24. Mai 2021, 22:28 Uhr

Weber rettet das Remis

24. Mai 2021, 22:28 Uhr
JSA
Keeper Nikolai Weber verhindert die Niederlage seines TVH. FOTO; IMAGO

Ein erneutes Herzschlagfinale für den TV 05/07 Hüttenberg in der 2. Handball-Bundesliga am Samstagabend beim ASV Hamm-Westfalen. Mit 26:26 sicherten sich die Mittelhessen einen weiteren, wichtigen Punkt gegen den Favoriten aus Westfalen.

»Es war mal wieder ein nervenaufreibendes Spiel. Zum Schluss bleibt ein lachendes und ein weinendes Auge. Wir haben natürlich kurz vor Schluss die Chance zu gewinnen. Niko hält dann den letzten Wurf überragend. Wir freuen uns sehr über diesen Punkt«, sagte TV-Trainer Johannes Wohlrab.

Wer sich am Samstagabend als »Vorprogramm« des Eurovision Songcontests das Duell zwischen dem ASV Hamm-Westfalen und dem TV 05/07 Hüttenberg gönnte, wurde in Sachen Spannung und Unterhaltung alles andere als enttäuscht. In einem munteren Spiel stand am Ende ein gerechtes Unentschieden. Mit diesem verpassten es die Hüttenberger allerdings, den Gegner in der Tabelle zu überholen - jeder Punkt für die Hüttenberger ist im Abstiegskampf jedoch wichtig, weil die Konkurrenz »unten« punktete.

Von einem Abtasten war von Beginn an nichts zu sehen. Beide gingen hohes Tempo mit hoher Treffsicherheit, so dass es bis zum 6:6 (10.) ausgeglichen war. Eine Besonderheit auf Hüttenberger Seite: Fünf verschiedene Schützen teilten die ersten Treffer unter sich auf. Der ASV Hamm-Westfalen schwächte sich in Person von Fabian Huesmann früh selbst, der nach zwölf Minuten bereits seine zweite Zeitstrafe bekam. Dies nutzten die Gäste, um sich auf 8:6 erstmals leicht abzusetzen. Sie präsentierten sich anfangs insbesondere im Überzahlspiel sehr strukturiert und zielstrebig. Dieudonne Mubenzem, der sonst wenig Spielzeit diese Saison erhält, wurde in diesen Situationen zum Entscheidungsträger. Anschließend meldeten sich die Westfalen über Gerrit Genz dann wieder mit dem 10:10-Ausgleich zurück. Ein 4:1-Lauf der Hausherren und sieben torlose Minuten der Hüttenberger stellte dann die Anzeigetafel auf 14:11 in der Arena in Hamm. Zwischenzeitlich erwischte Merlin Fuß ASV-Keeper Felix Storbeck unglücklich und unabsichtlich mit einem Wurf im Gesicht, der daraufhin das Spielfeld verlassen musste. Robin Hübscher verkürzte für Hüttenberg vor der Pause noch auf 14:16. »Wir sind im Angriff gut ins Spiel gekommen, standen aber leider in der Abwehr nicht gut, haben dort viele Zweikämpfe verloren«, sagte Hendrik Schreiber zur ersten Halbzeit seiner Mannschaft.

Nach dem Wiederanpfiff ging das Festival der Zeitstrafen aufseiten der Hammer weiter. Insgesamt achtmal (!) musste ein Spieler der Gastgeber eine Strafe absitzen, dreimal dagegen aufseiten des TVH. So war es Hendrik Schreiber, der mit dem 20:19 für seine Farben zur erneuten Führung traf und das Ergebnis drehte. Ab dann wurde es ein offener Schlagabtausch bis zum Schlusspfiff. Das, was jedoch in der ersten Hälfte so gut funktionierte, das Überzahlspiel, klappte nun nicht gut genug, sonst wäre eine deutlichere Führung im Bereich des Möglichen gewesen. So kam es, wie es kommen musste: Eine heiße Schlussphase. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende traf Jan von Boenigk zum 26:26-Ausgleich. Ab dann hatten beide Teams die Chance, noch den Siegtreffer zu erzielen. Hüttenberg brachte unter dem Druck des Zeitspiels den Ball zu Routinier Kneer, der seine Aktion allerdings wegen des zu viel gespielten Passes abgepfiffen bekam. 15 Sekunden waren noch zu spielen. Hamm kam über Florian Schoesse zu einem schwierigen Abschluss, den Nikolai Weber mit den Füßen noch gerade eben so entschärfte und damit den Punkt rettete.

ASV Hamm-Westfalen: Storbeck, Wesemann - Genz (5), Huesmann (1), Brosch (3), Spiekermann (1), Rubino Fernandez (4), Schwabe (1), Engelhardt, Gudat (1), Krings (6), Pretzewofsky (1), Schoesse, Runkel, von Boenigk (3).

TV 05/07 Hüttenberg: Plaue, Nikolai Weber - Fuß (1), Kneer (1), Opitz, Theiß (3), Fujita, Ian Weber (4), Rompf (3), Lindenstruth, Reichl (3), Mubenzem, Hübscher (3), Hahn (3/2), Klein, Schreiber (5).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Otto/Piper. - Zuschauer: keine. - Zeitstrafen: 8 -3. - Rote Karte: Brosch (55:54 Min./3. Zeitstrafe).



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