18. April 2019, 12:36 Uhr

EC Bad Nauheim

Felix Bick spricht Klartext: Darum habe ich Frankfurt verlassen

Felix Bick ist im November aus Frankfurt nach Bad Nauheim zurückgekehrt. Über die Hintergründe hatte der Torwart bislang geschwiegen. Jetzt spricht er Klartext.
18. April 2019, 12:36 Uhr
Nach kurzem Frankfurt-Intermezzo fühlt sich Torwart Felix Bick in Bad Nauheim wieder pudelwohl. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim


Felix Bick hatte geschwiegen. Mehr als vier Monate lang. Kein Wort zu den wahren Hintergründen seines Wechsels von den Löwen Frankfurt zum EC Bad Nauheim. Die Häme der Löwen-Fans, das verbale Nachtreten, Sticheleien seines ehemaligen Arbeitgebers – der Torwart hatte all das geschluckt und stattdessen eine Leistungen für sich sprechen lassen. Drei Shutouts in den ersten Wochen nach seiner Rückkehr zu den Roten Teufeln, Torwart des Monats Dezember, Torwart des Jahres in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Jetzt – mit einigen Wochen Abstand – nennt der 25-Jährige im WZ-Interview erstmals die wahren Gründe für seine Rückkehr; und überrascht mit seinen Aussagen.

Sind Sie aus Frankfurt geflüchtet?

Felix Bick: Ja und nein. Ich wollte aus Frankfurt weg, da zu viele interne Konflikte mich sportlich gehindert haben.

Zu jenem Zeitpunkt im November hatten Sie Ihre Nummer-eins-Rolle an Bastian Kucis verloren.

Bick: Basti Kucis hat zu diesem Zeitpunkt nach und nach mehr Spiele bekommen, das stimmt. Allerdings hatte dies nicht nur sportliche, sondern auch interne Gründe. Im Laufe des Novembers hatten sich die Konflikte zwischen der sportlichen Leitung und mir immer weiter entwickelt.

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Und diese haben Sie aus Frankfurt getrieben?

Bick: Es hat von Anfang an leider nicht zu 100 Prozent gepasst. Allerdings kam es dann zu einem Vorfall, der ausschlaggebend dafür war, dass ich meinen Vertrag auflösen wollte.

Dann hatte der Wechsel also gar keine sportlichen Gründe?

Bick: Nein, zu keinem Zeitpunkt wollte ich aus sportlichen Gründen wechseln. Sicherlich habe ich auch sportliche Fehler gemacht, diese waren allerdings nicht der Grund für meinen Wunsch zur Vertragsauflösung. Meiner Meinung nach wurde ein mir sehr nahestehendes Familienmitglied in einer inakzeptablen Weise behandelt. Das ist meine Meinung, mein Leben und meine Familie. Ich bin so, wie ich bin, und deswegen hab ich diese Entscheidung bewusst so für mich getroffen.

Welche Rolle hat Erfolgsdruck gespielt?

Bick: Keine. Der Erfolgsdruck ist in jeder Mannschaft, und egal in welcher Liga, vorhanden. Ich differenziere da nicht zwischen dem Erfolgsdruck in Bad Nauheim, Frankfurt oder Düsseldorf. Aussagen, dass ich den mentalen Konkurrenzkampf nicht eingehen wollte, kann ich so nicht hinnehmen. Mit Druck konnte ich schon immer gut umgehen, wenn man sich meine Eishockey-Vita anschaut, sieht man, dass ich bereits viele Drucksituationen erfolgreich bewältigt habe.

Frankfurt hatte auf Sie gebaut. Für Sie wiederum hätten die Löwen ein Sprungbrett sein können. In einer solchen Situation sollten doch beide Seiten an der Fortsetzung der Zusammenarbeit interessiert sein. Warum ist dies nicht gelungen?

Bick: Für mich war Frankfurt kein Sprungbrett. Nach meinem Wechsel zurück nach Bad Nauheim hab ich mich selbst in meiner Leidenschaft wieder richtig wohl gefühlt und frei von Problemen. Das hat sich auch in meinen sportlichen Leistungen widergespiegelt. Ich bin unglaublich dankbar dafür, wie gut und schnell ganz Bad Nauheim meine Familie und mich wieder aufgenommen und positiv unterstützt hat.

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Warum haben Sie sich entschieden, jetzt in die Öffentlichkeit zu gehen?

Bick: Ich wollte und musste mich zuerst auf’s Sportliche konzentrieren. Das stand zu 100 Prozent im Vordergrund. Jetzt, nach der Saison, kann ich aber Stellung beziehen. Dies ist zugleich mein einziges Statement. Das Kapitel Frankfurt ist für mich nun abgeschlossen. Den Jungs in der Löwen-Kabine wünsche ich trotz aller Ereignisse viel Erfolg im Finale.

Sie haben sich frühzeitig für eine Vertragsverlängerung mit den Roten Teufeln entschieden. Wurde in der abgelaufenen Saison über den Verhältnissen gespielt, oder ist dem EC Bad Nauheim eine erneute Playoff-Qualifikation zuzutrauen?

Bick: Ich habe mich für eine Verlängerung entschieden, weil ich sehe, dass sich der Verein in die richtige Richtung entwickelt. Und ich mich sehr freue ein Teil davon zu sein. Selbstverständlich wollen wir nächste Saison wieder Playoffs spielen.

Für die kommende Spielzeit zeichnet sich Gerüchten zur Folge eine Kooperation von Bad Nauheim mit Köln ab. Hier könnte es eine erneute Konkurrenzsituation mit Bastian Kucis geben.

Bick: Wenn es dazu kommt, freue ich mich darauf.

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