03. April 2019, 07:00 Uhr

Fußball

Der FC Olympia und ein Zukunftsmodell für die Kreisstadt

Neue Wege. Ehrgeizige Ziele. Der FC Olympia Fauerbach hat unter dem Motto »Der FCO - gestern, heute, morgen« sein Modell der Zukunft vorgestellt.
03. April 2019, 07:00 Uhr
TV-Moderator Thorsten Siegmund konnte zusammen mit dem FCO-Vorsitzenden Michael Richly ein Original-Trikot des Klubs aus dem Jahr 1913 präsentieren.

Von einem Stützpunkt Friedberg, von insgesamt sechs Jugendmannschaften in den Altersklassen A- bis C-Junioren, von lizenzierten Trainern und von der Kooperation der Stadtteil-Vereine als Nahziel ist die Rede. Natürlich solle zudem in der Kreisstadt im Senioren-Bereich auch in einigen Jahren zumindest in der Verbandsliga gespielt werden. »Wir wollen die Begeisterung für den Fußball in Friedberg neu entfachen und den Sport dauerhaft in eine erfolgreiche Zukunft führen. Dazu müssen wir Ziele verfolgen. Das sehe ich als meine Aufgabe als Vorsitzender an. Alles andere ist nicht mein Ding«, sagte Michael Richly.

Fußball-Gruppenligist FC Olympia Fauerbach hatte seine Gäste ins Autohaus Opel Kuhl nach Friedberg geladen.
Fußball-Gruppenligist FC Olympia Fauerbach hatte seine Gäste ins Autohaus Opel Kuhl nach F...

Ex-Eintrachtler Thomas Zampach als Talkgast

Rund 80 Gäste aus der Politik, unter anderem Bürgermeister Dirk Antkowiak, aus dem Kreis der Gewerbetreibenden sowie Funktionäre befreundeter Vereine konnte er im Autohaus Kuhl, beim Hauptsponsor des Gruppenligisten, begrüßen. Die Moderation übernahm Thorsten Siegmund, den man aus diversen TV-Sport-Formaten kennt, und als kurzweiliger Talkgast konnte Ex-Profi Thomas Zampach, begrüßt werden. Anekdotenreich erzählte der frühere »Fußball-Gott« von Eintracht Frankfurt aus seiner Zeit als jugendlicher Straßenkicker, sprach über die Eintracht-Erfolge von heute und auch über die Verantwortung des Deutschen Fußball-Bundes und der Bundesliga-Klubs, die Amateurvereine zu unterstützen.

TV-Moderator Thorsten Siegmund konnte unter anderem Ex-Profi Thomas Zampach begrüßen.
TV-Moderator Thorsten Siegmund konnte unter anderem Ex-Profi Thomas Zampach begrüßen.

Bei Würstchen und Bier wurde beim FCO in Erinnerungen geschwelgt (selbst ein Original-Trikot von 1913 von Albert Meisinger, einem der Gründungsmitglieder wurde hervorgekramt) und in die Zukunft geblickt. »Wer heute nicht anfängt nachzudenken, der darf sich in fünf Jahren nicht wundern«, sagte Richly. Als Stadtteil-Vereine müsse man sich organisieren und Anreize schaffen. »Wir müssen unsere Stadt stärken, um gute Jugendliche nicht immer an Karben oder Wieseck zu verlieren. Und Talente bleiben nur, wenn im Heimatvereine eine Perspektive geboten und erfolgreich gespielt wird.«

Stützpunkt Friedberg geplant

Die Idee vom Stützpunkt Friedberg, gerade vor dem Hintergrund des Burgfeldes als Spielstätte und dem baldigen Bau eines Kunstrasens in Fauerbach, liegt auf der Hand. Nur gemeinsam könne man dies erreichen, warb er um Unterstützung bei den Stadtteil-Vereinen, die zum Teil aktuell aber nicht einmal aktiv Jugendarbeit betreiben. Beim Hessischen Fußball-Verband sind seitens des FCO aktuell 124 Jugendliche als »einsetzbar« verzeichnet. Auf 282 Nachwuchskicker kommt der SV Germania Ockstadt. Dahinter folgen der FSV Dorheim (86), der VfB Friedberg (77), der SV Ossenheim (15) und der SV Bruchenbrücken (6). Blau-Gelb hat keine Jugendlichen gemeldet. Türk Gücü Friedberg, das seine Heimat in Ober-Rosbach gefunden hat, kommt auf 35 Jugendliche. Die sogenannten Karteileichen – sicher zahlreich vorhanden – sind in diesen Zahlen nicht herausgefiltert.

Aufschwung unter Jürgen Ohl

»Nur erfolgreiche Vereine können ihre Jugendlichen halten und Eltern begeistern«, sagte Richly. Perspektiven wolle man deshalb neben fachlichen Qualifikationen bieten; sei es über Ausbildungsmöglichkeiten, duale Studiengänge, gemeinsame Erlebnisse. »Lasst uns lieber jetzt Zeit in Planung und Kooperation investieren als später in Ablöse, um Jugendliche wieder zurückzuholen«, appellierte der FCO-Chef. Seit drei Jahrzehnten führt Richly den Vorsitz; hatte diesen 1989 von seinem Vater (seit 1973 im Amt) übernommen. Die Jahre in der B-Liga, »als wir teils fünf, sechs Leute im Training hatten«, kennt er, den Aufschwung unter Jürgen Ohl im Jahr 2003 hat er begleitet und zum »100-Jährigen« mit dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt mehr als 3000 Zuschauern ein Fußball-Fest auf dem Burgfeld beschert. Seit 2013 nun spielt der FC Olympia - mit einjähriger Unterbrechung - in der Gruppenliga; wenn auch aktuell mit Abstiegsängsten. »Wir spielen noch gegen vier direkten Konkurrenten. Da müssen wir performen, keine Frage«, sagte Andreas Baufeldt, der Torjäger, in der Talkrunde.

Kunstrasenplatz "ein Riesenvorteil"

Die Worte Richlys unterstrich auch Virginio Bazzoli, der seit dem Winter die Senioren-Mannschaft am Elachfeld coacht. »Gerade in der ländlicheren Region muss es gelingen, die Jugendlichen zusammenzuführen.« Ein Kunstrasenplatz, der spätestens im Sommer 2020 im Stadtteil entsteht und ganzjähriges Training ermöglicht, könne »ein Riesenvorteil sein, um Jugendliche zu begeistern«, meinte Richly, der nun die Gespräche mit den Fußball-Klubs der Stadt suchen und diese mit seinem Konzept überzeugen möchte, um die Nachwuchsarbeit zu forcieren und die Attraktivität zu steigern. Ein Anliegen im Sinne aller Klubs sicherlich. Lediglich 13 A-Jugend-Mannschaften sind im Kreis gemeldet; zu viel wenige, um Jahr für Jahr Senioren-Teams mit neuen Spielern zu speisen.

Info

Der OFC kommt

Zum 100. Geburtstag kam Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt in Bestbesetzung, jetzt zehn Jahre später, wird der FC Olympia Fauerbach den Regionalligisten Kickers Offenbach begrüßen können. Diese Nachricht vermeldete FCO-Vorsitzender beim Treffen mit Werbepartnern. Gespielt werden soll am ersten Juli-Wochenende.

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