27. Oktober 2019, 21:38 Uhr

Der Kampfgeist ist zurück

27. Oktober 2019, 21:38 Uhr
Erdinc Solak (l.) - hier verfolgt vom Waldgirmeses Rouven ter Jung - ist mit zwei Torvorlagen und einem eigenen Treffer der überragende von Türk Gücü Friedberg. (Foto: Chuc)

Es war wie ein Urschrei, den Türk-Gücü-Trainer Carsten Weber nach dem Schlusspfiff von sich gab - endlich wieder gewonnen. Das 3:1 im Fußball-Hessenliga-Duell gegen den SC Waldgirmes am Samstagnachmittag auf dem Ober-Rosbacher Kunstrasenplatz »Am Eisenkrain« war der erste Heimerfolg nach sechs Spielen und verschafft dem Team etwas Luft im Kampf um den Klassenerhalt. Gegen die ersatzgeschwächten Lahnauer, die neben sechs Verletzten auch den gesperrten Stammtorhüter Fabian Grutza zu ersetzen hatten, reichte eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit zum letztlich verdienten Erfolg.

»Die ersten 30 Minuten waren der nahtlose Anschluss an das Spiel in Fernwald. Wir waren phasenweise desolat, haben keine Zweikämpfe gewonnen, uns zu wenig bewegt und ein schlechtes Passspiel gehabt«, sparte Weber in seiner Analyse auch nicht mit Kritik. Unter der Woche hatte der Wetterauer Hessenliga-Vertreter ein peinliches 2:5 bei Schlusslicht FSV Fernwald kassiert. Doch eine Umstellung auf ein 4:1:4:1-System habe dann die Wende gebracht: »Die zweite Halbzeit war von der Intensität eine deutliche Steigerung, sodass der Sieg verdient war. Da muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen«, sagte der 35-Jährige.

In der Tat: Seine Elf ließ sich nach vielversprechenden Anfangsminuten von den ball- und passsicheren Mittelhessen den Schneid abkaufen. Bereits nach 14 Minuten musste Zie Moussa Ouattara vor Keeper Tolga Sahin klären, nachdem die Gäste zum zweiten Mal ungestört durch die Mitte durchgebrochen und über die Außen zum Abschluss gekommen waren. Fünf Minuten später war es dann passiert: Enes Bugra Cinemre traf aus kurzer Distanz zum 1:0, nachdem Max Schneider den Ball erobert hatte.

Die Verunsicherung der Hausherren, die aus den letzten neun Spielen lediglich einen »Dreier« geholt hatten, war nun deutlich zu spüren - und die Unzufriedenheit bei Weber groß, zumal sein Team Glück hatte, dass der zweite Waldgirmeser Treffer durch Luis Stephans Schuss von der Strafraumkante wegen einer Abseitsposition im Strafraum nicht zählte. Erst der Ausgleich durch Ceyhun Dinlers Kopfball auf Flanke von Erdinc Solak weckte bei den Gastgebern die Lebensgeister. Stimmten zuvor im Spiel gegen den Ball die Abstände nicht und war das Pressing nicht selten die Sache eines Einzelnen rissen sich die Türk-Gücü-Cracks vor allem nach dem Wechsel zusammen, besannen sich auf Team-Spirit und Kampfgeist. Exakt das, was Weber in einem Interview mit dieser Zeitung vor drei Wochen gefordert hatte.

Die Folge: Waldgirmes kam im zweiten Abschnitt trotz Ballbesitz kaum bis vor den Strafraum der Friedberger, nicht selten ging der Ball in der Vorwärtsbewegung verloren. Der jungen Mannschaft von Trainer Otmar Velte waren die Strapazen durch zwei Spiele gegen Regionalliga-Absteiger in den vergangenen acht Tagen anzumerken: Konzentration, Ordnung und Leidenschaft fehlten. Shelby Printemps (41., 54.) und der eingewechselte Massé Bell Bell (47.) scheiterten zwar zunächst an Maik Buss, dem Ersatzkeeper des SCW, doch nach einer Ecke an den Pfosten landete Solaks zweiter Flankenversuch auf dem Kopf von Bell Bell, der zum 2:1 vollstreckte (63.). Nun hatte die Heimelf endgültig Oberwasser, zumal Solak seine starke Leistung in der 76. Minute mit einer direkt verwandelten Ecke und dem 3:1 krönte.

»Wir haben nur in der ersten halben Stunde das gespielt, was wir wollten, sind folgerichtig 1:0 in Führung gegangen und haben in der Folge drei Standard-Gegentore kassiert. Das war zuletzt nicht so, daher müssen wir das nun innerhalb der Mannschaft aufarbeiten. Nichtsdestotrotz war es die letzten 60 Minuten von uns einfach zu wenig«, sagte SCW-Coach Velte hinterher.

Türk Gücü Friedberg: Sahin - Biber, Dinler (ab 85. Mitrovic), Weigand, Ouattara - Hagley - Printemps, Usic, Tesfaldet, Marra (ab 46. Bell Bell) - Solak (ab 90. Miric).

SC Waldgirmes: Buss - Öztürk (ab 81. Hinz), Schmidt, Ter Jung, Golafra, Ciraci - Stephan (ab 59. Glasauer), Schneider - Siegel, Koyuncu, Cinemre (ab 77. Hörr).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Angermaier. - Zuschauer: 100. - Tore: 0:1 (19.) Cinemre, 1:1 (38.) Dinler, 2:1 (63.). Bell Bell, 3:1 (76.) Solak.

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