08. Oktober 2019, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

Das sagt EC-Trainer Christof Kreutzer nach dem Null-Punkte-Wochenende

Christof Kreutzer will trotz des ersten Null-Punkte-Wochenendes des EC Bad Nauheim von Krisenstimmung nichts wissen. Vielmehr könnten die Niederlagen eine Warnung zur rechten Zeit sein.
08. Oktober 2019, 07:00 Uhr
Mit hängenden Köpfen gehen Stürmer Andreas Pauli und seine Teamkollegen vom EC Bad Nauheim am Freitag und am Sonntag aus den Eisstadion in der Kurstadt und in Dresden. Es ist das erste Null-Punkte-Wochenende der neuen Saison für die Roten Teufel. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim


Ein 0:5 im Hessen-Derby gegen die Kassel Huskies - kann passieren, zumal die Schlittenhunde derzeit das Team der Stunde in der Deutschen Eishockey-Liga 2 sind-, das 2:6 gegen den bis dato Tabellenletzten Dresdner Eislöwen am Sonntag war da für die Fans schon deutlich schwerer zu schlucken.

EC Bad Nauheim: Defensiv zu anfällig, offensiv die Chancen nicht genutzt

Trotz des ersten Null-Punkte-Wochenendes und dem »Absturz« auf Rang neun der ohnehin überaus engen Tabelle will Trainer Christof Kreutzer von Krisenstimmung nichts wissen: »Nur weil wir jetzt mal zwei Spiele verloren haben, ist ja nicht alles verkehrt. Vielmehr sind die Baustellen, die wir auch vorher schon hatten, die aber vielleicht nach dem relativen guten Start übertüncht waren, wieder zutage getreten«, sagt der Coach. »Aus diesem Grund bin ich fast etwas froh, dass die Jungs gemerkt haben, dass man nicht jedes Spiel einfach so wieder umbiegen kann.« Das Problem aus seiner Sicht: »Wir denken zu offensiv, müssen aber erst in der Verteidigung unsere Hausaufgaben machen. Wir dürfen nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen.«

Neben den defensiven Problemen, die bereits am vergangenen Mittwoch beim 4:2 gegen Kaufbeuren, bei den ersten Gegentreffern gegen Kassel und vor allem in Dresden deutlich zu sehen waren, hatte die Kreutzer-Truppe im Vergleich zu den Spielen zuvor aber vor allem offensiv ihre Chancen schlicht nicht genutzt, auch weil wohl an der einen oder andere Stelle auch das Scheibenglück fehlte.

EC Bad Nauheim: Die Special-Teams funktionieren noch nicht richtig

»Wir sind eine Mannschaft, die immer ans Limit gehen muss. Wenn nur zwei, drei Spieler, vor allem von den Leistungsträgern, das nicht tun, dann ist es manchmal einfach zu wenig«, sagte Kreutzer, der aber Wert darauf legte, zwischen den beiden Wochenendspielen zu differenzieren: »Kassel hat sehr beeindruckend gespielt, sie haben uns für unsere Fehler bestraft. In Dresden hätte es noch für einen Sieg gereicht, aber nachdem wir alles nach vorn geworfen hatten, waren wir defensiv zu anfällig«, sagte der 52-Jährige. »Das Positive ist: Wir haben noch Luft nach oben.« Zudem mache sich das bemerkbar, was vor der Saison bereits abzusehen war: Die Liga ist so eng wie lange nicht.

In der Tat gibt es noch einige Baustellen in der Mannschaft. Zum einen funktionieren die Special-Teams noch nicht so, wie Kreutzer sich das vorstellt. Der Grund: Die Unterzahlformationen würden sich im Laufe der Saison immer erst richtig finden, in den Überzahlformationen sind mit den erfahrenen deutschen Spielern wie Marc El-Sayed oder Manuel Strodel Akteure eingebunden, die bei ihren Erstligastationen zuletzt keine solche Rolle gespielt hatten. Auch bei den Kontingentspieler sei noch Luft nach oben.

Positiv bemerkbar machen sich weiterhin die jungen Kölner Förderlizenzspieler, die von Kreutzer am Sonntag mit dem Einsatz in der Starting-Six für ihre Leistungen zuletzt belohnt wurden. Auf zwei von ihnen muss der Düsseldorfer allerdings Anfang der Woche verzichten: Simon Gnyp und Maximilian Glötzl spielen am heutigen Dienstag (18.30 Uhr) beim Test der U 20-Nationalmannschaft gegen den EV Landshut in Moosburg.

EC Bad Nauheim: Großes Lob von Kreutzer an die Fans

Genug Arbeit also für Kreutzer und Co. in der neuen Woche, die mit dem Dienstagtraining beginnt - der härtesten Einheit der Woche, wie Kreutzer versprach. Zwar habe er bei den Spieler das Thema »Kerb« nicht extra thematisiert, aber »jeder weiß, was er zu machen hat«. Fehlen wird dann zunächst Manuel Strodel, dessen Röntgenuntersuchung am Wochenende zwar ohne Befund geblieben war, der aber zur Abklärung der Folgen eines geblockten Schusses vom Freitag nun noch ins MRT soll.

Dort könnten die EC-Spieler auch auf ihre Fans treffen, die sich am Freitagabend gegen Kassel in beeindruckender Form gezeigt hatten, feierten sie ihre Mannschaft doch trotz des 0:5 nach der Partie noch minutenlang - und verhinderten dadurch die große Party der 250 mitgereisten Nordhessen mit ihrer Siegermannschaft. »Das war fantastisch«, sagte Kreutzer. »Als Fan zu sagen: ›Wir haben heute auf dem Eis verloren, aber auf den Rängen lassen wir uns nicht auch noch besiegen‹, ist wirklich toll. Das habe ich so bislang auch noch nicht erlebt.«

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