sich in Torhüter-Manier in den Schuss des Gießener Neuzugangs Ali Ibrahimaj und rettete in höchster Not.

In der 28. Minute gingen die Gießener dann aber folgerichtig doch in Führung - durch einen Elfmeter, den Nikola Trkulja konsequent verwandelte. Zunker hatte Tim Korzuschek, der zusammen mit Arcalean und Ibrahimaj für viel Offensivdrang sorgte, zu Fall gebracht. Gießen führte vollkommen verdient, war dem 2:0 näher gewesen als die Nordhessen dem Ausgleich. »Wir hatten für ein Auswärtsspiel enorme Ballbesitzzeiten und bei der Rückpass-Aktion von Urban eigentlich das 2:0 auf dem Fuß«, erinnerte Trainer Daniyel Cimen an die Chancen direkt im Anschluss an den Führungstreffer, »unsere beiden Stürmer Arcalean und Korzuschek haben bei Ballbesitz ihre Freiheiten gut genutzt und zudem mit Ibrahimaj gut rochiert.«

Doch in der Schlussphase der ersten Halbzeit steigerte sich der KSV und kam noch vor der Pause zum unerwarteten Ausgleich. Ausgangspunkt war Ingmar Merle, der hatte ohnehin als rechter Außenverteidiger auch viele Akzente in der Offensive gesetzt. In der 41. Minute schlug er den Ball einmal mehr sehr scharf in den Strafraum, wo Pichinot den Kopf hinhielt und das 1:1 erzielte (41.). Die Löwen waren wieder im Spiel. Zwei Minuten später musste Löhe sogar Kopf und Kragen riskieren, um gegen Dawid den zweiten Gegentreffer zu verhindern.

Nach dem Wechsel wurde es hektischer, wobei zunächst der zusammen mit Hendrik Starostzik stabil in der Innenverteidigung stehende Marco Boras vor Kassels wuseligen Mahir Saglik rettete (47.) und Löhe nach einem Eckball gegen den lauernden Alban Meha auf der Hut war (48.). »Es ist halt Kunstrasen, irgendwie wird es da immer hektisch«, sagte Kassels Trainer Tobias Damm.

Nach einer Stunde - Gießen hatte sich gefangen - folgte der Rückschlag für den Kassel. Marco Dawid, in der ersten Halbzeit bereits verwarnt, sah nach einem harten Einsteigen gegen Tim Korzuschek an der Seitenlinie Gelb-Rot. »Absolut übertrieben«, urteilte KSV-Coach Damm, der den Unparteiischen aus seiner Sicht bei einigen Aktionen nicht auf Ballhöhe sah.

Gießen erhöhte sofort den Druck, stand wieder höher und drängte die Kasseler mit Hilfe von klaren Kommandos und Absprachen tiefer in die eigene Hälfte. Die Nordhessen aber standen im Strafraum trotz Unterzahl nun im 4-4-1 kompakter als vor der Pause. Cimen: »Uns hat die gelbrote Karte für Kassel nicht gutgetan, da waren wir zu ungeduldig.«

Echte Chancen erspielten sich die Gießener, die bis auf wenige Konter gut gestaffelt und laufstark in der Rückwärtsbewegung hinter den Ball kamen, deshalb kaum. Arcalean kam nach 66 Minuten gegen den Ex-Gießener Kevin Nennhuber zum Abschluss - neben das Tor.

Bei zwei, drei Kontern in der letzten halben Stunde waren dann die Kasseler sogar noch der Führung näher. So in der 75. Minute. Alban Meha luchste Andrej Markovic den Ball ab, über Mahir Saglik kam er zu Adrian Bravo Sanchez, dessen Schuss von der Strafraumgrenze auf der Latte landete. Fünf Minuten später machte der KSV aus einer Gießener Ecke einen tollen Konter über Meha und Bravo Sanchez. Doch Mehas Schuss wurde von Torhüter Frederic Löhe abgeblockt.

Ab der 84. Minute waren dann auch die Gießener zu zehnt, weil Torschütze Trkulja Gelb-Rot sah. Am 1:1 aber änderte sich trotz mehrfacher Spielerwechsel auf beiden Seiten aber nichts mehr. Trainer Cimen konnte mit »dem Auswärtspunkt bei einem direkten Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt gut leben« - zumal sein Gießener Team unwidersprochen offensiv wie defensiv eine starke Leistung gezeigt hatte.

Hessen Kassel: Zunker - Merle, Urban, Nennhuber, Mißbach - Bravo Sanchez - Dawid, Meha, Pichinot (71. Iksal) - Saglik (90+3 Flotho), Schmeer (86. Fischer)

FC Gießen: Löhe - Weiß, Boras, Starostzik, Markovic - Trkulja, Fink, Hofmann (66. Celik) - Arcalean (76. Parson), Ibrahimaj, Korzuschek (81. Daghfous)

Im Stenogramm / SR: Heim. - Tore: 0:1 Trkulja (28., Foulelfmeter), 1:1 Pichinot (41.). - Gelbe Karten: Dawid, Iksal, Damm - Trkulja. - Gelb-Rote Karte: Dawid (58.), Trkulja (84.)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Elfmeter
  • FC Giessen
  • Fußball
  • Not und Nöte
  • Strafraum
  • Strafraumgrenze
  • VfB Stuttgart
  • Ralf Waldschmidt
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos