17. September 2019, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Wie Huba Sekesi zum Verteidiger wurde

Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim befindet sich nach einem Zwei-Punkte-Start im Zwiespalt. Und ein Stürmer hat eine neue Rolle.
17. September 2019, 07:00 Uhr
In ungewohnter Rolle: Der etatmäßige Angreifer Huba Sekesi (Nr. 9 - im Zweikampf mit Rene Schoofs) hilft beim EC Bad Nauheim als Verteidigier aus. (Foto: Chuc)

Kein Klub mit Maximalpunktzahl. Nur eine von 14 Mannschaften gänzlich ohne Zähler. Acht von 13 Spielen wurden durch maximal zwei Treffer Differenz entschieden. Die Deutsche Eishockey-Liga 2 hat sich zum Auftakt erwartet ausgeglichen präsentiert. Sieg und Niederlage weist auch die Statistik des EC Bad Nauheim auf. Wer die Roten Teufel am Freitag (3:2 n. P. gegen Bietigheim) noch lobte, einzig in Unterzahl bezwungen worden zu sein, der musste Sonntag (3:6 in Kaufbeuren) bereits erstaunt feststellen, dass derzeit aber nur zwei Klubs überhaupt mehr Gegentreffer als die Roten Teufel kassiert haben. »Auf der einen Seite freue ich mich über die beiden Punkte, auf der anderen Seite ärgere ich mich ein wenig, weil in beiden Spielen auch mehr drin war«, sagt Trainer Christof Kreutzer zwiegespalten.

Seine Mannschaft hatte - wie zum Saisonstart zu erwarten - ebenso viel Licht wie Schatten im Spiel. In beide Partien haben sich die Wetterau erst mit einer gewissen Anlaufzeit hineingefunden; mehr über Willen und Bereitschaft denn über spielerische Qualitäten. Einen starken Eindruck hinterließ Torwart Felix Bick, der seine Vorderleute in beiden Partien im Spiel gehalten und ihnen die Option auf eine Wende gegeben hatte. Deutlich stärker als in der Vorbereitung zeigte sich Neuzugang Tyler Fiddler. Zuallererst die Reihe um den kanadischen Mittelstürmer konnte sich in der gegnerischen Zone festsetzen und Turnovers erzwingen.

In ungewohnter Rolle lief Huba Sekesi auf. Der etatmäßige Mittelstürmer ergänzte die auf eine gefährliches Maß reduzierte Reihe der Abwehrspieler. »Ich hatte mich angeboten, als im letzten Test gleich zwei Abwehrspieler ausgeschieden waren. Man kommt schneller an die Scheibe, kann von hinten heraus selbst etwas im Aufbau kreieren«, sagt Sekesi. Erfahrungen auf dieser Position hat er lediglich im Inlinehockey gesammelt, räumt er ein; bei den Germering Wanderers und während sechs Teilnahmen an Weltmeisterschaften in dieser sommerlichen Ausgleichssportart. »Huba hat das ordentlich gemacht und wird bis auf weiteres in dieser Rolle bleiben«, sagt Kreutzer. Im Angriff fühle er sich wohler, »weil ich da einfach mehr Erfahrung habe. Aber wenn es Sinn macht, dann kann ich mir diese Rolle auch längerfristig vorstellen«, sagt Sekesi. Zwei Punkte seien ihm zu wenig, sagt er am Sonntagabend. »Wir haben wir uns mehr erhofft«, meint der gebürtige Bayer mit ungarischen Wurzeln, der zumeist an der Seite von Steve Slaton auf dem Eis stand. Zuhause sei man zumindest zu den zweiten 20 Minuten ins Spiel gekommen, in Kaufbeuren »aber erst so richtig im letzten Abschnitt. Und da war’s leider schon zu spät.«

Simon Gnyp - bislang von Kooperationspartner Köln in der Wetterau geparkt - stand am Sonntag bei den Rheinländern im DEL-Aufgebot (3:37 Minuten Eiszeit). Colin Ugbekile, ein Förderlizenz-Kandidat, zählt bei den Haien aktuell sogar zur Stammbesetzung in der Defensive. Ob Gnyp am kommenden Freitag im Derby mit den Löwen Frankfurt wieder zu den Teufeln zurückkehrt, ist offen. Dass ein externer Neuzugang im Kader auftaucht, ist aktuell unwahrscheinlich. »Wir werden nur aktiv, wenn es wirklich Sinn macht«, sagt Kreutzer.

Warum noch Bandenflächen frei sind

Zum ersten Hauptrunden-Heimspiel der am Freitag waren im Colonel-Knight-Stadion noch viele Werbebanden frei. Das ist ungewöhnlich. »Einige Banden wurden noch nicht geliefert, und andere Werbepartner gehen weg vom klassischen Weg, wollen hingegen neue Reize setzen und werben beispielsweise auf der Videowand oder im Bereich Social-Media und auf unserer App«, erklärt Tim Talhoff, Assistent der Geschäftsführung. Trotz der freien Flächen sei man gelassen. »Wir werden unsere Planzahlen erreichen. Und jetzt, da Banden frei sind, ist bei einigen neuen Partnern, auch das Interesse geweckt. Da steigt die Zahl der Nachfragen nach diesen Werbeflächen.«

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