17. Januar 2020, 23:00 Uhr

Demontage in Bietigheim

17. Januar 2020, 23:00 Uhr
Sinnbildlich: Bad Nauheims Verteidiger Daniel Ketter (r.) muss sich dem Bietigheimer Ansturm, hier in Person von Frederik Cabana, erwehren - am Ende erfolglos. FOTO: JULIA RAHN/PRESSEFOTO BAUMANN

Am Ende wurde es deutlich, sehr deutlich. Der EC Bad Nauheim verliert am Freitagabend bei den Bietigheim Steelers mit 0:7 (0:2, 0:0, 0:5) und setzt damit seine Achterbahnfahrt in der Deutschen Eishockey-Liga 2 fort. Allerdings: Die Pleite im Kreis Ludwigsburg war die höchste in der bisherigen Spielzeit.

»Die ersten beiden Drittel haben wir eng gehalten, sind für zwei Fehler bestraft worden und haben unsere Chancen ausgelassen«, sagte EC-Trainer Christof Kreutzer sichtlich ernüchtert - und sehr kurz angebunden.

Entgegen der Ankündigung ohne Tyler Fiddler, dafür mit Verteidiger Mike Card sowie - wie erwartet - ohne den Kölner Förderlizenzspieler Mick Köhler und U 23-Nachwuchsspieler Niklas Heyer ging der EC ins Rennen. Für den in dieser Woche nach Ravensburg gewechselten Jared Gomes übernahm der junge Robin Palka die Rolle in der ersten Reihe an der Seite von Cody Sylvester und Jack Combs. Es sollte allen dreien kein Glück bringen.

Die Roten Teufel begannen hellwach und hatten in den ersten zwei Minuten gleich zwei gefährliche Abschlüsse, die Stephon Williams im Tor der Hausherren allerdings entschärfte. Nur wenige Sekunden später der Schock: Yannick Wenzel traf nach Pass von Nicolai Goc zum 1:0 (3.).

In der Folge entwickelte sich zwei Drittel lang ein Spiel auf mäßigem Niveau mit nur wenigen Chancen. Während die Steelers im ersten Abschnitt leichte Vorteile besaßen und durch Norman Hauner auf 2:0 erhöhten (16.), waren die Wetterauer im zweiten Durchgang die aktivere Mannschaft, verpassten aber, den Anschluss herzustellen. Sinnbildlich: Gegen Ende des ersten Drittels wurde ein Powerplay mit zwei Abseitsstellungen zunichte gemacht, Ende des zweiten Drittels handelte sich Combs nach nicht einmal einer Minute Überzahl eine unnötige Strafe ein, die die Angriffsbemühungen konterkarierte.

Richtig bitter wurde es erst im Schlussabschnitt, in dem die Gastgeber nicht einmal zwei Minuten benötigten, um der Kreutzer-Truppe endgültig den Stecker zu ziehen: Doppeltorschütze Brett Breitzkreuz und Topscorer Matt McKnight stellten auf 5:0 - die Entscheidung.

Leclerc trifft doppelt

Nun hatten die zuletzt so formschwachen Steelers endgültig Oberwasser: Mit einem Doppelpack sorgte die weiter fulminant aufspielende Nachverpflichtung Guillaume Leclerc (18. Punkt im 13. Spiel) in der Folge für den 7:0-Endstand, auf Nauheimer Seite war der »Höhepunkt« eine zwei plus zehn Minuten Strafe gegen Cody Sylvester.

Letztlich konnten sich er und seine Teamkameraden bei Keeper Felix Bick bedanken, der trotz des sträflichen Alleinseins in etlichen Situationen über die gesamte Spielzeit gesehen eine noch höhere Pleite verhinderte.

Steelers-Trainer Marc St. Jean freute sich angesichts des Befreiungsschlags »extrem für die Jungs«, denn »heute haben wir unser Potenzial gezeigt«.

Bietheim Steelers: Williams - Prommersberger, Goc, Schoofs, Hüfner, Stephan, Ribnitzky - Breitkreuz, Fitzgerald, McKnight, Hauner, Zientek, Laub, Leclerc, Preibisch, Cabana, Kneisler, Wenzel, Ledlin.

EC Bad Nauheim: Bick - Ketter, Sekesi, Kokkila, Card, Gnyp, Slaton - Sylvester, Palka, Combs, Pauli, Bires, El-Sayed, Kahle, Ratmann, Cornett, Bindels.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Gogulla/Brill. - Zuschauer: 2443. - Tore: 1:0 (3.) Wenzel (Ledlin, Goc), 2:0 (16.) Hauner (Laub, Ribnitzky), 3:0 (43.) Breitzkreuz (Fitzgerald, McKnight - 5:4), 4:0 (46.) Breitkreuz (Cabana, Hüfner), 5:0 (46.) McKnight (Fitzgerald), 6:0 (51.) Leclerc (Prommersberger, Hüfner), 7:0 (54.) Leclerc. -Strafminuten: 8 / 12 plus 10 (Sylvester).

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