07. August 2018, 07:00 Uhr

Fußball-Kreisliga

Blau-Gelb Friedberg: Das Ziel ist der Aufstieg

Der Abstieg begann in der Fußball-Saison 2006/07. Blau-Gelb Friedberg wurde aus der damaligen Bezirksliga durchgereicht; bis in die Kreisliga C. Jetzt wird am Burgfeld vom Aufstieg geträumt.
07. August 2018, 07:00 Uhr
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Von Michael Nickolaus
Der neue Blau-Gelb-Trainer Thomas Niewiadomy traut seiner Mannschaft nach Platz sechs im Vorjahr, Rang drei im Stadtpokal und einer starken Saisonvorbereitung den Aufstieg in der Kreisliga B zu. (Foto: Chuc)

Thomas Niewiadomy ist recht neu im Trainer-Geschäft. Bei der damaligen SG Ostend, in Wisselsheim und Dorheim hatte er einst gespielt, in Steinfurth im Nachwuchs, in Rödgen als Assistent und in Ossenheim erste Erfahrungen als Coach gesammelt. Seit wenigen Wochen verantwortet der 36-jährige Außendienstler nun die Fußball-Mannschaft von Blau-Gelb Friedberg in der Kreisliga C, Gruppe 2 und hat mit Rang drei beim Stadtpokal-Turnier für Furore gesorgt. Im WZ-Interview erläutert der junge Vater die Spieler-Wanderung vom SV Ossenheim zum Kernstadt-Verein, spricht über die Saisonziele und das Verhältnis zum benachbarten VfB.

Thomas Niewiadomy, Blau-Gelb Friedberg hat beim Stadtpokal mit Rang drei überrascht und sich auch im Kreispokal - 1:3 gegen die drei Klassen höhere angesiedelte TSG Ober-Wöllstadt - gut verkauft. Sehen Sie diese Resultate als Fingerzeig für die Saison?

Thomas Niewiadomy: Wenn man bedenkt, dass die Stadtpokal-Platzierung noch ausgiebig gefeiert worden ist, hat das Kreispokal-Resultat am nächsten Tag noch einmal eine andere Bedeutung (lacht). Wir hatten für den Halbfinal-Termin eigentlich ein Teambuildung-Event angesetzt, weil wir nie daran gedacht haben, so weit zu kommen; trotz der zuvor bereits positiven Testspiel-Ergebnisse und -eindrücke. Vielleicht wurden wir unterschätzt und auf die leichte Schulter genommen. Die Mannschaft hat sich aber auch bärenstark verkauft.

Rein sportlich können wir in der Tat nicht viele Anreize bieten. Als Team sind wir aber eine coole Truppe, und der Spaß kommt nicht zu kurz

Thomas Niewiadomy

Sie sind vom SV Ossenheim an das Burgfeld gewechselt; Ihnen ist gleich ein halbes Dutzend Spieler gefolgt. Was steckte hinter dieser Entwicklung, nachdem Ihre Engagement im Stadtteil doch ursprünglich längerfristig geplant war?

Niewiadomy: Von Ossenheim war ich schon ein wenig enttäuscht. Wir hatten ursprünglich mal von drei Jahren gesprochen. Dann aber hat man dort nach einem halben Jahr entschieden, in der nächsten Saison auf einen Spielertrainer zu setzen. Einige Spieler waren schockiert. Sie waren dazu nicht mal gehört worden. Als sie dann von meinem Wechsel erfahren haben, sind mir gefolgt.

Sie haben einige Schwarzafrikaner im Team, teils von der Hochschule in Friedberg kommend; Spieler, die man im Kreis nicht kennt. Hat der Stadtpokal-Erfolg auch schon andere Klubs aufmerksam werden lassen?

Niewiadomy: In einem konkreten Fall, ja. Mohamed Sylla wurde von einem höherklassigen Klub angesprochen. Und das wundert mich ehrlich gesagt auch nicht. Wir wissen, was der Junge kann, und er blüht jetzt - da er sich mit neuen Teamkollegen aus Kamerun in französischer Sprache unterhalten kann- so richtig auf. Sylla fühlt sich angekommen und aufgenommen. Wenn er auch bei uns heraussticht: Ein Wechsel käme zu früh.

Blau-Gelb Friedberg lebt seit Jahren im Schatten des VfB. Macht dies das Leben leichter oder schwieriger?

Niewiadomy: Darüber hatte ich mir auch Gedanken gemacht. Letztlich gibt es aber zwischen den beiden Klubs kaum Berühungspunkte. Natürlich freut man sich, sollten wir zeitgleich trainieren, wenn man selbst zwei, drei Spieler mehr im Training begrüßen kann. Aber bislang habe ich das Verhältnis als sehr freundschaftlich wahrgenommen.

Ihre Mannschaft spielt in der C-Liga; oft gegen Reserven und quasi ohne Zuschauer und damit ohne Einnahmen. Wie können Sie da überhaupt Spieler für Ihre Mannschaft begeistern?

Niewiadomy: Einige unsere Spieler sind in den sozialen Medien sehr aktiv. Über diesen Weg sind kürzlich zwei Spieler auf uns aufmerksam geworden. Rein sportlich können wir in der Tat nicht viele Anreize bieten. Als Team sind wir aber eine coole Truppe, und der Spaß kommt nicht zu kurz. Ich denke, das muss in dieser Spielklasse auch so sein.

Wir haben keinen Super-Star, keinen Neid, sondern leben vom Teamgeist

Thomas Niewiadomy

Im Bereich der Reserven bildet Blau-Gelb eine Spielgemeinschaft mit dem FSV Dorheim. Wie sehen Sie die Zukunft; gerade nachdem zuletzt doch mehr Zu- als Abgänge zu verzeichnen waren?

Niewiadomy: Wir wussten um unsere Kadergröße. Den Schritt, mit der Reserve eigenständig zu spielen, haben wir uns dennoch nicht so recht zugetraut. Mit dem FSV haben wir eine gute Basis der Kooperation. Das Feedback aus unseren Reihen ist sehr positiv. Den Stadtpokal-Erfolg haben wir mit unserem Partnerverein VFCG Friedberg bei deren Sommerfest in Ockstadt gefeiert. Wir unterstützen uns immer gegenseitig mit Thekendiensten. Man hilft sich einfach untereinander. Das entsteht eine Kamneradschaft

Was trauen Sie Ihrer Mannschaft in dieser Saison zu?

Niewiadomy: Das Ziel ist der Aufstieg. Wir sind auf vielen Positionen in der Qualität doppelt besetzt. Das kenne ich so in dieser Liga von keiner anderen Mannschaft. Wir haben keinen Super-Star, keinen Neid, sondern leben vom Teamgeist. Und wir haben noch Spieler wie beispielsweise André Löffler oder einen Patrick Stranczyk in der Hinterhand, der bislang noch gar nicht für uns aufgelaufen ist.



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