22. Oktober 2019, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Wie die drei Neuen das Spiel der Roten Teufel beeinflussen

Trainer Christof Kreutzer sieht den EC Bad Nauheim auf dem »richtigen Weg«. Drei neue Spieler haben entscheidenden Einfluss.
22. Oktober 2019, 07:00 Uhr
Jesper Kokkila wurde am Sonntag zum Spieler des Tages gewählt und den Fans im Colonel-Knight-Stadion gefeiert. (Foto: Chuc)

Was für ein Comeback! Zwei Spiele, drei Tore, eine Vorlage; und das als Verteidiger. Mike Card - erst am Mittwoch in Bad Nauheim eingetroffen - hat sich nach mehr als eineinhalb Jahren ohne Spielpraxis eindrucksvoll in der Deutschen Eishockey-Liga 2 zurückgemeldet. Der Kanadier mit deutschem Pass war einer von gleich drei Neuen, die beim Sechs-Punkte-Wochenende der Roten Teufel (3:2-Erfolg in Ravensburg/4:3-Sieg gegen Freiburg) in den Fokus gerückt waren. »Drei Neuzugänge auf einmal zu integrieren, ist nicht ganz leicht. Alle drei haben aber zugleich gezeigt, wie wertvoll sie für uns sein können«, freute sich Christof Kreutzer, der Trainer. Wie Card hatten auch Köln-Leihgabe Mick Köhler und der US-Amerikaner Kyle Gibbons den derzeit ohnehin großen Kader in der Breite auf höherem Level stabilisieren können.

Bad Nauheim ist zum Abschluss des ersten Saisonviertels auf Platz sechs vorgerückt; mit »nur« fünf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Kassel, aber schon mal elf Zählern Vorsprung auf Bayreuth, den Rang-Elften. Nach zwischenzeitlich 18 Gegentreffern in drei Spielen und Kritik am Auftreten hat Kreutzer die Defensive (auch dank personeller Veränderungen) wieder stabilisieren können. »Die Jungs haben am Wochenende nicht viel zugelassen. Nur im Mitteldrittel gegen Freiburg waren mal kurzzeitig Spannung und Konzentration raus.« In den vergangenen 180 Minuten - darunter zwei Auswärtsspiele - kassierte die Mannschaft in der Summe nur sechs Gegentore. »Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg«, sagt Kreutzer nach zuletzt drei minimalistischen Erfolgen mit jeweils nur einem Tor Unterschied.

Mike Card hatte im April vergangenen Jahres seine letzte Partie bestritten; die fehlende Eiszeit war dem 33-Jährigen nicht anzumerken. Ja, Card wechselte an der Seite von Jesper Kokkila zumeist als Erster, löste auf dem Eis viele Aufgaben mit Erfahrung und Ruhe, ließ aber auch zum Ende der Partie keine Ermündungserscheinungen erkennen. »Mike ist körperlich top-fit. Er weiß, wann er sich wie zu verhalten hat«, sagt Matthias Baldys, der Sportliche Leiter. Mit den Roten Teufeln hatte Card nur zweimal trainiert, in der Woche zuvor hatte er in den Vereinigten Staaten einige Tage auf Schlittschuhen gestanden, das war’s aber auch schon für den Rechtsschützen, in dessen Vita unter anderem vier NHL-Partien (2006 für Buffalo) sowie je rund 100 Begegnungen in der DEL und der AHL zu finden sind. Ein Kaltstart wie er wohl im Fußball undenkbar wäre. »Ich denke, Fußball und Eishockey lassen sich nicht vergleichen. Im Fußball sind Spieler Millionen wert. Da geht man überhaupt kein Risiko ein. Bei uns lassen sich Einsätze leichter dosieren. Mike weiß, wie er seine Kräfte einzuteilen hat«, sagt Kreutzer.

An Cards Seite spielte Jesper Kokkila sichtlich befreit(er) auf. Dass dem in der Vorbereitung erfolgreichen jungen Finnen nun auch der erste DEL2-Treffer gelang, er am Sonntag zum Spieler des Tages gewählt und von den Fans gefeiert wurde, rundet das Bild des Wochenendes ab.

Während Kyle Gibbons im Angriff den verletzten Cody Sylvester von der Position her eins zu eins ersetzt und zumindest am Freitag mit seiner Effektivität schon mal Eindruck hinterließ, schafft Mick Köhler Konkurrenzdruck in der Offensive. Mit seinen 90 Kilogramm auf 1,90 Meter, mit viel Dampf und Energie hat sich der 21-Jährige gleich für die Powerplay-Formation der Hessen angeboten. »Er zeigt, dass er will, dass er gerne hier Eiszeit sammelt«, schildert Kreutzer seinen Eindruck, hat zudem viel Lob für die Förderlizenz-Stürmer Dani Bindels und Nicolas Cornett, die inzwischen als erste Unterzahl-Formation das Vertrauen erhalten (und rechtfertigen).

Auf der Bank hatte im übrigen David Böttcher gesessen; die inzwischen schon neunte (!) Förderlizenz-Leihgabe aus Köln. Am Freitag, noch nach dem obligatorischen »Morning Skate«, dem Anschwitzen, war Torwart Bastian Kucis nach Köln gerufen worden. Im Gegenzug kam Nachwuchskeeper Böttcher aus der Domstadt und wurde vom Sportlichen Leiter nach Ravensburg gefahren. Voraussichtlich bis zur Länderspielpause wird der 18-jährige Böttcher als Stellvertreter von Felix Bick in Bad Nauheim blieben, da Kucis angesichts des Ausfalls von Keeper Gustav Wesslau in Köln in der DEL gebraucht wird.

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