21. Juli 2019, 10:00 Uhr

Liebe, Sex und Partnerschaft

Aus Liebe (zum Sport): Diese beiden Münzenberger sind ein echtes Power-Pärchen

Sie trainieren täglich , sie arbeiten Vollzeit - und haben trotzdem Zeit für sich als Paar. Die beiden Triathleten Rebekka Schuldes und Matthias Ott aus Münzenberg verbinden Sportliches und Privates.
21. Juli 2019, 10:00 Uhr
Powerpärchen: Rebekka Schuldes und Matthias Ott teilen ihre Leidenschaft für den Triathlon. Zweisamkeit und Entspannung gibt es am heimischen Pool. (Foto: pv)

Triathlon funktioniert fast nicht, ohne dass der Partner auch davon begeistert ist, weil sonst der eine immer nur unterwegs wäre, während der andere kein Verständnis dafür hätte.« Rebekka Schuldes aus Münzenberg sagt diesen Satz am Anfang des Gespräches, als wäre er selbstverständlich. Dabei bestimmt er ihr Leben - und das ihres Partners Matthias Ott. Seit sechs Jahren sind die beiden ein Paar, in diesem Sommer soll geheiratet werden. Und auch bei diesem Thema hat der Sport seine Spuren hinterlassen. »Unsere Hochzeit stand innerhalb von drei Tagen. Diese Unkompliziertheit bringt der Sport mit sich«, sagt Schuldes und lacht. Die Einladungen waren auf Badekappen gedruckt, die Triathlonszene aus Nah und Fern gibt sich ebenso die Klinke in die Hand. Und auch die Frage, ob seine zukünftige Frau eigentlich im Badeanzug vor den Standesbeamten treten werde, lag zwischenzeitlich zumindest halb-ernstgemeint in der Luft. »Wenn ich will kann ich schon Mädchen sein«, sagt Schuldes. »Aber der Sport ändert einen. Früher bin ich in Bluse und mit High-Heels zur Arbeit, heute habe ich auch schon mal Sportklamotten an, wenn ich weiß, dass ich direkt danach trainieren gehe.«

15 bis 20 Stunden Training pro Woche - und Nase

Zum Triathlon gekommen sind beide erst spät. Der 38-jährige Ott war jahrelang Fitnesstrainer beim Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim, ehe er gefragt wurde, ob er nicht als Schwimmer bei der Staffel der SG Wetterau aushelfen wolle. Schon bald darauf war er Triathlet. Das ist jetzt drei Jahre her. In diesem Jahr hat er sich eine Ironman-Distanz vorgenommen, wird also 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und einen Marathon (42,2 Kilometer) laufen. Ähnlich lief es bei Schuldes, die mit zwölf Jahren vom Tanzen zum Schwimmen kam, dann lange pausierte, ehe sie mit 24 im Studium wieder langsam damit anfing. Kurze Zeit später war sie erneut vom Sportvirus infiziert und landete über eine Teamkollegin beim Triathlon. In diesem Jahr geht die 33-Jährige bei einem 70.3 an den Start - einer halben Ironman-Distanz.

Doch wie lassen sich 15 bis 20 Stunden pro Woche und Nase mit Vollzeitjob und Beziehung vereinbaren? »Beim Training ist es schwer. Was für Matthias ein einfacher Lauf ist, ist für mich hart. Beim Fahrradfahren geht es noch am ehesten, wenn man sich aufeinander stellt. Das ist nicht einfach, mittlerweile klappt es aber es ganz«, sagt Schuldes. Zudem verbinden sie ihre Einheiten oft mit dem Auslauf für Hund Sam. Startet einer bei einem Wettkampf, steht der andere an der Strecke und assistiert. Und auch beim alleinigen Training hat der andere immer ein Auge auf sein Handy. »Es ist gut, gegenseitig zu wissen, dass der andere prinzipiell immer da ist und einen holen kann, wenn etwa das Rad einen Defekt hat«, sagt Schuldes. »Als Triathleten zu zweit zu sein, ist schon ein riesiger Vorteil«, meint auch Ott.

Beim Sport kennengelernt - nun läuten bald die Hochzeitsglocken

Kennengelernt haben sie sich ebenfalls beim Sport - allerdings beim Eishockey. In Otts Zeit beim EC Bad Nauheim war Schuldes oft als Zuschauerin da. Sie waren bereits auf Facebook miteinander befreundet, da sie in Gießen gemeinsam Sport studiert hatten. Es folgten ein paar Nachrichten, ein paar Stadionbesuche und schon war das »Leben als Sportler im Doppelpack« perfekt.

Das hat auch im Alltag Vorteile: »Man hat als Triathlet eine andere Einstellung zu Bewegung und Essen. Der Nudel- und Brötchenkonsum von uns entspricht der einer Großfamilie«, sagt Schuldes. »Wir wählen auch zum Beispiel den Lieferservice nicht nur aufgrund des Geschmacks, sondern auch aufgrund der Größe der Portionen.« Zudem wird gemeinsam auf gesunde Ernährung geachtet, Alkohol ist selten ein Thema. »Das spürt man im Training sofort«, erklärt Ott.

Nur eines ist bei der Lehrerin für Sport und Mathe in Gießen und dem Pädagogen am Internat Luzius in Echzell rar gesät: Zeit. Denn Schuldes arbeitet vormittags, Ott nachmittags und abends. Trainiert wird jeweils danach oder davor. »Die Mittage sind unsere Übergänge, in denen wir uns sehen«, sagt Schuldes. »Unsere gemeinsame Zeit ist kurz, aber intensiv.« Ausnahmen bilden da nur die Ferien - ein enormer Vorteil der Jobs im Bildungssektor. Dies ermögliche es außerdem, bei größeren Wettkämpfen etwas vorher anzureisen, sich zu akklimatisieren und anschließend noch ein paar Tage Urlaub dranzuhängen. Und Freunde? »Die sehen wir meistens auf dem Rad«, sagt Schuldes. Denn: Paare im Triathlon sind keine Seltenheit - aus gutem Grund.

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