21. Januar 2020, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Die Kreativität fehlt

Dem EC Bad Nauheim fehlen derzeit Kreativität und Konsequenz im Abschluss. Ob heute gegen Bietigheim mit der Revanche auch ein Stimmungsumschwung gelingt?
21. Januar 2020, 07:00 Uhr
Jack Combs (links) wurde als Torjäger verpflichtet. Diese Erwartungshaltung kann der Kanadier jedoch (noch) nicht erfüllen. Dem Außenstürmer klebt das Abschlusspech regelrecht am Schläger. FOTO: NICI MERZ

Irgendwie war’s eben bislang immer gut gegangen. Die Resultate hatten die Formkrise der Roten Teufel lange verschleiert. Erinnert sei beispielsweise an die Erfolge gegen Bayreuth am vierten Adventssonntag oder den »Dreier« nach dem Jahreswechsel in Heilbronn. Seit Ende November/Anfang Dezember schon - beginnend mit dem verletzungsbedingten Fehlen von Tyler Fiddler und Zach Hamill - knirschst und hakt’s spielerisch und damit auch sportlich; allen personellen Aktivitäten zum Trotz. Am Wochenende ist der EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2 nun sieglos geblieben (0:7 in Bietigheim, 1:2 nach Penaltyschießen gegen Bad Tölz); zum ersten Mal seit Anfang Oktober 2019.

Das einst so stattliche Punkte-Polster auf die Verfolger schrumpft mehr und mehr zusammen. Nur noch vier Zähler (bei drei Spielen weniger) trennen die Hessen von Dresden auf Rang zehn. Zeit zum Aufarbeiten bleibt nicht; schon am Dienstag (19.30 Uhr) gibt’s die Möglichkeit, im Heimspiel gegen die Bietigheim Steelers, die Stimmungslage in der Wetterau wieder zum Positiven zu verändern.

»Wann haben wir denn zuletzt mir der gleichen Formation spielen können?«, beantwortet Christof Kreutzer, der Trainer der Roten Teufel, die Frage nach den Schwankungen und der zunehmend fehlenden Stabilität (14 Gegentore in den letzten beiden Auswärtsspielen) mit einer Gegenfrage. Immer wieder musste improvisiert werden; am Sonntag gar unmittelbar vor Spielbeginn als Tyler Fiddler im Anschluss an Warm-up signalisiert hatte, nicht spielen zu können »Im Radio lief ein gutes Lied«, hatte der Coach während der obligatorischen Pressekonferenz mit einer Portion Sarkasmus auf entsprechende Nachfragen reagiert, warum der Mittelstürmer doch in der Kabine geblieben sei. »Jeder hat nunmal ein anderes Schmerzempfinden. Und ein Tyler Fiddler mit nur 50 Prozent Leistungsfähigkeit, beispielsweise im Backchecking, hilft uns in dieser engen Liga auch nicht weiter«, fügte er am Montagmorgen an, warum ein Einsatz vielleicht ausschließlich in Powerplay-Situationen keine Alternative sei. Ob er mit Fiddler jetzt gegen Bietigheim oder zum Wochenende gegen Crimmitschau rechne? Kreutzer zuckt mit Schultern. Zach Hamill, ein weiterer verletzter Kontingentspieler, trainiert aktuell noch ohne Körperkontakt. »Ich schaue von Tag zu Tag, wie es läuft«, sagte der Kanadier nach dem Training am Samstag.

Mit Fiddler und Hamill fehlt den Roten Teufel die Kreativabteilung. Dass die Roten Teufel im festen Glauben an das Fiddler-Comeback Jared Gomes in der Vorwoche hatten ziehen lassen, rächt sich nun. Als Ideengeber auf der Mittelstürmerposition versuchen Marc El-Sayed, Förderlizenzspieler Mick Köhler und Marcel Kahle derzeit Rollen auszufüllen, die sie nicht gewohnt sind. Ihnen könne man doch dafür keine Vorwürfe machen, sagt der Trainer.

Ob allerdings das Comeback von Fiddler als Lösung aller Offensiv-Probleme gesehen und der Kanadier dieser (überhöhten?) Erwartungshaltung gerecht werden kann, ist fraglich. Seit Ende November - also seit acht Wochen schon - ist der Angreifer, vom 20-Minuten-Comeback gegen Kassel abgesehen, ohne Spielpraxis; und zuvor auch nicht als klassischer Scorer in Erscheinung getreten. Wie schwer ein Wiedereinstieg fallen kann, zeigt aktuell Cody Sylvester, der nach wochenlanger verletzungsbedingter Auszeit seiner Form hinterherläuft.

Der EC Bad Nauheim wird sich nun gegen Bietigheim auf seine Defensive konzentrieren müssen. Am Freitag ist dies 40 Minuten lang gut gegangen. Einen Treffer gegen anfangs verunsicherte Gastgeber war allerdings nicht gelungen. Im Schlussdrittel (0:5) haben die Steelers dann ihre Freiheiten genutzt. »Das ärgert mich. So darf man sich nicht präsentieren. Bietigheim hat eben diese offensive Qualität«, sagt Kreutzer. Gegen Tölz wurde die Gegentorflut eingedämmt. Bietigheim hingegen hatte der Erfolg gegen Bad Nauheim beflügelt. Am Sonntag wurde beim in Heilbronn nachgelegt (5:2).

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