04. Oktober 2018, 20:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: So gehen die Roten Teufel in das Derby gegen die Löwen Frankfurt

Die Rollen waren seit dem Wiedersehen in der Deutschen Eishockey-Liga 2 2014 wohl nie so klar verteilt. Der EC Bad Nauheim ist am Freitag klarer Außenseiter im Spiel bei den Löwen Frankfurt.
04. Oktober 2018, 20:00 Uhr
Dustin Sylvester bestreitet mit dem EC Bad Nauheim heute das erste Derby bei den Löwen Frankfurt. Der Kanadier zeigte zuletzt aufsteigende Form. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim


Christof Kreutzer und Harry Lange hatten nach 50 Minuten genug gesehen. Es war aber auch sehr einseitig. Beim 9:2-Erfolg der Löwen Frankfurt am Mittwoch gegen Bad Tölz saßen der Trainer des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim und sein Assistenz im Block D der Eissporthalle am Ratsweg. Wie stehen die Löwen im Powerplay? Wie funktioniert das Forechecking? Wo entstehen möglicherweise Lücken für Breaks? Wo ist die Mannschaft verwundbar? »Wer hier nicht 60 Minuten lang mit höchster Konzentration dagegen hält, der hat keine Chance. Wir müssen aggressiv spielen, zugleich aber von der Strafbank fernbleiben. Da gilt es, die Balance zu finden«, beschreibt Kreutzer seine Eindrücke vor dem Derby der Roten Teufel am Freitag (19.30 Uhr) in Frankfurt, beim Tabellendritten der DEL 2. Am Sonntag (18.30 Uhr) sind dann die Ravensburg Towerstars, aktuell Rang drei, in der Wetterau zu Gast.

Wie gehen die Roten Teufel nach dem Rückschlag vom Dienstag (3:5 gegen Kaufbeuren) in das Derby? Die Rollen waren seit dem Wiedersehen in der DEL 2 2014 nie klarer verteilt. De Euphorie in Bad Nauheim ist einer gewissen Ernüchterung gewichen. Zwei Siege aus sieben Spielen – da hatte man sich mehr erhofft. »Natürlich: Die Jungs hadern mit sich. Einmal mehr haben wir es auch gegen Kaufbeuren versäumt, nachzulegen«, sagt Kreutzer. Die Arbeitsatmosphäre sei aber positiv. »Wir werden in Frankfurt nicht allzu viele Chancen bekommen. Da müssen wir kaltschnäuzig und effektiv unsere Möglichkeiten nutzen.« Durchaus Mut macht die Statistik. In fünf von acht Spielen am Main seit 2014 hat Bad Nauheim gepunktet. Im Vorjahr haben die Roten Teufel gar zweimal am Ratsweg gewonnen.

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Was macht eigentlich Jonathan Boutin? Ist er wirklich verletzt, oder wird das seitens des Klubs angesichts der bislang schwachen Leistungen nur vorgeschoben? Wird er überhaupt noch einmal für Bad Nauheim spielen? Die ungewohnt kurze Meldung aus der Vorwoche, wonach der eigentliche Nummer-eins-Torwart auf unbestimmte Zeit ausfalle, hat in der Wetterau natürlich für Spekulationen gesorgt. Am Dienstag hatte Boutin das Spiel gegen Kaufbeuren aus den Geschäftsräumen im Stadion verfolgt. Am Donnerstag informierten die Roten Teufel, dass Boutin eine Gehirnerschütterung erlitten habe. Mindestens noch in der kommenden Woche wird der Torwart fehlen.

Defensiv-Rotation: Kaum war er da, ist er auch schon wieder weg: Florian Proske. Der Förderlizenzkeeper, die Absicherung von Jan Guryca, ist seit Mittwoch »aus persönlichen Gründen« wieder in Nürnberg. Auf der Bank sitzt am Wochenende Hendrik Hane, die Nummer drei der Düsseldorfer EG. Diese Konstellation ist wiederum keine Dauerlösung, sollte Boutin womöglich längerfristig nicht zur Verfügung stehen.

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Rotiert wird auch in der Abwehr: Kooperationspartner Düsseldorf hat Johannes Huß nach drei Spielen für Bad Nauheim in den DEL-Kader zurückgeholt. Der Verteidiger soll gegen Wolfsburg Eiszeit erhalten. Das heißt: Kreutzer muss seine zweite Powerplay-Formation, in der Huß rasch integriert worden war, erneut umbauen. Zurück im Kader ist Neuzugang Nicolas Geitner. Der 19-Jährige war zuletzt als neunter Verteidiger überzählig.

Derby-Erfahrung: Köln - Düsseldorf, Düsseldorf - Köln. Christof Kreutzer war lange Jahre ein Teil in diesem Duell, der Mutter aller deutschen Eishockey-Derbys. Als Spieler und als Trainer. Und das mit sehr positiven Erfahrungen. Zwei Playoff-Finalserien hat Kreutzer mit der DEG gegen den Nachbarn gewonnen; einmal durch einen Sieg auf Kölner Eis; damals noch im Kult-Stadion an der Lentstraße. Das Winter-Game erlebte Kreutzer später als Trainer - und gewann mit Düsseldorf. »Solche Derbys machen den Sport aus. Die Atmosphäre, die Anspannung - das alles ist intensiver als in anderen Spielen«, sagt der Trainer der Roten Teufel.

Löwen Frankfurt - das Powerplay als Waffe: 35 Tore haben die Löwen bislang erzielt. 18 davon im Powerplay. Mehr als jede dritte Überzahl-Situation führt zum Torerfolg. Mit Tim Schüle und Dan Spang haben die Löwen in beiden Formationen Quarterbacks, die an der blauen Linie die Pucks verteilen. Neben Schüle hat mit Eduard Lewandowski ein zweiter Ex-Düsseldorfer schon vier Powerplay-Treffer erzielt.

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Das viel beachtete Löwen-Experiment mit dem im Seniorenbereich unerfahrenen finnischen Trainer-Trio ist bislang aufgegangen. Die Routiniers Adam Mitchell und Eduard Lewandowski, an dessen Verpflichtung auch Bad Nauheim Interesse gezeigt hatte, sowie DEL 2-Rückkehrer und -Reizfigur Mathieu Tousignant sind die Offensivsäulen im Kader, in dem junge und hierzulande eher unbekannte Namen wie Magnus und Max Eisenmenger (in Schweden ausgebildet), Leon Hüttl oder auch Mike Fischer mehr als nur Ergänzungsspieler sind. Und mit Verteidiger Mike Card, Antti Kerälä und Dominik Meisinger haben drei Spieler bislang verletzungsbedingt noch nicht einmal eingesetzt werden können.

Ravensburg Towerstars - Ausgeglichenheit als Trumpf: Sechs Spiele, sechs Siege, 18 Punkte. Mehr geht nicht. Die verletzungsfreien Towerstars sind zum Saisonauftakt den Erwartungen gerecht geworden. Entscheidend: die Ausgeglichenheit des Kaders. Zuletzt, beim 6:2-Erfolg am Dienstag in Kassel, haben alle vier Reihen getroffen. Die Oberschwaben hatten auf das enttäuschende Pre-Playoff-Aus in der Vorsaison mit den Verpflichtungen von DEL 2-Top-Spielern und -Verdienern wie Pavel Dronia, Andreas Driendl (Spieler des Jahres) und Robbie Czarnik reagiert.

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