07. Juni 2019, 22:42 Uhr

Das große Ziel verpasst

07. Juni 2019, 22:42 Uhr
Der Bad Vilbeler Altersklassenzehnkämpfer Thomas Stewens (r.) bereitet sich nach dem verpassten Weltrekord nun mit Trainerin Amaliya Sharoyan auf die Europameisterschaften in Venedig vor. (Foto: pv)

Thomas Stewens vom TV Bad Vilbel hat sein großes Ziel: den Gesamtsieg beim Stendaler Hanse-Cup sowie den Weltrekord im Zehnkampf der M 50 am vergangenen Wochenende verpasst. Der Ausnahmeathlet im Altersklassensport wurde am Ende Dritter insgesamt und Sieger seiner Altersklasse. Nun verlängert er seine Saison extra, um bei den Europameisterschaften in Venedig im September neu anzugreifen, denn: Immerhin die Form stimmt.

Es war ein perfekt organisierter Mehrkampf in Stendal bei Berlin, bei dem die Zehnkampf-Spezialisten aller Altersklassen übergreifend gegeneinander antreten, berichtete Stewens, der einst das Event für die »Könige der Leichtathletik« mit ins Leben gerufen hatte. Entsprechend gut war der Wettkampf mit vielen Weltmeistern und Rekordhaltern bei sommerlichen Temperaturen mit bis zu 33 Grad besetzt. Trotz der guten äußeren Bedingungen verpasste Stewens mit 7868 Punkten sein Ziel, einen neuen Weltrekord für Männer über 50 Jahre aufzustellen. Diesen hält mit 8107 Punkten - nur knapp über Stewens eigener Bestmarke aus dem vergangenen Jahr - weiter der Franzose Jean-Luc Duez. Nach einer Viruserkrankung bis in die Woche vor dem Wettkampf fehlte Stewens schlicht und einfach etwas Kraft und Substanz, um vor allem in den Wurfdisziplinen an seine Bestwerte heranzukommen.

Planungen für Venedig laufen schon

Dennoch zeigte er drei gute Leistungen mit 55,36 Sekunden über die 400 Meter, 4:50 Minuten über die abschließenden 1500 Meter sowie 1,73 Meter im Hochsprung, mit einem sehr guten Versuch bei 1,76 Meter, der dann allerdings doch noch ungültig wurde. Nach der Verbesserung der 400-Meter-Zeit um über zwei Sekunden keimte zum Abschluss des ersten Wettkampftages sogar noch eine kleine Hoffnung auf den Weltrekord auf, die jedoch durch schwache Leistungen im Diskus (38 Meter) und im Stabhochsprung (3,60 Meter) tags darauf schnell wieder zunichtegemacht wurde. Am Ende erreichte Stewens immerhin den Sieg in der Altersklasse M 50 und der dritten Platz in der Gesamtwertung, gleichwohl er sich auch dort den Triumph fest vorgenommen hatte. Es gewann Rolf Geese (M 75), der laut Stewens »wohl beste Seniorenmehrkämpfer aller Zeiten« mit einem Traumergebnis von 8538 Punkten.

Schlussendlich gab sich Stewens nach dem Wettkampf versöhnlich, schließlich habe die Vorbereitung mit seiner neuen Trainerin Amaliya Sharoyan sehr gut funktioniert. Die Laufzeiten und das allgemeine Fitnessniveau belegten dies. Mit Unterstützung der Familie um Ehefrau BethAnn ist jetzt geplant, die Saison auf die Europameisterschaften im September in Venedig für einen letzten Weltrekord-Versuch M 50 zu verlängern. Trainer Sharoyan sagte dazu: »Mit dieser Punktzahl hat Thomas sich altersübergreifend in der Weltspitze der Masters-Zehnkämpfer etabliert. Bis zur EM sollten aber einige Zeiten und Weiten noch deutlich besser werden.«

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